Stuttgart-Plieningen Haufenweise Hundehaufen

Von Ralf Recklies 

Es ist ein tägliches Ärgernis: Die Spazierwege sind gesäumt von Hundekot. Eine Bürgerin aus Stuttgart-Plieningen kann deshalb mittlerweile sogar Hundehasser verstehen.

Wenn Hundebesitzer öfter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen würden, wären Forderungen wie die nach einer DNA-Datenbank für Hunde vermutlich  hinfällig. Foto: dpa
Wenn Hundebesitzer öfter die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner beseitigen würden, wären Forderungen wie die nach einer DNA-Datenbank für Hunde vermutlich hinfällig. Foto: dpa

Plieningen - Magdalene Straile ist täglich mit ihrem Hund unterwegs. Und was sie dann sieht, versetzt sie in Rage. Ihr Weg führt sie durch die Maurenstraße und den parallel zur Körsch verlaufenden Dietrich-von-Plieningen-Weg. Was Straile, die auch stellvertretende Bezirksbeirätin der CDU in Plieningen ist, dabei immer häufiger auffällt: An der Wegstrecke liegen viele, teils große Hundehaufen auf den Grünstreife – vor allem entlang der bebauten Grundstücke.

„Ein Hund würde seine Haufen niemals so hinterlassen“

An einer Stelle hat die Plieningerin vor Kurzem sogar extrem viel Hundekot entdeckt und war deshalb regelrecht außer sich, wie sie sagt. Sie mutmaßt, dass der Halter seinen Hund dort „regelrecht hingedrängt hat, um sein Geschäft zu machen“ – und dies offensichtlich mehrfach. „Denn ein Hund würde seine Haufen niemals so hinterlassen“, sagt die Hundekennerin.

Magdalene Straile ist mit ihrem Brass nicht allein. Eine Mutter, deren Kinder sich gerne auf dem Spielplatz am Dietrich-von-Plieningen-Weg vergnügen, kennt das Problem nur zu gut: „Alle paar Meter liegen hier Hundehaufen, das ist eine echte Sauerei“, sagt die junge Frau, die namentlich nicht in der Zeitung genannt werden möchte. Auch ihre Kinder hätten schon „Hundekacke an der Sohle“ gehabt. „Und das ist wahrlich kein Vergnügen.“ Von der Hygiene ganz abgesehen. Der Ton ihrer Stimme verrät: Sie ist mehr als stinkig.

Verständnis für Hundehasser

Genauso geht es Magdalene Straile. Sie könne inzwischen „sogar Hundehasser verstehen“, die mit aus ihrer Sicht etwas kuriosen Forderungen kommen, um den Vierbeinern und deren Besitzern das Leben schwer zu machen. „Denn es ist wirklich nicht nachzuvollziehen, warum die Besitzer von Hunden die Haufen nicht beseitigen“, sagt sie. Zumal es doch inzwischen vielerorts Spender mit Hundekotbeuteln gebe. So ist auch an der Brücke, die vom Dietrich-von-Plieningen-Weg zu den Hohenheimer Gärten führt, ein solcher zu finden. Doch die verwunderliche Beobachtung der Plieningerin ist: „In der Nähe solcher Spender liegen oft die größten Haufen.“

Straile hat sogar Verständnis für die seit Jahren immer wieder im Bürgerhaushalt auftauchende Forderung, in Stuttgart eine DNA-Datenbank für Hunde einzurichten. Wenngleich sie selbst diese nicht als sinnvoll erachtet. Die Kosten für die Ermittlung von Hundebesitzern, deren Hunde irgendwo einen Haufen hinterlassen haben, stünden schließlich in keinem Verhältnis zu den Bußgeldern, die die Stadt gegen die Halter verhängen könnte, wenn sie denn als Verursacher der Verunreinigung ermittelt würden.

Schon in den Jahren 2013, 2015 und 2017 war in den Stuttgarter Bürgerhaushalten jeweils die Forderung aufgetaucht, die Landeshauptstadt solle eine DNA-Datenbank für Hunde einrichten, um im Falle eines Falles die Hundebesitzer ausfindig machen zu können. Im aktuellen Bürgerhaushalt, für den derzeit Vorschläge gemacht werden können, wird die „Registrierung der DNA aller Hunde, um Verschmutzungen zuordnen zu können“ ebenfalls wieder gefordert.

Es sind nur Einzelne

Die Diskussion der Bürger über den Vorschlag fällt in diesem Jahr deutlich geringer aus als in den Vorjahren. Vor allem wegen der damit verbundenen Kosten sind die Reaktionen weitgehend negativ. Ein Bürger gewinnt der Idee, dass städtische Ordnungshüter Hundehaltern nachschnüffeln, aber etwas Positives ab. „Wenn das Ordnungsamt Hundekotproben nehmen soll, haben die keine Zeit mehr für Strafzettel“, lautet sein Kommentar zum Vorschlag.

Magdalene Straile indes baut darauf, schon allein mit Appellen an die anderen Hundebesitzer einiges zu erreichen. Wenn diese mehr Rücksicht nehmen würden, könnte das Problem schnell beseitigt werden, glaubt sie. Zumal es nur Einzelne seien, die ein Fehlverhalten an den Tag legten. Und so geht sie mit gutem Beispiel voran: „Ich habe in jeder Tasche einen Hundekotbeutel dabei.“

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