Stuttgart-Hedelfingen Das Ortsschild wird versetzt

Von Mathias Kuhn 

Ein lang gehegter Wunsch der Bürger geht in Erfüllung: Die Ortsschilder in der Heumadener Straße werden nun doch versetzt werden. Damit rückt das Waldheim in die Tempo-50-Zone.

Das Ortsschild soll einige Meter weiter Richtung Lederberg versetzt werden.Foto: Mathias Kuhn

Hedelfingen - Beharrlichkeit führt doch manchmal zum Erfolg. Der Vorstand des Waldheimvereins und die Eltern des dortigen Kindergartens schlagen seit Monaten vor, das Ortsaus- beziehungsweise Ortseingangsschild in der Heumadener Straße zu versetzen. Die beiden – in jeder Fahrtrichtung eines – Verkehrsschilder mit „Hedelfingen“ als Aufschrift stehen etwa 50 Meter unterhalb des Hedelfinger Waldheims. Für Autofahrer bedeutet dies: Das innerörtliche Tempolimit ist an dieser Stelle aufgehoben – es darf in Aufwärtsrichtung wieder Gas gegeben werden. Tempo 60 ist erlaubt. In Richtung Hedelfingen müssen Autofahrer erst ab dem Schild die Geschwindigkeit auf 50 Stundenkilometer herunterbremsen.

Für die Eltern und Waldheimverantwortlichen ist dies ein Dauerärgernis. Denn oberhalb des Verkehrsschildes ist einerseits die offizielle Zu- und Ausfahrt für Besucher und Zulieferer auch der Waldheimrestaurants, andererseits nutzen viele Eltern mit ihren Kindern diesen Ausgang auch als Fußweg von und zu den Kindertagesstätten. „Während vor vielen Schulen oder anderen Kitas das Tempo auf 30 Stunden Kilometer reduziert wird, dürfen die Autofahrer am Waldheim beschleunigen“, ärgert sich Waldheimvorsitzender Paul Wurm. Vor einigen Monaten beantragte er – teilweise mit Unterstützung des Bezirksbeirates – die Versetzung der beiden Ortsschilder.

Versetzung unabdingbar

Der Waldheimvorsitzende hält diesen Schritt nicht nur für kostengünstig, sondern auch für unabdingbar. „Die Zeichen sind ohne Rücksicht auf Gemeindegrenzen und Straßenbaulast in der Regel dort anzuordnen, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße für den ortseinwärts Fahrenden erkennbar beginnt. Eine geschlossene Bebauung liegt vor, wenn die anliegenden Grundstücke von der Straße erschlossen werden“, sagt Wurm. Diese Erschließung des Waldheims sei von der Heumadener Straße 110 gegeben. Die Verkehrszeichen müssten demnach rund 50 Meter aufwärts – und damit oberhalb des Waldheims aufgestellt werden. Demnach dürfte die Ortstafel erst einige Meter oberhalb der Waldheimeinfahrt den innerörtlichen Bereich abschließen – mit der Konsequenz, dass damit das Tempo 50 gelten würde. Im Oktober wollte die Stadtverwaltung der Hedelfinger Argumentation noch nicht folgen, doch ein weiterer, von Bezirksvorsteher Kai Freier initiierter Vororttermin scheint die Fachleute umgestimmt zu haben.

„Vor wenigen Wochen haben wir die Zusage erhalten, dass die Ortsschilder nun doch verrückt werden können“, sagt Freier. Der Bezirksvorsteher hatte zwar gehofft, dass die Versetzungsaktion noch vor Beginn der Sommerferien über die Bühne gehen kann. Doch ganz so unbürokratisch wie gewünscht, können die Schilder nicht von einem Standort an den gewünschten versetzt werden. „Wir werden wahrscheinlich noch bis September warten müssen“, bittet Freier um Geduld. Dass sie diese Tugend besitzen, haben die Kita-Eltern bewiesen.