Das Sport- und Veranstaltungsgebiet Neckarpark ist mit 55 Hektar das größte Areal für den Sport in der Landeshauptstadt. Hier befinden sich neben den großen Veranstaltungsstätten MHP-Arena, Hanns-Martin-Schleyer-Halle und Porsche-Arena mehrere Vereinssportanlagen, eine Bezirkssportanlage, zentrale Einrichtungen von Leistungszentren wie Kunstturnen, Beachvolleyball, Leichtathletik oder Volleyball und der Olympiastützpunkt Stuttgart.
Die heute schon große Zahl an Sporteinrichtungen bekommt Zuwachs. Auf gut 5000 Quadratmetern entsteht in den kommenden Jahren für gut 35 Millionen Euro ein Sportzentrum für die Bundesstützpunkte Beachvolleyball und Judo in Kombination mit einer Zwei-Feld-Sporthalle für den leistungsorientierten Handballsport. Der Gebäudekomplex ergänzt die bisherige Infrastruktur rund um den Olympiastützpunkt Stuttgart. Die ersten Trainingseinheiten können die Sportlerinnen und Sportler dort voraussichtlich im April 2027 absolvieren.
Das Stuttgarter Büro Aldinger Architekten musste in dem Gebäude Sportbereiche mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen, Sanitäranlagen, zwei Foyers und zwei Zugängen sowie Treppenhäuser, Büros und Lehrräume unterbringen. Möglich macht dies eine Stapelung der Hallen, wobei die Bereiche Beachvolleyball und Judo unten angeordnet werden, da nur im Erdgeschoss eine unkomplizierte Anlieferung und Abholung von Sand möglich ist. Auf der darüber liegenden Ebene wird die teilbare Sporthalle gebaut. Die zwischen den Hallen entstehenden Freiräume werden mit den Nebenräumen ergänzt.
Viel Grün und Photovoltaikanlage
Auch Umweltaspekte spielten bei der Planung eine zentrale Rolle: Neben der Wärmeversorgung durch den Anschluss an das Nahwärmenetz im Neckarpark wird es Fassaden- und Dachbegrünungen sowie eine Photovoltaikanlage geben, die den Großteil des Energiebedarfs decken soll. „Überdachte Eingangsbereiche, eine große Dachterrasse sowie die begrünte Fassade sind so in das Gebäude eingebaut, dass an zentraler Stelle im Neckarpark ein markantes Gebäude entsteht“, sagte Dirk Herker von der Aldinger Architekten Planungsgesellschaft. Diese auffällige Fassade passe zum neuen Sportbad. „Die komplexe Stapelung der verschiedenen Sporthallen, die alle unterschiedliche Abmessungen und Anforderungen haben, macht das Gebäude einzigartig unter den Stuttgarter Sportbauten“, so Dirk Herker.
„Die Landeshauptstadt ist immer bestrebt, ihren Sportlerinnen und Sportlern bestmögliche Trainingsbedingungen zu bieten“, sagte Sportbürgermeister Clemens Maier. Insbesondere wolle Stuttgart ein Ort sein, an dem Talente gefördert und Höchstleistungen möglich gemacht werden. „Mit dem neuen Sportzentrum setzen wir ein klares Zeichen für die Zukunft des Spitzensports in unserer Stadt.“
Viele Hauptnutzer
Hauptnutzer der neuen Sporthallen werden das Nachwuchsleistungszentrum des TVB Stuttgart sowie der Deutsche Handballbund (DHB), der Deutsche Volleyball-Verband, der Volleyball-Landesverband Württemberg und der Württembergische Judo-Verband sein. Nach der Fertigstellung wird der Bundesstützpunkt Judo von Sindelfingen nach Stuttgart umziehen. Durch den Umzug können die Judoka die bereits bestehenden Serviceeinrichtungen des Olympiastützpunkts wie beispielsweise die physiotherapeutische und medizinische Versorgung, den modernen Kraft- und Konditionsraum oder die Angebote im Sportinternat „Haus der Athleten“ nutzen und ihre Trainingsbedingungen deutlich verbessern. Den Beachvolleyballprofis steht mit dem neuen Sportzentrum künftig eine eigene Halle für das Wintertraining zur Verfügung.