InterviewStuttgart-Möhringen/Bad Cannstatt „Das Tagebuch war ein wichtiger Impulsgeber“

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Im März 2016 hat Birte Stährmann aus Stuttgart-Möhringen ihr Buch „Der Duft nach Vanille“ veröffentlicht. Nun hat der ADAC eine Reise auf Grundlage des Romans konzipiert. Bei einer Lesung werden das Buch und die dazugehörige Reise vorgestellt. Wir haben vorab mit der Autorin gesprochen.

Italien und im Besonderen die Toskana stehen für das Dolce Vita. Foto:  
Italien und im Besonderen die Toskana stehen für das Dolce Vita. Foto:  

Möhringen - Der ADAC veranstaltet erstmals eine Lesung. Am Donnerstag, 25. Januar, stellt die Möhringer Autorin Birte Stährmann in der Geschäftsstelle am Neckartor ihren Debütroman „Der Duft nach Vanille“ vor. Das Buch entführt den Leser wortwörtlich in die Toskana. Die Reise-Experten des ADAC haben eine analoge Reiseroute mit Insider-Tipps erstellt.

Frau Stährmann, warum haben Sie angefangen zu schreiben?
Immer schon habe ich eine Ausdrucksform für das gebraucht, was mir durch den Kopf geht und mich beschäftigt. Schreiben und malen waren gleichberechtigte Mittel dazu; um mein zwanzigstes Lebensjahr herum habe ich mit dem Malen aufgehört, um mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Zunächst war es das journalistische Schreiben. Fachlich habe ich pflegerische Themen bearbeitet und in Artikelserien und Büchern veröffentlicht. Im Nachhinein betrachtet war es ein gutes Übungsfeld. Es hat mir geholfen, mein Sprachgefühl zu schärfen. Lange schon war da aber auch die Lust, selbst ausgedachte oder am „Wegesrand gefundene“ Geschichten zu erzählen. Es macht mir großen Spaß, neue Welten zu erdenken und mich mit den Protagonisten meiner Geschichten auf die Reise zu begeben.
Warum spielt Ihr erster Roman ausgerechnet in Italien?
Italien, der Inbegriff für „dolce vita“ (das „schöne Leben“), ist für mich, als aus Norddeutschland Stammende, ein faszinierendes Land. Ich weiß noch gut, wie begeistert ich war, als ich als Sechzehnjährige auf der Oberstufenfahrt, die mich nach Rom führte, eine völlig neue Welt zu entdecken meinte. Das quirlige, temperamentvolle Treiben, die mit Waren überbordenden Märkte, die Düfte des Südens, die lauen Temperaturen am Abend, die kulinarischen Genüsse, die Herzlichkeit der Italiener… Es ist ein sinnenreiches und Sehnsucht weckendes Land – ideal für die Handlung meines Romans „Der Duft nach Vanille“, in dem besonders der Geruchssinn eine wichtige Rolle spielt.
Sind Sie selbst in Italien und in den beschriebenen Städten gewesen, um für Ihren Roman zu recherchieren?
Alle Orte, die in dem Roman auftauchen, habe ich auf einer zweiwöchigen Toskana-Reise kennengelernt. Allerdings wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass ich einen Roman schreiben werde, der dort angesiedelt ist. Ich habe aber auf dieser Reise ein detailliertes Tagebuch geführt und auch fotografiert. Das Tagebuch war später im Schreibprozess neben Reiseführern und dem Internet ein wichtiger Impulsgeber.
Wie kam die Zusammenarbeit mit dem ADAC zustande?
Der Vorstand nahm den Impuls aus einer Mitgliederversammlung auf und beschloss, eine Lesung anzubieten. Für den ADAC ist das Thema Reisen ein wichtiger Bestandteil seines Mobilitätsangebots. Den ADAC hautnah erleben zu können, war die Idee, die dazu führte, eine Stuttgarter Autorin ausfindig zu machen. In meinem Roman „Der Duft nach Vanille“ erzähle ich die Geschichte des Stuttgarter Bibliothekars Frank Mühe, der sich auf der Suche nach seiner ersten großen Liebe nach Florenz und Volterra begibt. Die Reise beginnt und endet in Stuttgart, wodurch sich der regionale Bezug zum ADAC Württemberg und zu mir, die ich ebenfalls in Stuttgart lebe, ergibt. Passend zur Reise in meinem Roman hat das ADAC-Reisebüro in Stuttgart eine Tour durch Italien aufgelegt. Die Reise entführt die Leser wortwörtlich in die Toskana und lässt sie den Roman mit allen Sinnen selbst erleben – Sehnsüchte wecken und stillen, die italienische Lebensart kennenlernen und unzählige kulinarische Genüsse erforschen. Auf dem Programm stehen romantische Städte wie Florenz, Arezzo, Volterra und noch einige mehr.
Werden Sie die ADAC-Reise auch selbst antreten und Italien noch einmal auf den Spuren Ihres eigenen Protagonisten bereisen?
Ja, mein Mann und ich haben Lust bekommen, in der Toskana auf den Spuren meiner Protagonisten zu wandeln. Allerdings eher im Frühling oder Frühsommer, denn im Herbst – der Jahreszeit, in der mein Protagonist sich dort aufhält – ist die Gegend um Volterra herum durch die abgeernteten Felder eher wüstengleich und karg.
Haben Sie schon Ideen für weitere Bücher im Kopf? Wann erscheint Ihr neuer Roman und worum wird es darin gehen?
Die Idee für meinen dritten Roman ist weitgehend ausgearbeitet. Er wird nach Flensburg und in die Bretagne führen. In unserem Sommerurlaub habe ich vor Ort recherchiert und will bald mit dem Schreiben beginnen. Im Moment stecke ich allerdings noch in der Endüberarbeitung meines zweiten Romans, der voraussichtlich im Frühjahr erscheinen wird. So viel kann und mag ich verraten zur Handlung: Der Roman hat eine wahre Geschichte als Grundlage und ist eine tief erzählte Lebens- und Liebesgeschichte: Die 21-jährige Fremdsprachenkorrespondentin Elisabeth bricht aus der Enge des Deutschlands der Nachkriegszeit auf in das vom Franco-Regime durch Repressalien geprägte Barcelona. Dennoch findet Elisabeth in dieser Stadt eine bisher nie gekannte Freiheit. Fast vier Jahrzehnte sind vergangen, als sich Elisabeth, um viele Lebenserfahrungen reicher, erneut in die Stadt am Meer aufmacht.

Termin Die Lesung mit Birte Stährmann und ihrem Mann und Lektor Martin Stährmann ist am Donnerstag, 25. Januar. Beginn in der Geschäftsstelle, Am Neckartor 2, ist um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung per Mail an lesung@wtb.adac.de ist bis zum 19. Januar erforderlich. Parkmöglichkeiten gibt es in der ADAC-Tiefgarage.

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