Wer will Fledermäuse beobachten? Möglich ist dies beim diesjährigen Tag der Artenvielfalt in Stuttgart-Hohenheim. Im Programm dürften sich für Tier- und Pflanzenliebhaber genügend Termine finden. Wir bieten eine Übersicht.

Stuttgart und Region: Julia Bosch (jub)

Hohenheim - Stuttgart ist eine Großstadt, doch trotzdem leben allein auf dem Campus der Universität Hohenheim mehr als 1200 Tier- und knapp 9000 Pflanzenarten. Zugleich nimmt die Anzahl der Vögel, Insekten und Pflanzen von Jahr zu Jahr immer mehr ab. Um die Menschen dafür zu sensibilisieren und mögliche Auswege aufzuzeigen, gibt es seit einigen Jahren den Tag der Artenvielfalt. In diesem Jahr findet dieser am Wochenende, 17. und 18. Juni, schwerpunktmäßig in den Hohenheimer Gärten und an der Vhs-Öko­station statt. Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, Führungen und Aktionen. Alle Angebote sind kostenlos, Anmeldungen für die einzelnen Veranstaltungen sind nicht erforderlich.

Exkursion zu den Fledermäusen

Den Auftakt bildet ein Vortrag über Fledermäuse mit anschließender Führung durch die Hohenheimer Gärten am Samstagabend. Ingrid Kaipf vom Naturschutzbund (Nabu) Baden-Württemberg spricht von 20 Uhr an im Audimax der Universität Hohenheim, Garbenstraße 30, über die nachtaktiven Tiere. Der etwa einstündige Vortrag eignet sich auch für Kinder. Wenn gegen 22 Uhr die Dämmerung einsetzt, geht die Fledermausexpertin mit den Teilnehmern auf Fledermausjagd. Wer sich eher für Pflanzen interessiert, kann um 22.30 Uhr an einer abendlichen Entdeckungstour zu nachtblühenden Gewächsen teilnehmen. Treffpunkt ist das Sammlungsgewächshaus der Uni an der August-von-Hartmann-Straße. Hier befindet sich auch der Treffpunkt für alle Veranstaltungen am darauffolgenden Tag.

Am Sonntag, 18. Juni, beginnt das Programm bereits um 8 Uhr. Ulrich Tammler von der Nabu-Gruppe in Stuttgart führt Vogelfreunde zwei Stunden durch die Hohenheimer Gärten. Um die Vielfalt bei Pflanzen geht es bei einer einstündigen Veranstaltung um 10 Uhr mit der Gärtnereimeisterin Karin Bühler.

Tierwelt in Tümpeln

Was hinter dem komplexen Begriff phylogenetisches System steckt, erläutert die Gärtnereimeisterin Johanna Prillwitz von 11.30 Uhr an. Der Vortrag dauert rund eine Stunde. Von 13.30 Uhr an berichtet Hans Christian Stotzern vom Amt für Umweltschutz zwei Stunden lang über die Tierwelt in Tümpeln. Die Veranstaltung richtet sich an Familien mit Kindern von acht Jahren an. Ebenfalls für Familien und Kinder eignen sich die Spiele und Aktionen in den Hohenheimer Gärten, die von der Nabu-Gruppe Stuttgart und dem Amt für Umweltschutz gemeinsam angeboten werden. Auf der Wiese geht es um 13.30 Uhr los, am Teich um 15.30 Uhr.

Um den Rückgang der Arten sowie den Rückgang der Insekten geht es bei einer Führung von 13 bis 16 Uhr. In einem Versuch wurden in den Hohenheimer Gärten sechs verschiedene Wiesenmischungen gesät; nun erläutern Experten die Unterschiede, und sie geben den Teilnehmern Tipps für den eigenen Garten, so dass der Rückgang der Artenvielfalt bestmöglich gestoppt werden kann. Eine kürzere Veranstaltung zur Artenvielfalt, die etwa eine Stunde dauert, findet um 14 Uhr statt. Diese wird von Reinhard Böcker von der Uni Hohenheim angeboten.

Tipps für Hobbygärtner

Zusätzlich bietet die Staatsschule für Gartenbau Hohenheim am Sonntag um 14 Uhr und um 16 Uhr eineinhalbstündige Führungen an. Treffpunkt ist jeweils am Eingangstor der Versuchsstation an der Filderhauptstraße 169. Zudem informiert die Staatsschule für Gartenbau Interessierte von 13 bis 17 Uhr an einem Stand und gibt Hobbygärtnern Tipps und Anregungen.

Auch der Freundeskreis 70599 engagiert sich. Die Flüchtlingshelfer laden von 13 bis 17 Uhr ein, den Gemeinschaftsgarten zu besichtigen und Fragen zu stellen. Zudem werden um 13.15 Uhr und um 15.15 Uhr 30-minütige Führungen angeboten. Ort ist die Unterkunft im Wolfer 32. Programm
Detaillierte Informationen, auch zu den Veranstaltungen an der Vhs-Ökostation am Wartberg, gibt es unter anderem im Stuttgarter Rathaus, den Bezirksrathäusern, bei der Universität Hohenheim, der Volkshochschule und im Internet unter www.stuttgart.de/artenvielfalt.