Stuttgart-Heumaden So geht es dem Senior aus dem Brandhaus

Von Caroline Holowiecki 

Im Februar ist der Dachstuhl eines Gebäudes in Stuttgart-Heumaden ausgebrannt. Ein 73-Jähriger hat alles verloren und lebt aktuell in einer Notunterkunft. Wie geht es ihm?

Das Haus an der Mannspergerstraße ist aktuell unbewohnbar. Im Februar hat es dort im Dachstuhl gebrannt. Foto: Caroline Holowiecki
Das Haus an der Mannspergerstraße ist aktuell unbewohnbar. Im Februar hat es dort im Dachstuhl gebrannt. Foto: Caroline Holowiecki

Heumaden - Die Worte sind nüchtern. „In der Dachstuhlwohnung eines 73-Jährigen kam es gegen 17.45 Uhr aus bislang ungeklärter Ursache zu einem Brand. (...) Die Feuerwehr hatte den Brand gegen 18.10 Uhr unter Kontrolle. Die Wohnung brannte hierbei weitgehend aus, das Haus ist vorerst unbewohnbar.“ So vermeldete die Polizei am Abend des 10. Februar, was sich am selben Tag in Alt-Heumaden an der Mannspergerstraße zugetragen hatte. Der alte Mann sei mit einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus gekommen, die vier anderen Bewohner – eine Familie – seien unverletzt geblieben.

Die Nachbarn hatten das Feuer in Stuttgart-Heumaden entdeckt

Der Mann, bei dem es gebrannt hat, hat bei dem Feuer alles verloren, wie er sagt. Am meisten trauert er um seine Schallplattensammlung. „Ich liebe seit meiner Kindheit Musik. Für mich hatte sie einen besonderen Wert“, sagt er. Dennoch: Der Senior hatte Glück. Er selbst sei im Bad gewesen und habe die Flammen zunächst gar nicht wahrgenommen. „Die Nachbarn haben das Feuer bemerkt, da war es schon zu spät“, erzählt er. Er habe sich gerade noch ein paar Kleider greifen können und sei dann rausgerannt. Raus aus der schwarzen Wolke. „Ich habe fast keine Luft bekommen. Ich bin ganz kaputt gewesen“, sagt der Rentner.

Der Senior befürchtet, dass die Sache vor Gericht gehen wird. Schließlich hat der Brand in seiner Wohnung seinen Anfang genommen. Er glaubt, dass Durchzug Papiere auf eine Kerze geweht haben könnte, auch einen Kabelbrand schließt er nicht aus. Die Aussage der Polizei gegenüber unserer Zeitung, dass wohl eine falsch entsorgte Zigarette das Inferno ausgelöst hat, wischt er weg. Ja, Raucher sei er, „aber das war es 100-prozentig nicht“.

Er wünscht sich, nah bei der Familie zu sein

Im Gespräch ringt der Mann immer wieder um Worte. Vergesslich sei er geworden, Schlafstörungen und Albträume von Feuer plagten ihn, sagt er. „Ich habe es heute noch mit dem Hals.“ Was mit dem Haus passiert, in dem er 14 Jahre gelebt habe, wisse er nicht. Er wohnt seit Wochen in einer Notunterkunft in der Stadtmitte, gemeinsam mit einer Frau, „auch ein Brandopfer“, sagt er.

Was ist sein größter Wunsch in dieser schweren Zeit? „Ha, ganz klar, eine Wohnung, wo ich für mich bin.“ Einen Antrag bei den zuständigen Ämtern habe er ausgefüllt. Idealerweise sollte die auf den Fildern sein, nahe der Familie, die in Birkach lebt. Der Senior sagt: „Ab einem gewissen Alter will man dableiben.“

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