Stuttgart-Möhringen Amtsschimmel verzögert Orgel-Einbau

Von Götz Schultheiss 

Die neue Orgel in der Martinskirche in Stuttgart-Möhringen wird erst im Frühjahr 2019 erklingen. Abstimmungen mit dem Denkmalschutz haben den Zeitplan durcheinandergebracht. Vor dem Einbau wird der Innenraum saniert.

So wird die neue Orgel in der Martinskirche aussehen. Weil das Denkmalamt einbezogen werden musste, verzögert sich der Einbau bis zum Frühjahr 2019. Foto: Orgelbau Klais
So wird die neue Orgel in der Martinskirche aussehen. Weil das Denkmalamt einbezogen werden musste, verzögert sich der Einbau bis zum Frühjahr 2019. Foto: Orgelbau Klais

Möhringen - Die Orgel in der Möhringer Martinskirche wird später fertig als geplant. Das etwa 970 000 Euro teure Kirchenmusik-Instrument wird im Frühjahr 2019 statt im Spätjahr 2018 eingebaut. Die Ursache sind Verzögerungen bei der Abstimmung mit dem Denkmalamt. „Wir wussten erst nicht, dass auch bei der Orgel das Denkmalamt mitzusprechen hat“, sagt Pfarrer Ernst-Martin Lieb. Nun habe man die Auflagen erfüllt. „Das hat ein halbes Jahr lang gedauert, und die Orgelbaufirma hat uns dann gesagt, dass sie nicht mehr in der vorgesehenen Zeit fertig wird. Schließlich wolle man der Eile nicht die Klangqualität des Instruments opfern. Bei der Optik der Orgel, sagt Lieb, seien der Denkmalschutz und die Kirchengemeinde einen Kompromiss eingegangen. „Wir hätten eher ein moderneres Design bevorzugt, aber das Denkmalamt hat sich für den Entwurf ausgesprochen, der den meisten Möhringern gefallen hatte, als wir die Entwürfe beim Möhringer Herbst präsentiert haben.“ Auch in dem einen Jahr, in dem die Martinskirche vorübergehend keine Orgel mehr hat, wird es weiterhin Kirchenmusik geben. „Wir haben noch ein Orgelpositiv, den Posaunenchor und die Kantorei.“

Neue Orgel hat ein romantisches Klangideal

Schon nach Weihnachten wird die alte Orgel abgebaut. Voraussichtlich von Januar an bis März erfolgt die Innenrenovierung, bei der auch Vorbereitungen für den Einbau der neuen Orgel getroffen werden. „Wir brauchen auch neue elektrische Leitungen“, sagt Ernst-Martin Lieb. Die Renovierung des Gotteshauses, sagt der Pfarrer, werde etwa 400 000 Euro kosten: „Die Hälfte davon ist aus Rücklagen der Kirchengemeinde und aus Spenden, die andere Hälfte kommt aus der Kirchensteuer.“

Rundum begeistert von der neuen Orgel zeigt sich der Mann, der ihr die Klänge entlockt: Kantor Leonhard Völlm. Man könne, sagte er vor geraumer Zeit, eine Orgel nicht von der Stange kaufen. Das bisherige Instrument habe wie viele Nachkriegsorgeln einen spröden Klang. Die neue Orgel der Bonner Firma Klais werde ein romantisches Klangideal haben. Die Technik passt ins Gehäuse des Instruments, das von rechts nach links begehbar ist. Deshalb können Verschleißteile bequem ausgetauscht und die Pfeifen gereinigt werden.

Bürger haben für die Orgel gespendet

Viele Menschen haben für die neue Orgel gespendet. Sie konnte erst bestellt werden, nachdem zwei Drittel des Kaufpreises vorhanden waren. Dass dies so rasch ging, ist Gertrud und Anton Ehrmann zu verdanken. Die beiden Katholiken haben 200 000 Euro gespendet. Auch der Bäcker Andreas Schrade, der in der Martinskirche getauft, konfirmiert und verheiratet wurde, hat für die Orgel beigetragen. Er kreierte das Orgel-Laible, ein 750 Gramm schweres Dinkelbrot, dessen Verkaufserlös er der Stiftung Musica Sacra spendete. Viele weitere Spender und Spenden kamen hinzu. 740 000 Euro kamen so zusammen.

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