Stuttgart gewinnt 4:1 gegen Werder Bremen Der VfB löst eine Euphoriewelle aus

Martin Harnik erzielt beim 4:1-Sieg gegen seinen Ex-Club Bremen zwei Tore. Foto: dapd 56 Bilder
Martin Harnik erzielt beim 4:1-Sieg gegen seinen Ex-Club Bremen zwei Tore. Foto: dapd

Der VfB Stuttgart hat Werder Bremen am Freitagabend mit 4:1 geschlagen. Damit hat der Club sehr gute Chancen, in der nächsten Saison in der Europa League dabei zu sein.

Sport: Marko Schumacher (schu)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Da können sogar die Schwarz-Gelben aus Dortmund nicht mehr mithalten. Der VfB Stuttgart trifft derzeit das Tor aus allen Lagen. Das Team besiegte am Freitagabend Werder Bremen mit 4:1 (2:1) und schraubte damit sein Torekonto in der Rückrunde der Fußball-Bundesliga auf 36 Treffer. Das ist der Spitzenwert – und die Fans in der mit 59 000 Fans besetzten Mercedes-Benz-Arena waren aus dem Häuschen. „Que sera, sera – die Schwaben sind wieder da!“, sangen sie und ließen begeistert La Ola durchs Rund schwappen.

„Ich halte mich sonst mit Lob zurück. Aber das war einfach ein geiles Spiel. Es ist für einen Trainer ein sehr befriedigendes Gefühl, wenn das eigene Team so sicher spielt“, sagte Bruno Labbadia angesichts des Stuttgarter Siegeszugs durch die Liga. Seit neun Spieltagen (sieben Siege, zwei Unentschieden) hat der VfB inzwischen nicht mehr verloren. Er spielt zudem sehr ansehnlich und offensiv – und besitzt daher völlig verdient erstklassige Chancen, nach einem Jahr Abstinenz in der neuen Saison (mindestens) wieder in der Europa League mit dabei zu sein.

Rosenberg erzielt die Führung für Werder

Christian Gentner für den gelbgesperrten Zdravko Kuzmanovic und Cristian Molinaro für den mit einer Zerrung im Gesäßmuskel angeschlagenen Arthur Boka, der immerhin auf der Bank Platz nehmen konnte, so lauteten die zwei Änderungen beim VfB im Vergleich zur Augsburg-Partie. Riesengroß waren derweil die Personalnöte bei den Bremern: Sebastian Boenisch, Tim Borowski, Sebastian Prödl, Mehmet Ekici, Philipp Bargfrede, Marko Arnautovic und Aaron Hunt standen dem Trainer Thomas Schaaf wegen Sperre und Verletzung nicht zur Verfügung, sodass in Werders 18-Mann-Kader sogar ein Platz auf der Bank frei blieb.

Der VfB, der hinter den Dortmundern und den Bayern als drittbeste Rückrundenmannschaft in die Partie ging, hatte gleich viel Platz, denn die sonst so offensivstarken Bremer zogen sich weit in die eigene Hälfte zurück. Stuttgart machte mit breiter Brust das Spiel, hatte zwei kleinere Chancen nach Freistößen von Tamás Hajnal (18.) und Julian Schieber (22.) – das 1:0 aber gelang den sonst so zurückhaltenden Gästen. Cristian Molinaro ging im Mittelfeld unglücklich in einen Zweikampf mit Claudio Pizarro, sodass Bremens Marko Marin auf dem rechten Flügel viel Platz hatte. Der Querpass der Nummer zehn kam zu Markus Rosenberg, der mit seinem neunten Saisontor zur Führung der Hanseaten einschob (25.).

Der VfB dreht erneut das Spiel

Wie zuletzt in den Spielen in Dortmund, gegen Mainz und in Augsburg lag der VfB mit 0:1 zurück. Und das Bremer Spinnennetz zog sich tief in der eigenen Hälfte noch enger zusammen. Dann aber folgte der große Auftritt des Christian Gentner: Von Molinaro gut in Szene gesetzt, schoss der Mittelfeldmann den Ball aus 25 Metern unhaltbar für den Torwart Tim Wiese in den Winkel – ein Traumtor des Nürtingers (37.). „Wir sind sehr erleichtert gewesen, dass wir so schnell zurückgekommen sind“, sagte der Stuttgarter Manager Fredi Bobic.

Die angeschlagenen Bremer, die in den vorausgegangenen fünf Bundesligapartien nicht gewonnen hatten, taten dennoch weiter wenig für ihre Offensive – und gingen deshalb verdient mit einem 1:2-Rückstand in die Pause. Im Anschluss an eine Hajnal-Ecke schraubte sich Georg Niedermeier in die Höhe. Den Kopfball des VfB-Innenverteidigers konnte Wiese noch abwehren, doch der einstige Werder-Profi Martin Harnik war im Stile eines Torjägers mit dem Kopf zur Stelle: Es war der 16. Saisontreffer des 24-Jährigen; es war zudem Harniks erstes Tor gegen seinen alten Club.

Doch der Torhunger des österreichischen Nationalspielers war noch nicht gestillt: Erneut war Harnik nach einem tollen Hajnal-Eckball am Ball, als das Spielgerät an Freund und Feind vorbei segelte. So konnte die Stuttgarter Nummer sieben aus kurzer Distanz fast mühelos das 3:1 erzielen (53.). Dann durfte noch der eingewechselte Cacau jubeln (88.). Nach einem Freistoß von Gotoku Sakai köpfte der Stürmer zum 4:1-Endstand ein. „Wir haben heute nochmal einen drauf gesetzt. Das war äußerst sehenswert“, resümierte Fredi Bobic.

VfB Stuttgart: Ulreich – Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro – Gentner, Kvist – Harnik (86. Cacau), Hajnal (80. Okazaki), Schieber (90. Traoré) – Ibisevic.

Werder Bremen: Wiese – Fritz, Affolter (58. Füllkrug), Sokratis, Schmitz – Marin (58. Trybull), Ignjovski, Naldo, Junuzovic – Rosenberg, Pizarro.

Schiedsrichter: Welz (Wiesbaden).

Zuschauer: 59.000.

Tore: 0:1 Rosenberg (25.), 1:1 Gentner (37.), 2:1 Harnik (45.), 3:1 Harnik (53.), 4:1 Cacau (89.).




Unsere Empfehlung für Sie