Stuttgart-Heumaden In Sachen Wendeplatte bleibt die Situation verfahren

Die Grundstücksbesitzer haben kein Interesse an einem Verkauf. Doch nur dann könnte an dieser Stelle eine Wendeplatte gebaut werden. Foto: Caroline Holowiecki
Die Grundstücksbesitzer haben kein Interesse an einem Verkauf. Doch nur dann könnte an dieser Stelle eine Wendeplatte gebaut werden. Foto: Caroline Holowiecki

Die Stadt will die Sackgasse Schwendestraße in Stuttgart-Heumaden zu einer Wendeplatte samt Fuß- und Radweg zur Nellinger Straße umbauen. Einer der Grundstückseigentümer hat aber gewichtige Gründe für sein Nein.

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Heumaden - „Im Hinblick auf die Grundstücksverhandlungen hat sich in den vergangenen Jahren nichts geändert.“ Die Stellungnahme aus dem Rathaus ist ebenso knapp wie eindeutig. Die Schwendestraße in Heumaden ist nach wie vor eine Sackgasse, und dies im tatsächlichen und im übertragenen Sinne. Dabei hätte nach dem Willen des Gemeinderats schon vor fünf Jahren Bewegung ins Sträßle kommen sollen.

Aktuell mündet die Schwendestraße in ein Betriebsgelände. Die Inhaber des Maler- und Raumausstatterbetriebs Stitz haben das letzte Stück der Straße vor bald 15 Jahren von der Stadt erworben und zum Betriebshof ausgebaut. Firmengebäude können angefahren werden, Transporter werden be- und entladen. Nach einem Beschluss des Gemeinderats von Anfang 2012 will die Stadtverwaltung diese Sackgasse jedoch um rund 30 Meter verlängern, die letzten Häuser dort nach Plan erschließen und am Ende eine Wendeplatte für die Müllabfuhr und notfalls auch Rettungskräfte bauen. Außerdem soll ein schmaler Fuß- und Radweg die Schwendestraße mit der Nellinger Straße verbinden.

Für das betroffene Unternehmen ist die Lage klar

Die Planungen sind ausgearbeitet und liegen beim Tiefbauamt in der Schublade, doch der Stadt fehlen drei private Grundstücke, um loslegen zu können. Sollten die Eigentümer nicht einlenken, wird die Stadt den Druck erhöhen, hatte es 2013 geheißen. Doch auch Jahre später ist die Situation unverändert. „Da hängt unsere Existenz dran“, sagt Barbara Stitz auf Nachfrage. Würde die Wendeplatte errichtet, würde der jetzige Betriebshof vor einem großen Rolltor zur öffentlichen Verkehrsfläche mit Halteverbot.

Die Familie Stitz hat also kein Interesse an einem Umbau des Geländes, ebenso wenig der direkte Nachbar, der schon Ende 2013 sagte, die Verlängerung „brauche ich nicht“. Zumal sich die jetzigen Grundstückseigentümer an den Kosten beteiligen müssten. Verkaufen müsste auch die Gärtnerei Gerung an der Nellinger Straße, und zwar zwei Stellplätze auf dem Kundenparkplatz. „Wir haben gesagt, wir wären einverstanden, wenn wir den gleichen Preis bekommen wie die Firma Stitz“, berichtet die Inhaberin Christel Kull. Sie hat Verständnis für die Fußgänger, die sich seit Jahr und Tag einen offiziellen Durchgang wünschen. Aktuell, berichten Barbara Stitz und ihre Tochter Sandra, nehmen Passanten allzu gern verbotenerweise die Abkürzung übers Betriebsgelände, obwohl das eindeutig als nicht erlaubt gekennzeichnet ist. Es sei schon oft zu gefährlichen Begegnungen zwischen Firmenfahrzeugen und Radlern gekommen.

Das Thema steht noch auf der Tagesordnung

Ob sich dort in Zukunft etwas ändern wird, ist unklar. „Die Grundstücke sind nicht im städtischen Eigentum. Was weiter geschehen wird, steht nicht fest, weil die Sache verfahren ist“, sagt Dominik Jäckh vom Liegenschaftsamt der Stadt Stuttgart. Aufgegeben hat man im Rathaus das Thema aber noch nicht. „Wir werden uns ämterübergreifend noch mal zusammensetzen, um eine Linie zu finden und mit einer Stimme zu sprechen. Es ist noch mal auf der Tagesordnung“, sagt er.




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