Stuttgart-Heumaden Wenn der Sperrmüll wächst und wächst

Von Caroline Holowiecki 

Rund zwei Wochen lang ist ein Sperrmüllhaufen in Stuttgart-Heumaden gewachsen. Anwohner sind genervt, weil so etwas offenbar immer wieder vorkommt. Aber wer ist eigentlich zuständig fürs Wegräumen solcher Sauereien?

So sah es die letzten Wochen aus an der Bernsteinstraße in Heumaden. Foto: Caroline Holowiecki
So sah es die letzten Wochen aus an der Bernsteinstraße in Heumaden. Foto: Caroline Holowiecki

Heumaden - Helga Schmitz konnte ihn wirklich nicht mehr sehen, obwohl er nicht zu übersehen war: ein riesiger Müllberg vor ihrem Haus. Auf einer Länge von gut und gerne 20 Metern türmte sich der Abfall auf dem Gehweg an der Bernsteinstraße in Heumaden. Sofas und Sessel, Lattenroste, Elektrogeräte, Schranktüren, Wäscheständer, Kinderwagen: Ein kompletter Hausstand, so schien es, blockierte den Fußweg. Sage und schreibe zwei Wochen lang. „Und wie es so kommt: Es wird voller und voller und voller“, ärgerte sich Helga Schmitz.

Wegen der Müllhalde hätten Passanten, darunter viele Schulkinder, auf der Straße laufen müssen, „Katastrophe“, wetterte sie. Und längst ging der Unrat nicht nur Helga Schmitz auf die Nerven, sondern ebenso vielen anderen im Wohnviertel. „Ich beschwere mich gleich mit. Sauerei!“, so eine kopfschüttelnde Frau im Vorbeigehen. Eine dritte Frau rief aus dem Fenster: „Alles illegal!“

Der Ärger am Straßenrand wiederholt sich

Zwar ist der Unrat am Freitag von der Abfallwirtschaft Stuttgart (AWS) abgeholt worden. Offenbar sind solche Zustände in der Wohnsiedlung mit den vielen großen Mehrfamilienhäusern aber immer wieder anzutreffen, „dieses Jahr bestimmt schon das zweite Mal“, so eine Anwohnerin. Die Beobachtungen decken sich mit denen der AWS-Fachleute. Laut einer internen Statistik wird in Stuttgart immer häufiger wilder Müll bei Nacht und Nebel irgendwo abgelagert – Sperr- und Hausmüll, Altmetall, Reifen, Elektrogeräte. Mussten im Jahr 2011 noch „nur“ 332 Tonnen aufgeräumt werden, waren es im vergangenen Jahr schon 485 Tonnen gewesen.

Während einige Nachbarn aus der Bernsteinstraße monieren, die – mehrfach informierte – AWS habe den unappetitlichen Haufen nicht schnell genug beseitigt, stellt Annette Hasselwander, die Sprecherin des städtischen Eigenbetriebes, klar, dass gerade bei großen Mengen die Abholung nicht so ohne Weiteres zu bewerkstelligen sei. „Die Fahrzeuge sind über Wochen ausgebucht“, sagt sie.

So geht man vor, wenn man wilden Müll entdeckt

Tatsächlich aber ist die AWS in Fällen wie in der Bernsteinstraße auch gar nicht der erste Ansprechpartner. Auf ihrer Homepage erklärt die Stadtverwaltung Stuttgart, wie man vorgehen muss. „Bei großen Mengen von illegal abgelegtem Müll melden Sie die Fundstelle bitte der örtlichen Polizei oder der Abfallrechtsbehörde (Amt für Umweltschutz, Anmerkung der Redaktion). Dann kann gegebenenfalls strafrechtlich hiergegen vorgegangen werden“, liest man online unter dem Stichwort „wilder Müll“. Erst nach entsprechender Ermittlung gebe die Polizei die Meldung zur Beseitigung an die AWS weiter. Kleinere Müllhäufchen könne man unter anderem über die Gelbe Karte melden.

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