Der Vaihinger Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast kandidiert für das Bürgermeisteramt in Rottweil. Dies sei aber keine Entscheidung gegen Vaihingen, betont er.

Von den Fildern an den Neckar, zwischen der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald, zieht es den Vaihinger Bezirksvorsteher Kai Jehle-Mungenast bald möglicherweise nicht mehr nur zu Verwandtschaftsbesuchen, sondern auch beruflich. Er hat für die OB-Wahl in Rottweil am 25. September seinen Hut in den Ring geworfen. Gegen seine Mitbewerber, den Lokalmatador Bürgermeister Christian Ruf (CDU) von der Rottweiler Verwaltung, Joachim Bloch (AfD) und Simon Busch, Geschäftsführer der Bundesakademie in Trossingen, tritt er um die Nachfolge des Amtsinhabers Ralf Broß (parteilos) an, der vorzeitig aus seinem Amt ausscheidet, weil er Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg wird.

Er fühle sich in Vaihingen sehr wohl

Jehle-Mungenast, der CDU-Mitglied ist, legt Wert darauf, als unabhängiger Kandidat wahrgenommen zu werden, weil er, wie er sagt, die Interessen möglichst aller Rottweiler wahrnehmen wolle. „Meine Kandidatur ist keine Entscheidung gegen Vaihingen. Ich fühle mich in dem Stadtbezirk sehr wohl und seinen Menschen verbunden. Und wenn ich bei der Wahl unterliege, führe ich in Vaihingen meine Arbeit mit derselben Lust und demselben Engagement weiter wie vorher“, sagt er.

Rottweil gilt als älteste Stadt Baden-Württembergs. Schon die Römer siedelten dort, und Jehle-Mungenast reizt die dortige Mischung aus Tradition und Innovation. Ein wichtiges Element sei die von den mittelalterlichen Zünften geprägte Fasnet, und man finde in der Stadtbevölkerung eine außerordentliche Bereitschaft, sich in Vereinen und Initiativen einzubringen. „Das zeigt die große Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt“, sagt der 38-Jährige. In diesem Zusammenhang findet er es faszinierend, dass sich Bürger, Unternehmen und Vereine zu einer Visionengruppe zusammengeschlossen hätten, um Vorschläge zur Gestaltung ihres Gemeinwesens auszuarbeiten: „Das ist ein Riesenpotenzial mit Chancen zur Umsetzung.“

Das will der Kandidat in Rottweil erreichen

Die Grundhaltung der Rottweiler, sich für ihr Gemeinwesen zu engagieren, komme der seinigen sehr nahe. „Außerdem fühlt sich meine Familie in Rottweil wohl“, sagt der Vater eines zweijährigen Sohnes. Im Gespräch mit den Menschen an Ort und Stelle, sagt er, wolle er ein Wahlprogramm ausarbeiten, „das hohe Lebensqualität vor allem für Familien und ältere Menschen“ mit sich bringe. Die Landesgartenschau 2028 sieht Jehle-Mungenast als große Chance für die Verwaltung, Rottweil als Standort für Tourismus und Wirtschaft zu stärken. Außerdem gehe es ihm unter anderem um Betreuungsplätze, Bildung und Schule.

Kai Jehle-Mungenast hat in Rottweil ein Zimmer gemietet und führt seinen Wahlkampf weitgehend während der Ferien, in denen es auch in Vaihingen keine Sitzungen des Bezirksbeirats gibt. Seinen Stadtbezirk weiß er während seiner Abwesenheit in sicheren Händen. „Mit Colyn Heinze habe ich einen hervorragenden, tatkräftigen und kenntnisreichen Stellvertreter mit einer zuverlässigen Mannschaft im Bezirksrathaus.“