Stuttgart-Ost Der Kulturpark Berg wächst

Von Peter Buchholtz 

Merz-Akademie, Haus des Dokumentarfilms und Startup Campus Stuttgart unter einem Dach: Mit der Eröffnung des neuen Hauses Teckstraße 62 festigt der Osten seinen Platz in der Stuttgarter Kulturlandschaft.

Zukunftsmusik: beim Hausrundgang wird ein   3D-Drucker begutachtet. Foto: Lichtgut/Kovalenko
Zukunftsmusik: beim Hausrundgang wird ein 3D-Drucker begutachtet. Foto: Lichtgut/Kovalenko

Stuttgart - In der Nachbarschaft der Villa Berg wächst der Kulturpark Berg mit der Eröffnung des Hauses Teckstraße 62 abermals an. Gemeinsam feierte die Kultur-, Film- und Gründerszene den Einzug in das Haus, das bis 2011 vom SWR genutzt worden war. Unter einem Dach sind Studierende der Merz-Akademie, des Hauses des Dokumentarfilms mit der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg und der Startup Campus Stuttgart untergebracht.

Markus Merz bezeichnete den Kulturpark Berg als Anker für den „Medienosten“. Vertreten waren bei der Eröffnung Prominente aus der Politik und der Medienwelt. Neben den Verantwortlichen der Mieter waren Finanzbürgermeister Michael Föll, Staatssekretär Jürgen Walter, und SWR-Intendant Peter Boudgoust als Gastredner bei der Eröffnung des Gebäudes anwesend.

Ähnlich wie die Gebäude der Filmakademie in Ludwigsburg war der Kulturpark Berg lange als militärisches Areal genutzt worden. „Der Kulturpark Berg war ein vergessener Park mit einem verlassenen Garnisons-Lazarett“, sagte Markus Merz. Erst in den 80er Jahren wurde das Lazarett zu einem Areal für Medien, Kunst und Kreativität umgestaltet. Als erster Mieter zog damals der Süddeutsche Rundfunk (SDR) in den Park ein. Bis zur Fertigstellung des Neubaus an der Metzstraße war auch der SWR im Kulturpark vertreten.

Potenzial für gemeinsame Projekte

Dass in diesen Tagen auch nebenan in der Villa Berg die „gut zehnjährige Odyssee“ als beendet gilt, bezeichnete Michael Föll als „gutes Timing“. Wie die öffentliche Nutzung der Villa Berg aussehen werde, sei allerdings noch nicht festgelegt. Das von Markus Merz entwickelte Konzept für die Nutzung des Gebäudes Teckstraße 62 sehe er als einmalig, darum seien die rund zwei Millionen Euro, die die Stadt in das Gebäude gesteckt hat, eine sinnvolle Investition.

Das Haus des Dokumentarfilms ist im Erdgeschoss, die Landesfilmsammlung im ersten Geschoss des Hauses Teckstraße 62 untergebracht. Beide Archive verfügen jeweils über mehr als 8000 Filme. „Filmschaffende sollen durch die Archive inspiriert werden“, sagt die Geschäftsführerin Irene Klünder. Winfried Richter, Geschäftsführer des Startup Campus Stuttgart, hob den positiven Effekt für die Gründerszene in Stuttgart hervor. „Die Grenzen zwischen den Disziplinen verschwimmen hier.“ Für ihn sei der Kulturpark Berg ein identitätsstiftender Ort, eine Keimzelle.

Staatssekretär Jürgen Walter würde auch die Nutzung der Villa Berg als Film- und Medienhaus begrüßen. Die Neubesetzung des Hauses 62 im Kulturpark biete seiner Ansicht nach viel Potenzial für gemeinsame Projekte. Insbesondere das Haus des Dokumentarfilms mit der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg profitiere von der neuen Technik und der guten Netzanbindung in der Teckstraße.

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