Stuttgart-Möhringen Die neuen Radbügel werden immer wieder umgefahren

Von Felix Heck 

An der Filderbahnstraße in Stuttgart-Möhringen sollte nach der Umgestaltung eigentlich alles besser werden. Nun zeigt sich allerdings: Es gibt auch Probleme.

Im Zuge der Umgestaltung wurden die Radbügel angebracht. Foto: Götz Schultheiss
Im Zuge der Umgestaltung wurden die Radbügel angebracht. Foto: Götz Schultheiss

Möhringen - Eigentlich sollte sie nach der Umgestaltung das neue Juwel des Stadtbezirks werden: die Filderbahnstraße in Möhringen – einst ein viel befahrener Knotenpunkt des Stadtbezirks, der vergangenes Jahr zum Boulevard ausgebaut wurde und nun statt Abgasluft eine gestiegene Aufenthaltsqualität verspricht.

Regelmäßiger Sachschaden sei die Folge

Doch kaum ist der erste Teilabschnitt der Verschönerung vollzogen, zeichnet sich im Bezirksbeirat bereits Unmut über die Baumaßnahme ab. Bezirksbeirätin Christine Dietenmaier (Grüne) stört sich insbesondere an der Positionierung der Radbügel. Die seien äußerst ungeschickt angebracht und würden eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmer darstellen, moniert die Lokalpolitikerin. In der Filderbahnstraße stehen die Parkmöglichkeiten für Zweiräder senkrecht zur Fahrbahn, ein regelmäßiger Sachschaden sei die Folge: „Alle zwei Wochen, mindestens aber einmal im Monat, sehe ich einen umgefahrenen Radbügel. Die Situation stört Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer gleichermaßen.“ Einen Gegenvorschlag hat die Bezirksbeirätin schon ausgetüftelt. „Wenn die Bügel um 45 Grad gedreht werden, würde das meiner Meinung nach eine deutlichere Verbesserung bedeuten“, sagt Dietenmaier.

Bei der Stadt teilt man diese Sichtweise nicht. „Eine Schrägaufstellung der Fahrradanlehnbügel beansprucht mehr Fläche als die Senkrechtaufstellung, vermindert die Anzahl der Fahrradabstellplätze und dürfte leider auch angefahren werden“, antwortet die Verwaltung auf eine Anfrage unserer Zeitung. Dabei sind unvorsichtige Autofahrer und ramponierte Stellplätze durchaus keine Unbekannten. Immer wieder käme es in Fußgängerzonen zu Blech- und Sachschäden; neben Fahrradbügeln zählen Poller, Schilder und Leuchten zu den regelmäßigen Opfern, berichtet ein Sprecher. Die Stadt sieht darin längst ein grundsätzliches Problem, mit dem auch andere Standorte zu kämpfen haben.

Ein guter Moment für Manöverkritik

Im konkreten Fall der Filderbahnstraße sei das Möblierungskonzept aus Fahrradbügeln, Sitzwürfeln und Mülleimern eigentlich intensiv mit den Anliegern „abgestimmt, angepasst und optimiert“ gewesen. Bei diesen Planungen war der Bezirksbeirat offensichtlich außen vor, zumindest nach Dietenmaiers Auffassung: „Seitens unseres Gremiums gab es keine Beteiligung, was das Raumkonzept angeht.“ Erst im Nachhinein sah Dietenmaier den Moment für Manöverkritik gekommen. Damit scheint die radelnde Politikerin erfolgreich gewesen zu sein: Die Stadt lässt verlautbaren, dass das Problem in die weiteren Sanierungsplanungen an der Filderbahnstraße einfließen werde.

Im nächsten Schritt soll die Flaniermeile im südlichen Abschnitt von der Vaihinger Straße bis zur Hechinger Straße ausgebaut werden. Ein Zeitplan hierzu fehlt allerdings noch, genauso wie die nötige Finanzspritze. Mit Blick auf die bisher ausgebaute Fläche scheint die Stadtverwaltung ebenfalls kritikfähig. „Einzelne Positionen werden jetzt im Laufe der Instandsetzung so angepasst, dass sie hoffentlich nicht mehr angefahren werden“, heißt es aus dem zuständigen Amt.

Die Hoffnung auf weniger ramponierte Radbügel in der Filderbahnstraße lebt weiter – auch wenn zum Zeitplan der Umsetzung bislang keine Angaben gemacht wurden.

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