Stuttgart-Mühlhausen Vorfahrt für Frösche und Kröten

Von red 

Aufgrund der milden Witterung hat die Wanderung der Amphibien bereits begonnen. Um die Tiere zu schützen, bleibt die Bachhalde in den Nachtstunden für die nächsten vier Wochen gesperrt.

In Bereichen, in denen mehrere Tausend Tiere zu  erwarten sind, werden Schutzmaßnahmen getroffen. Foto: dpa
In Bereichen, in denen mehrere Tausend Tiere zu erwarten sind, werden Schutzmaßnahmen getroffen. Foto: dpa

Mühlhausen - Wenn im Frühling die Nächte mild und regnerisch werden, wandern Frösche, Kröten, Molche und andere Amphibien wieder zu Tausenden zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren. Viele von ihnen erreichen ihr Ziel leider nicht und enden überfahren auf unseren Straßen. Je mehr Fahrzeuge die Straße befahren, desto geringer ist die Chance der Lurche, diese lebend zu überqueren.

Wie der Naturschutzbund (Nabu) Stuttgart mitteilt, ist aufgrund der Witterung ab heute mit dem Beginn der Amphibienwanderung zu rechnen. Die Bachhalde/Blankensteinstraße in Mühlhausen/Zazenhausen wird daher ab sofort für die Dauer von vier Wochen abends ab 19 Uhr (Winterzeit) beziehungsweise 20 Uhr (Sommerzeit) bis 5 Uhr des darauffolgenden Tags gesperrt. Das hat auch Auswirkungen auf den Busverkehr: In diesem Zeitraum wendet die Linie 53 an der Haltestelle Zazenhausen Steigle. Die Haltestellen Bachhalde, Schloss und Mühlhausen werden nicht bedient.

Schutzmaßnahmen ergriffen

Bei den wandernden Amphibien handelt es sich vor allem um „Traditionslaicher“, zu denen Erdkröten, Grasfrösche, Bergmolche oder Feuersalamander gehören. Sie brechen in jedem Frühjahr meist zu den Gewässern auf, in denen sie auf die Welt kamen, um dort selbst für Nachwuchs zu sorgen. Diese teilweise „explosionsartigen“ Wanderungen werden bei einer Temperaturschwelle von vier bis fünf Grad Celsius ausgelöst und durch Regen zusätzlich verstärkt. In Bereichen, in denen mehrere tausend Tiere erwartet werden, werden Schutzmaßnahmen getroffen, die nicht nur dem Artenschutz, sondern auch der Verkehrssicherheit dienen. Das betrifft in Stuttgart vor allem die Waldflächen um den Rot- und Schwarzwildpark, den Frauenkopf sowie das Naturschutzgebiet Unteres Feuerbachtal. Weitere Wege und Verbindungsstraßen, die von Fröschen und Kröten überquert werden, befinden sich unter anderem am Oeffinger Scillawald, an der Zufahrt zum Sportplatz Uhlbach und der Weg zum Aktivpark Bergheide am Robert-Bosch-Krankenhaus im Burgholzhof sowie im Bereich der Gustav-Barth-Straße in Heumaden.

Autofahrer sollen Rücksicht nehmen

Neben den temporären Straßensperrungen werden weitere Schutzmaßnahmen ergriffen: So errichtet das Garten-, Friedhofs- und Forstamt spezielle Schutzzäune. Diese hindern die wandernden Amphibien am Überqueren der Straße und die Tiere fallen in die am Zaun eingegrabenen Eimer. Die Helfer des Naturschutzbunds t kontrollieren täglich die Wanderstrecken und tragen die Tiere morgens über die Straße. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit werden noch Helfer gesucht.

Generell wird vor allem an motorisierte Verkehrsteilnehmer appelliert, bis Mai auf wandernde Amphibien zu achten. Gerade in den betroffenen Straßenabschnitten ist es wichtig – vor allem bei Regen – langsam zu fahren, auch mit Rücksicht auf die ehrenamtlichen Helfer, die die Straße ebenfalls überqueren müssen. Im Einzelfall empfiehlt es sich, auch einmal für einige Tage von der üblichen Route abzuweichen.

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