Stuttgart plant weitere Fusionen Erneut intervenieren Grundschul-Eltern

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In Weilimdorf soll die Engelberg- in der Rappachschule aufgehen. Das ist der vierte Standort, an dem die Stadt Grundschulen zusammenlegen will, um die Raumknappheit der weiterführenden Schulen zu lindern.

Die Engelbergschule soll in der Rappachschule (Foto) in Giebel aufgehen. Foto: Leonie Hemminger
Die Engelbergschule soll in der Rappachschule (Foto) in Giebel aufgehen. Foto: Leonie Hemminger

Stuttgart - Die Verschiebung der Schülerströme wird die Gemeinderatsfraktionen nun doch erst am 8. Juni erneut beschäftigen. Es geht um weitere Grundschulfusionen: Nach Degerloch und Mühlhausen kommen nun der Süden und Weilimdorf dran. Und es gibt weiteren Widerstand gegen die Pläne der Stadtverwaltung. Vergangene Woche haben Elternvertreter der Heusteigschule Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU) eine Liste mit 1000 Unterschriften übergeben, verbunden mit zum Teil neuen Forderungen.

Eltern übergeben Online-Petition an Bürgermeisterin

Wie berichtet, steht eine Entscheidung über die Zusammenlegung der Heusteig- und der Römerschule zu einer Grundschule Süd an. Nach dem Vorschlag der Stadt soll diese als Ganztagsschule in Wahlform am Standort der Römerschule eingerichtet werden. Der Plan hatte bereits im Vorfeld Unruhe ausgelöst – insbesondere bei der Elternschaft der Heusteigschule. Diese hatte zunächst einen Erhalt des gebundenen Ganztags auch in der Grundschule Süd gefordert und dafür eine Online-Petition eingerichtet und 962 Stimmen gesammelt.

Beim Übergabetermin bei Eisenmann nannte der Elternbeiratsvorsitzende der Heusteigschule, Stephan Ferdinand, vier Kernpunkte, die aus Sicht der Eltern erfüllt werden sollen. Die wichtigste: die künftige Grundschule Süd solle nicht am Standort der Römerschule, sondern der Heusteigschule gebildet werden. Es sei nicht einzusehen, „weshalb eine Grundschule an der dreckigsten Straße der Stadt etabliert werden soll“, so Ferdinand und verlangte ein Wegrücken von der B 14. Und: „Wir fordern, dass man Messungen macht.“ Außerdem zweifeln die Eltern die Berechnungen der Stadt zu den Schülerzahlen an der künftigen Grundschule Süd an und halten die Römerschule für zu klein. Anders als die Stadt es nun formuliere, hätten beide Schulkonferenzen dafür votiert, einen Ganztagsschule mit Start in Wahlform zu machen – mit Betonung auf Start.

Die Kritik der Heusteig-Eltern, dass zudem der Beteiligungsprozess zu kurz komme, wenn nach der Beratung der Bezirksbeiräte Mitte und Süd am 9. und 10. Mai bereits am 11. Mai der Verwaltungsausschuss entscheide, wie zunächst vorgesehen, hat sich inzwischen erledigt. Nachdem die knappe Abfolge bereits bei der letzten Entscheidung zur Grundschulfusion in Degerloch auf Kritik gestoßen war, hat die Verwaltung reagiert – und die Entscheidung über die Grundschule Süd auf den 8. Juni verschoben. Die Fusion soll im Schuljahr 2017/18 erfolgen. Im nächsten Schuljahr nehmen aber noch beide Grundschulen Erstklässler auf: die Heusteigschule als reine Ganztagsschule, die Römerschule erstmals als Ganztagsschule in Wahlform.

Verschiebung würde Engpässe beseitigen

Die Stadtverwaltung schlägt zudem vor, die Engelberg- und die Rappachschule in Weilimdorf am Standort Rappachschule zu einer stabil dreizügigen Grundschule zusammenzulegen. Vom Schuljahr 2017/18 an sollen demnach die Erstklässler nur noch an der Rappachschule eingeschult werden, die als Werkrealschulstandort ausläuft. Diese Verschiebung würde die Engpässe der Realschule Weilimdorf, die seit diesem Schuljahr als Gemeinschaftsschule arbeitet, beseitigen. An der Rappachschule, die jetzt als Ganztagsschule arbeitet, könnte dann nach der Zusammenführung die Schulkonferenz entscheiden, ob sie verpflichtend in Wahlform weitergeführt wird. So oder so ist eine Mensa vorgesehen.

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