Stuttgart S-Bahn statt Nachtbus

S-Bahnen in Zukunft auch nachts im Einsatz Foto: Achim Zweygarth
S-Bahnen in Zukunft auch nachts im Einsatz Foto: Achim Zweygarth

Ab Dezember fahren

Böblingen: Kata Kottra
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Stuttgart - Am Wochenende herrscht am nächtlichen Schlossplatz in Stuttgart oft Gedrängel. Denn hier fahren freitags und samstags nicht nur die Nachtbusse in die Stuttgarter Bezirke ab, sondern auch die Linien in die umliegenden Landkreise. Wer beispielsweise kurz vor drei Uhr früh in die Nachtbuslinie N 70 steigt, kann bis nach Böblingen, Ehningen, Herrenberg, Bondorf oder Sindelfingen mitfahren.

Dreimal pro Nacht sind die Busse bislang unterwegs – aber ihre Kapazitäten sind erschöpft. Deshalb hat der Verband Region Stuttgart als Träger des Angebotes beschlossen, ab Dezember anstatt der Nachtbusse S-Bahnen einzusetzen. „Viele Fahrgäste hatten sich über die überfüllten Busse beschwert“, sagt eine Sprecherin des Verbandes. „Mit der Umstellung auf S-Bahnen verdreifachen sich die Kapazitäten.“ Um Punkt 2 Uhr, 3 Uhr und 4 Uhr sollen die Züge vom Stuttgarter Hauptbahnhof künftig Richtung Herrenberg abfahren.

Kleinere Orte ohne S-Bahn-Anschluss

Doch für Nachtschwärmer aus dem Landkreis Böblingen, die nicht in der Nähe der S-Bahn-Linie 1 wohnen, könnte die Umstellung eine Verschlechterung bedeuten. Bislang fährt die Nachtbuslinie 70 nämlich zahlreiche Haltestellen in Böblingen und Sindelfingen an. Der Nachtbus bringt auch Partyheimkehrer nach Hause, die in kleineren Orten ohne S-Bahn-Anschluss wohnen, beispielsweise nach Bondorf oder die Gäufeldener Ortsteile Nebringen und Öschelbronn.

Um alle diese Fahrgäste auch nach der Umstellung möglichst nah am Zuhause abzusetzen, müsste der Landkreis auf eigene Kosten zusätzliche Nachtbusse einführen. Von dieser Idee ist die Böblinger Kreisverwaltung wenig angetan. In einem Brief an den Verband Region Stuttgart haben die Verantwortlichen bereits vor der Entscheidung im Dezember die Gründe für ihre Ablehnung dargelegt.

Der Verkehrsdezernent Andreas Wiedmann argumentiert nicht nur mit den Kosten; durch die Umstellung würde sich auch die Lücke zwischen der letzten regulären S-Bahn von Stuttgart nach Herrenberg um 1 Uhr und der nächsten Heimfahrtmöglichkeit vergrößern, so Wiedmann.




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