Stuttgart-Möhringen/Stuttgart-Vaihingen Stau in 24 Akten

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Im Juli beginnt der Umbau der Kreuzung Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße. Damit soll der Verkehr im und um den Synergiepark besser fließen. Doch während der Bauzeit kommt es erst einmal zu längeren Staus.

Mehr als ein Jahr lang wird der Ausbau des Knotenpunkts Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße dauern. Foto: Stadt Stuttgart
Mehr als ein Jahr lang wird der Ausbau des Knotenpunkts Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße dauern. Foto: Stadt Stuttgart

Vaihingen/Möhringen - Das andauernde Verkehrsproblem auf den Fildern ist so nicht zu lösen. Das räumte Roland Petri vom Stuttgarter Tiefbauamt unumwunden ein. „Aber wir optimieren den Verkehrsfluss an diesem Knotenpunkt und schaffen so die Basis für weitere Maßnahmen.“ Am Dienstag und Mittwoch waren Petri und der Sachgebietsleiter Christopher Schmid in den Bezirksbeiräten Vaihingen und Möhringen, um den Lokalpolitikern die Pläne für den Ausbau der Kreuzung Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße vorzustellen.

Bislang fehlen die Linksabbiegespuren. Das heißt, die Autofahrer können von der Nord-Süd-Straße aus Richtung Echterdingen kommend nicht in die Breitwiesenstraße einfahren. Und von der Breitwiesenstraße ist ein Abbiegen auf die Nord-Süd-Straße in Richtung Vaihingen nicht möglich. Das soll ich nun ändern. Damit es abends wieder flüssig Richtung A 8 geht, soll die Breitwiesenstraße eine freie Abbiegespur bekommen. Dafür muss der Fußgängerüberweg verlegt werden.

Der Umbau an der Kreuzung Nord-Süd-Straße/Breitwiesenstraße wirkt sich auch auf die Kreuzung Nord-Süd-Straße/Industriestraße aus. Von Vaihingen kommend wird es künftig zwei Geradeausspuren in Richtung Autobahn und eine separate Rechtsabbiegespur ins Gewerbegebiet geben. Damit ist die Nord-Süd-Straße geradeaus über beide Knotenpunkte hinweg durchgängig jeweils zweispurig befahrbar. Von der Autobahn kommend entfällt auf der Industriestraße die Linksabbiegerspur in die Handwerkstraße. Wer in die Handwerkstraße will, muss über die Breitwiesenstraße fahren. An der Kreuzung Handwerkstraße/Breitwiesenstraße stehen künftig Ampeln.

Tiefbauamt erneuert Straßenbeläge und Gehwege

Weil im Synergiepark einmal die Straßen aufgerissen werden, will das Tiefbauamt gleich ein Komplettprogramm umsetzen. Das bedeutet, dass alle Ampeln erneuert und mit Kameras ausgestattet werden. Diese werden mit der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) in Bad Cannstatt verbunden. Künftig können die IVLZ-Mitarbeiter bei Bedarf regulierend in den Verkehr eingreifen und zum Beispiel Grün- und Rotphasen verändern, um einen Stau aufzulösen. Darüber hinaus lässt das Tiefbauamt, wo erforderlich, auch Straßenbeläge und Gehwege erneuern. Dafür mussten sieben Bäume gefällt werden, 15 werden neu gepflant.

Das Projekt ist derzeit ausgeschrieben. Im Juni will der Gemeinderat den Baubeschluss fassen. Im Juli geht es los. Die Baustellenabwicklung wird freilich das größte Problem. Tagelang arbeiteten die Mitarbeiter des Tiefbauamts an einem Plan, um die Beeinträchtigungen für die Autofahrer so gering wie möglich zu halten. Herausgekommen sind 24 Bauphasen. „Wir versuchen, immer mindestens eine Zu- und eine Abfahrt ins Gewerbegebiet und mindestens eine Spur pro Richtung auf der Nord-Süd-Straße offen zu halten“, sagte Petri. Garantieren wolle er das aber nicht. Es könne sein, dass die Nord-Süd-Straße zum Beispiel an einem Wochenende in den Ferien auch mal in eine Richtung gesperrt werden müsse. Sicher sei, dass es während der Bauzeit Beeinträchtigungen und Staus geben werde, sagte Petri. Er selbst rate seinen Freunden und Bekannten dazu, die Nord-Süd-Straße während der Bauzeit möglichst zu meiden und stattdessen auf Bus und Bahn oder das Fahrrad umzusteigen. Denn auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten werde es auf der Nord-Süd-Straße das eine oder andere Mal sicher nur langsam vorangehen.

WIV soll für Bus und Bahn und das Fahrrad werben

Die Stadtverwaltung ist auch in Kontakt mit der Wirtschafts- und Industrievereinigung (WIV). Sie müsse bei ihren Mitgliedern, also den Firmen im Synergiepark, dafür werben, dass möglichst viele Beschäftigte aufs Auto verzichten. „Das kann aber freilich nur eine Bitte sein“, sagte Petri. Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich bis zum Herbst 2019 hinziehen.

Danach soll rund um die Kreuzung erst einmal Ruhe sein. Mit den bevorstehenden Ansiedlungen im Synergiepark stehe die Stadt aber vor einer großen Herausforderung, sagte Petri und meinte damit vor allem die geplante Zentrale der Allianz an der Heßbrühlstraße und die Daimler-Bürogebäude am Wallgraben. Der Ausbau der Kreuzung könne nur die Basis für weitere Maßnahmen sein. Der Gemeinderat hat Planungsmittel für einen Ausbau der Nord-Süd-Straße zur Verfügung gestellt. Erwogen wird der vierspurige Ausbau in Richtung Autobahn und der dreispurige Ausbau in Richtung Vaihingen.

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