Stromausfall in den Abendstunden: Manche greifen dann auf Kerzen zurück. (Symbolbild) Foto: Creative Cat Studio - stock.adob
Unverständnis bei Menschen in Feuerbach: Innerhalb weniger Tage ist der Stuttgarter Stadtbezirk von drei Stromausfällen betroffen. Laut Netzbetreiber ein „äußerst seltenes“ Ereignis.
Immer wieder Stromausfall, immer wieder trifft es Feuerbach: Die Betroffenen in dem Stuttgarter Stadtbezirk sind langsam mit ihrer Geduld am Ende. „Für Anwohner und Betriebe ist diese Häufung von Ausfällen nicht mehr hinnehmbar“, schreibt ein Leser unserer Zeitung und meint: „In einem hochentwickelten Land wie Deutschland und in einer Großstadt wie Stuttgart darf die Stromversorgung nicht derart instabil sein.“
Komplette Straßenzüge rund um die Hohewartstraße seien zum Beispiel am vergangenen Freitag ohne Strom gewesen, berichtet eine weitere Leserin: „Die Störungshotline hat nur ein Problem gemeldet. Weitere Informationen waren nicht zu erhalten.“
Zwei Kabelfehler verursachen zwei Stromausfälle in Teilen von Feuerbach
Nachgefragt beim zuständigen Netzbetreiber Stuttgart Netze: „Wir verstehen gut, dass die Menschen nach den jüngsten Mittelspannungsstörungen in ihrem Stadtteil verärgert und irritiert sind“, heißt es von einem Sprecher. Man bedaure die Stromausfälle, weil man wisse, dass die Störungen „immer mit unangenehmen Auswirkungen und Komfortverlust für Betroffene“ verbunden sind. Dass es in Stuttgart-Feuerbach zu drei Stromausfällen zwischen dem 5. und 13. Februar gekommen ist, sei „sehr ungewöhnlich“.
Der jüngste dieser Stromausfälle ereignete sich am vergangenen Freitag im Gebiet Hohe Warte – ab 20.35 Uhr war der Strom im betroffenen Teil für 51 Minuten weg. Ursache war ein Kabelfehler, teilt der Netzbetreiber mit. Die Störung wenige Tage zuvor am Sonntag, 8. Februar, war begrenzt auf den Bereich Burghaldenweg. Hier fiel die Versorgung um 19:29 Uhr aus und war 33 Minuten später wieder hergestellt. Die Ursache? Ebenfalls ein Kabelfehler.
Netzbetreiber: „Solche Anzahl innerhalb weniger Tage äußerst selten“
„Mittelspannungskabel sind dick isoliert. Die Isolation ist im Boden sowohl mechanischen als auch thermischen Einflüssen ausgesetzt“, erklärt ein Sprecher: „So beanspruchen zum Beispiel Bodenbewegungen durch Tiefbauarbeiten in der Umgebung von Leitungen oder Frostperioden die Isolierung im Laufe der Jahre unterschiedlich.“ Es waren also verschiedene Gebiete in Feuerbach betroffen: „Es gab keine Überschneidung der Betroffenen, auch keinen sachlichen Zusammenhang, da die beiden Ausfälle in unterschiedlichen, jeweils kleineren Mittelspannungsringen aufgetreten sind“, heißt es von Stuttgart Netze.
Trotz der jüngsten Stromausfälle sei die Versorgungssicherheit in Stuttgart hoch, erklärt der Netzbetreiber. (Symbolbild) Foto: imago/Bihlmayerfotografie
Im Gegensatz zum siebenminütigen Stromausfall in ganz Feuerbach am Donnerstag, 5. Februar, den ein Mitarbeiter durch einen Schaltfehler bei Umbauarbeiten eines Umspannwerks in Feuerbach verursachte. „Eine solche Anzahl von Mittelspannungsstörungen innerhalb weniger Tage in einem Stadtteil ist äußerst selten. Aus den drei Ereignissen lässt sich statistisch aber keine Häufung ableiten“, sagt Marcel Gürtler, Teamleiter Betriebsservice Strom Mitte/Nord bei Stuttgart Netze.
Stuttgarter Stromnetz 5600 Kilometer lang – etwa eine Strecke bis nach Katar
Vor jenen drei Stromausfällen war es mehrere Monate ruhig in dem Stadtbezirk: „Die letzte Mittelspannungsstörung in Feuerbach war im September 2025 und betraf wiederum ganz andere Straßenzüge. Insgesamt ist die Versorgungssicherheit in Stuttgart hoch und wird es auch bleiben“, erklärt der Teamleiter. Der Netzbetreiber investiert nach eigenen Angaben jährlich einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in Wartung, Modernisierung und Ausbau des Stromnetzes. Allein 2026 fließen mehr als 70 Millionen Euro in diese Infrastruktur.
Rund 5.600 Kilometer misst das Stuttgarter Stromnetz – etwa so weit wie von der Landeshauptstadt bis nach Katar. „In einem Netz dieser Größe lassen sich einzelne, kurze Unterbrechungen trotz aller Vorsorge und Sorgfalt im Betrieb nicht ausschließen“, macht der Netzbetreiber klar. Entscheidend sei, die Störungen schnell zu lokalisieren, zügig zu beheben und systematisch auszuwerten. „Das ist in allen drei Fällen geschehen“, erklärt der Sprecher. Die Monteure seien rund um die Uhr einsatzbereit und wenige Minuten nach einem Stromausfall vor Ort, um die Versorgung wieder herzustellen.