Stuttgart-Heumaden Mama und Papa dürfen in den Kitas reinschnuppern

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Am Freitag, 20. Januar, und am Freitag, 3. Februar, gibt es in allen städtischen Kindertagesstätten Infotage. Eltern können sich über das Konzept der Kita sowie die Aufnahmemodalitäten informieren. Der Leiter der Heumadener Kita Pfennigäcker, Thorsten Becker, erklärt, warum nicht jedes Kind einen Platz bekommen wird.

Bei den Kindern unter drei Jahren ist die Platznot in Stuttgart besonders groß. Foto: dpa
Bei den Kindern unter drei Jahren ist die Platznot in Stuttgart besonders groß. Foto: dpa

Stuttgart-Heumaden - Die beiden Infotage in den städtischen Kindertagesstätten sind für Eltern und Leiter der Einrichtungen eine Premiere: Bisher haben Eltern, die ihre Kinder beispielsweise in der Kita Pfennigäcker in Heumaden untergebracht wissen wollten, einen Termin bei dem Leiter der Kita, Thorsten Becker, gemacht. Der hat die Eltern dann durch die Räume an der Paprikastraße geführt, ihnen das Konzept erklärt und erläutert, wie sie sich für einen Platz anmelden können. „Auf Dauer war das bei mehr als 150 Kindern ganz schön zeitintensiv“, sagt Becker. Nun ist er gespannt, wie das Angebot von den Eltern angenommen wird.

Am Freitag, 20. Januar, sowie am Freitag, 3. Februar, laden alle 149 städtischen Kitas in Stuttgart zu Infoterminen ein. Von 14 Uhr bis 17 Uhr können sich Eltern über das pädagogische Konzept informieren und einen Eindruck von den Häusern bekommen. Zudem werden die Eltern über das Anmelde- und Auswahlverfahren informiert. Eine direkte Anmeldung ist nicht möglich, die Eltern bekommen aber alle Unterlagen, die sie für die Platzbedarfsmeldung im Internet benötigen.

„Es wird nicht jedes Kind einen Platz bekommen“, sagt der Kita-Leiter

Thorsten Becker, der seit der Eröffnung im Jahr 1998 die Kita in Heumaden leitet, weiß, welche Frage die Eltern vor allem beschäftigt: Welche Chancen hat mein Kind auf ein Platz? „Wenn es um ein Kind unter drei Jahren geht, muss ich da leider sagen: Die Chancen stehen eins zu zehn.“ Schon jetzt habe er eine Warteliste für die Unter-Dreijährigen mit 80 Namen; im kommenden Kindergartenjahr werden aber voraussichtlich nur acht Plätze frei. Insgesamt gibt es in der Kita Pfennigäcker nur elf Plätze für Kinder unter drei Jahren.

Entspannter ist es bei den Drei- bis Sechsjährigen. Für sie gibt es 88 Plätze, und bisher stehen rund 50 Kinder auf der Warteliste. Außerdem sind 50 Hortplätze für Kinder bis 14 Jahre vorhanden. Trotzdem: „Es wird nicht jedes Kind einen Platz bekommen“, sagt Becker. Diese Nachricht den Eltern zu überbringen, sei nie einfach. „Oft macht der Arbeitgeber Druck, dass die Eltern bald wieder arbeiten sollen.“

In vielen Kitas herrscht Personalnot

Obwohl in Stuttgart mehrere neue Kitas eingerichtet wurden, herrscht in der ganzen Stadt eine angespannte Situation – was vor allem daran liegt, dass kaum Erzieher nachkommen. „Bei uns haben wir mit 30 Mitarbeitern keine Personalnot, aber in anderen Einrichtungen ist das anders“, sagt Becker. Seiner Meinung nach ist der Grund für den fehlenden Nachwuchs vor allem das niedrige Gehalt für Erzieher. Um die knappen Betreuungsplätze fair zu verteilen, wurde in allen Stuttgarter Kitas ein Punktesystem eingeführt: So werden jene Kinder bevorzugt aufgenommen, deren Eltern alleinerziehend sind oder bei denen beide Elternteile berufstätig sind. Außerdem haben die Kinder einen Vorteil, deren Geschwisterkinder bereits in der Kita untergebracht sind, sowie jene, die in dem Stadtbezirk der Kita auch wohnen.

Die Infoveranstaltungen sollen aber nicht nur dazu dienen, dass die Eltern über die Anmeldung und Platzverteilung informiert werden, sondern auch, dass sie die verschiedenen pädagogischen Konzepte kennenlernen. „Bei uns liegt der Schwerpunkt beispielsweise auf der Sprachförderung; wir haben circa 30 verschiedene Nationen im Haus“, sagt Becker. Zudem lege die Heumadener Kita besonderen Wert auf Musik, Sprache und Bewegung und kooperiere mit der Stuttgarter Musikschule, dem Radiosinfonie-Orchester und dem Vocal­ensemble des SWR und der Baydur-Stiftung „Zukunfts-Musik“.

Welches Konzept die anderen Kitas in Stuttgart verfolgen und wie es dort mit den Wartelisten aussieht, können Eltern an diesem Freitag und an dem Termin zwei Wochen später erfahren. Online-Platzbedarfsmeldungen sind jederzeit im Internet unter www.stuttgart.de/kits möglich.

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