Stuttgart-Neugereut Ansturm auf das RepairCafé

Von Iris Frey 

Das RepairCafé in Neugereut entwickelt sich zu einem gefragten Angebot im Stadtteil- und Familienzentrum. Zum zweiten Treffen kamen knapp 70 Besucher. Sie brachten zahlreiche kaputte Haushaltsgegenstände mit.

Die Nähmaschine war beim RepairCafé  im Dauereinsatz. Foto: Pauzar (z)
Die Nähmaschine war beim RepairCafé im Dauereinsatz. Foto: Pauzar (z)

Neugereut - Das RepairCafé im Stadtteil- und Familienzentrum erfreut sich großer Beliebtheit, wie Rainer Schmidt vom Team berichtet. So sind in der vergangenen Woche fast 70 Besucher gekommen. Ein Ehepaar aus dem Sommerrain habe nach der Lektüre in der Zeitung interessehalber hereingeschaut und sei erstaunt über die Vielfalt der von den Besuchern gebrachten defekten Teile gewesen, berichtet er. „Das müssen wir unseren Bekannten erzählen. Toll, dass es so etwas gibt“, meinten sie. So ganz nebenbei wurde ihnen ein Kontakt zur Fahrrad-Werkstatt im Bürgerhaus vermittelt. Kommenden Mittwochabend werden sie ihr Tandem vorbei bringen, an dem eine Kleinigkeit repariert werden soll.

Beim zweiten RepairCafé wurden insgesamt 34 Teile mit einem Defekt mitgebracht. Die „Schrauber“ und Fachfrauen für Textil hatten alle Hände voll zu tun. Neben einem 20 Jahre alten Vorwerk-Staubsauger, dessen Stecker defekt war, kamen weitere altertümliche Geräte zum Vorschein: ein Tonband-Gerät und eine Stereo-Anlage aus den 1960er-Jahren, die zur großen Freude der Besitzer und „Schrauber“ wieder in Gang gebracht werden konnten. „Auch Kleinstgeräte wie ein Wecker kamen unter anderem zum Vorschein und ein historischer Knopf, durch den eine Schärpe gezogen wird“, sagt Schmidt. Dieser konnte durch Löten wieder mit dem Gegenstück verbunden werden. Die Tochter sagte: „Das wird für meinen Vater eine echte Überraschung.“

Bei aller Freude über das Erhalten alter Stücke gab es jedoch auch Enttäuschung bei zehn Besuchern nach der Feststellung: „Nicht mehr reparabel“. Auch wurde genäht und mit der Nahmaschine ausgebessert. „Zum Textil-Team gesellte sich ein sympathischer junger gelernter Schneider aus Togo, der gleich zur Nadel griff und an einem Jackett ein Mottenloch stopfte“, erklärt Schmidt. Der Schneider will auch beim nächsten RepairCafé am 21. März wieder dabei sein. Das RepairCafé findet jeden dritten Donnerstag im Monat von 15 bis 17 Uhr im Stadtteil- und Familienzentrum, Flamingoweg 24, statt.

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