Stuttgart-Möhringen/Stuttgart-Vaihingen Projekt „Nette Toilette“ soll im Herbst starten

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Stuttgart-Vaihingen und Stuttgart-Möhringen wurden als Pilotbezirke für das Projekt „Nette Toilette“ ausgewählt. Ab Oktober sollen Passanten in den Bezirken öffentlich zugängliche WCs in Restaurants und Geschäften finden.

Ab Herbst soll es auch in Vaihingen und Möhringen nette Toiletten geben. Foto: Archiv  Rudel
Ab Herbst soll es auch in Vaihingen und Möhringen nette Toiletten geben. Foto: Archiv Rudel

Möhringen/Vaihingen - Was muss, muss. Allerdings sind öffentliche Toiletten in der Stadt rar gesät, vor allem in den Außenbezirken. Künftig können Passanten in Möhringen und Vaihingen öffentlich zugängliche WCs einfacher finden, denn beide Bezirke sind – ebenso wie Stammheim und Untertürkheim – Pilotbezirke für die netten Toiletten.

Geplant ist, dass sich in Vaihingen und Möhringen jeweils sieben Gastronomen und Händler an dem Projekt beteiligen sollen. Ob tatsächlich so viele Teilnehmer gefunden wurden und wie sich die öffentlichen Toiletten dann in den Bezirken verteilen, darüber kann die Stadt noch keine Auskunft geben. „Momentan ist noch vieles in der Klärung“, sagt die Pressesprecherin Jana Steinbeck.

Die letzten Vorbereitungen laufen

Das Geld für die Einführung der netten Toiletten in den vier Bezirken Vaihingen, Möhringen, Stammheim und Untertürkheim steht im Doppelhaushalt zur Verfügung. Der Beginn des Projekts ist nach aktuellem Stand für Oktober 2018 geplant, teilt Jana Steinbeck mit. Es liefen noch „verwaltungsinterne Vorbereitungen für den Start des Pilotprojekts“.

In den Filderbezirken freut man sich über die netten Toiletten. „Das ist ein super Projekt“, findet die Möhringer Bezirksvorsteherin Evelyn Weis. Es sei ein niederschwelliges Angebot, auf schnelle, unkomplizierte Weise seine Notdurft zu verrichten. Denn fragen, ob man denn in einem Geschäft die Toilette benutzen darf, ist vielen Menschen unangenehm. Mit den netten Toiletten ist das nicht mehr nötig. Ein Aufkleber am Eingang beispielsweise von Restaurants zeigt auf den ersten Blick, dass die Sanitärräume öffentlich und kostenfrei nutzbar sind.

Für die Bereitstellung ihrer Sanitärräume bekommen die Geschäfte und Restaurants eine Aufwandsentschädigung von der Stadt. Damit können sie dem erhöhten Reinigungsbedarf nachkommen. Zudem können die Gaststätten über die netten Toiletten neue Kundschaft gewinnen.

Wunsch nach einer barrierefreien öffentlichen Toilette

Das Konzept gibt es bereits in mehr als 260 Städten und Gemeinden in Deutschland. Die Idee stammt aus Aalen. Auch in der Region Stuttgart läuft das Projekt gut. In Böblingen sind 21 der öffentlich zugänglichen WCs gelistet, in Esslingen sogar 33. Eine Übersicht findet sich im Internet unter www.die-nette-toilette.de. Auf den Aufklebern, die auf die stillen Örtchen hinweisen, steht zudem, ob es eine behindertengerechte Toilette oder einen Wickeltisch gibt.

Die Arbeitsgruppe Barrierefrei aus dem Vaihinger Bezirksbeirat setzt sich seit Langem für eine barrierefreie öffentliche Toilette im Stadtbezirk ein. Ob dem Wunsch mit den netten Toiletten nachgekommen werden kann, darüber kann die Stadt zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts sagen. Man werde die Bürger aber rechtzeitig vor Projektstart informieren, versichert die städtische Pressestelle.

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