Stuttgart Kommunion und Konfirmation diesmal anders

So voll wie bei dieser Kommunion, darf die Kirche in diesem Jahr nicht sein. Foto: Ursula Vollmer

Die Feste sind für die teilnehmenden Kinder und ihre Familien sehr wichtig. Doch wie funktionieren sie in der Pandemie?

Stuttgart - Es ist zur Zeit eigentlich kaum vorstellbar: Ein Feierlichkeit inmitten der Pandemie. Dies ist jedoch im Rahmen von Konfirmationen und Kommunionen für die teilnehmenden Kinder und ihre Familien möglich. „In dieser Zeit, in der es nicht so viel Schönes gibt, fühlt sich so etwas umso besonderer an“, betont Silke Jourdan, Pastoralreferentin der katholischen Gemeinde Stuttgart-Neckar. In ihrer Kirche steht kommenden Samstag eine Kommunion an. Allerdings unter Berücksichtigung der Hygieneregeln und nur solange die Corona-Inzidenz nicht drei Tage in Folge über 200 liegt.

 

Kommunionen und Konfirmationen finden statt

Kirchenfeste wie Kommunion und Konfirmation dürfen, genauso wie Gottesdienste, abgehalten werden. Ob diese klassischerweise in der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden oder ob sie verschoben werden, legen die einzelnen Gemeinden selbst fest, wie Søren Schwesig, Stadtdekan der evangelischen Kirche, erklärt. Die Entscheidungsgrundlage liege ganz bei den Gemeinden. Dort werden die Termine für Kommunionen und Konfirmationen individuell mit den Teilnehmern und deren Eltern abgesprochen. „Manche freuen sich darüber, dass es überhaupt eine Feier gibt, wenn auch in kleinerem Kreise“, erläutert Nicole Höfle, Sprecherin des katholischen Stadtdekanats. Einigen Familien sei nicht nur die Zeremonie an sich, sondern vor allem das Beisammensein mit der Familie wichtig. Daher würden manche die Zeremonie doch lieber in den Sommer verlegen.

Die Kirchen brauchen ein Hygienekonzept

Bisher dürfen Kommunion und Konfirmation zwar noch stattfinden, es gibt jedoch genauso wie bei Gottesdiensten einige Auflagen zu beachten. In der Kirche müssen alle Anwesenden eine Maske tragen und den Abstand von 1,5 Metern einhalten. Singen darf nur kleine, abseits stehende Gruppe aus maximal acht Personen. Die zugelassene Personenzahl ist abhängig von der Größe der Kirche. Für die anstehende Kommunionen ist strikt geregelt wie viele Angehörige mit in die Kirche dürfen. Es sind laut Nicole Höfle maximal drei Personen aus einem Haushalt und eine Person aus einem weiteren Haushalt pro Kind erlaubt. „Größere Feierlichkeiten im Anschluss sind nicht möglich“, erklärt auch Stadtdekan Søren Schwesig. Die Gemeindehäuser stünden dafür in diesem Jahr nicht zur Verfügung.

Der Unterricht wird neu gestaltet

Auch der Unterricht zur Vorbereitung von Konfirmation und Kommunion war von den Einschränkungen betroffen. Er fand nicht wie üblich in der Kirche, sondern digital statt. „Alles andere wäre unvernünftig“, gibt Severin Fetzer, Pfarrer in der evangelischen Petruskirchengemeinde, zu verstehen. Im Vorbereitungsunterricht beschäftigen sich die Kinder mit zentralen Fragen des Glaubens und der Kirche. Die Inhalte blieben zwar auch in diesen Jahr gleich, doch sie mussten anders vermittelt werden.

„Konfirmandenunterricht lebt von der Gesellschaft“, so Fetzer. Dies war digital nicht so umsetzbar wie in Präsenz. Es fehle schlichtweg das Lebendige. Fetzer erklärt, dass man auf lange Sicht neue kreativere Formen des Unterrichts finden müsse. Die Pastoralreferentin Silke Jourdan hat dies in ihrer Gemeinde bereits ausprobiert. Zusätzlich zu den Videokonferenzen bot sie Lern-Stationen in der Kirche an, die die Kinder gemeinsam mit ihren Eltern besuchen konnten. Es gab außerdem eine Schnitzeljagd und das Singen wurde kurzerhand durch symbolische Bewegungen passend zur Musik ersetzt. Dadurch sei auch digital schnell eine Gemeinschaft entstanden, wie Jourdan beschreibt.

Bedeckte Freude

Sie freue sich sehr, dass man Lösungen gefunden habe, Kommunionen stattfinden zu lassen. Allerdings sei die Freude während der Zeremonie leider nicht so deutlich spürbar wie sonst, unter anderem weil das halbe Gesicht durch die Maske bedeckt ist. „Die Freude ist eher eine innerliche“, sagt sie. Dennoch seien die Kinder mit ganzem Herzen dabei. Gerade weil es in dieser Zeit nicht so viele festliche Momente gibt, seien Kommunion und Konfirmation etwas ganz Besonderes.

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