Stuttgart-Möhringen/Stuttgart-Fasanenhof Gemeinden: aus zwei mach eins

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Was bedeutet die Fusion der Kirchengemeinden Stuttgart-Möhringen und Stuttgart-Fasanenhof für die Pfarrer, die Haupt- und die Ehrenamtlichen?

Schulterschluss zwischen (von links) Manfred Deyhle und Jürgen Spohn von der Fasanenhofer Gemeinde sowie Ernst-Martin Lieb und Friedemann Kammerer von der Möhringer Gemeinde. Foto: Alexandra Kratz
Schulterschluss zwischen (von links) Manfred Deyhle und Jürgen Spohn von der Fasanenhofer Gemeinde sowie Ernst-Martin Lieb und Friedemann Kammerer von der Möhringer Gemeinde. Foto: Alexandra Kratz

Möhringen/Fasanenhof - Die evangelischen Gemeinden Fasanenhof und Möhringen fusionieren zum 1. Januar 2019. Pfarrer Ernst-Martin Lieb und der Kirchengemeinderatsvorsitzende Friedemann Kammerer informierten am Donnerstag auf der Gemeindeversammlung über Einzelheiten. Ausgangspunkt ist neben den schwindenden Gemeindemitgliederzahlen der Pfarrplan 2024. Derzeit summieren sich die Pfarrstellen im Stadtbezirk auf 550 Prozent. Künftig muss es eine Stelle weniger sein, und diese wird im Stadtteil Möhringen eingespart. Das heißt, die 100-Prozent-Stellen in Sonnenberg und auf dem Fasanenhof bleiben. Wenn Möhringen und Fasanenhof fusionieren, werden die Seelsorgebezirke verändert. Sonnenberg ist davon ausgenommen. Allerdings muss Sonnenberg künftig übergreifende Aufgaben im Distrikt erfüllen.

Doppelname für neue Gemeinde

Der Vorteil der Fusion ist, dass die Gemeinden künftig nur einen Haushalt haben. Das vermindert den Verwaltungsaufwand. Zudem können sich zum Beispiel Kindergartenerzieher und Hausmeister in den beiden Stadtteilen bei Urlaubs- und Krankheitsvertretungen aushelfen. Nicht zuletzt geht es um eine Entlastung der weniger werdenden Pfarrer. Diese sollen Schwerpunkte bekommen, also zum Beispiel Jugend oder Senioren. „So können wir auch künftig attraktive Pfarrstellen ausschreiben“, sagte Lieb.

Die fusionierte Kirchengemeinde wird aller Voraussicht nach den Doppelnamen Möhringen und Fasanenhof tragen. „Mit einem ausgeschriebenen Und“, wie Lieb betonte. Das sei eine Ausnahme. Der Oberkirchenrat habe aber signalisiert, dass es genehmigungsfähig sei. „Wir sind der Meinung, dass der Doppelname zum jetzigen Zeitpunkt Vorteile hat“, sagte der Pfarrer.

Zunächst werden alle bisherigen Kirchengemeinderäte in Möhringen und auf dem Fasanenhof auch dem neuen Kirchengemeinderat angehören. Erst Ende 2019 sind Neuwahlen. Dann sind noch 16 Sitze zu vergeben. Vorgesehen ist eine sogenannte unechte Teilortswahl. Das bedeutet, dass mindestens acht Kirchengemeinderäte aus Möhringen und mindestens vier aus dem Fasanenhof kommen.

Nur wenige Nachfragen

Die Pfarrämter in Möhringen und auf dem Fasanenhof bleiben. „Überhaupt ist es unser Ziel, dass die Veränderungen nur die Verwaltung betreffen. Die Gemeindemitglieder sollen im Grunde nichts merken, es sei denn, es wird besser“, sagte Kammerer.

Die anwesenden Gemeindeglieder hatten nur wenige Fragen. Was die Fusion für die Hauptamtlichen bedeuten würde, wollte eine Zuhörerin wissen. „Es ist nicht vorgesehen, die Pfarrer zu entlasten und den Hauptamtlichen noch mehr aufzubürden. Und wir werden auch niemanden im Zuge der Fusion entlassen, weil es danach Synergieeffekte gibt“, antwortete Kammerer. Einer anderen Zuhörerin ging es um die Ehrenamtlichen. Denn die meisten Engagierten seien alt. „Haben Sie sich überlegt, wie man neue Ehrenamtliche bekommt? Eine Notiz reicht da nicht“, sagte sie. Lieb und Kammerer versicherten, dass sie an diesem Thema dran seien.

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