Stuttgart-Sillenbuch Was es mit den Baumstümpfen auf sich hat

Von carhttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.stuttgart-sillenbuch-hier-haben-es-baeume-nicht-leicht.58af7a18-415e-4894-a8d5-e192efc54139.htmlhttps://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.neue-baeume-fuer-s-west-stadteinfahrt-von-laubbaeumen-gesaeumt.2cd466cf-cb86-4e57-a33b-56f4ed80d014.html 

An der Ortsdurchfahrt in Stuttgart-Sillenbuch wachsen Bäume schlecht. Um die Fußgänger und Autofahrer nicht in Gefahr zu bringen, wurde nun die Säge angesetzt. Doch die Stadt Stuttgart plant, dort trotzdem neue Bäume zu pflanzen.

Das Gartenamt hat gut ein Dutzend Bäume an der Kirchheimer Straße direkt unterhalb der Krone abgesäbelt. Foto: Caroline Holowiecki
Das Gartenamt hat gut ein Dutzend Bäume an der Kirchheimer Straße direkt unterhalb der Krone abgesäbelt. Foto: Caroline Holowiecki

Sillenbuch - Die Kirchheimer Straße ist der Dreh- und Angelpunkt in Sillenbuch. Hier sind die meisten Geschäfte und Restaurants angesiedelt, hier sitzen die Stadtbahn-Stationen, und die vielen prächtigen Robinien, die die Straße säumen, sind im Sommer auch ein Hingucker. Neuerdings kommt die Allee allerdings ziemlich gerupft daher. Das städtische Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat jede Menge Bäume abgesäbelt – direkt unterhalb der Krone. Zurückgeblieben sind wenig sehenswerte hohe Stümpfe.

„Die Bäume an der Kirchheimer Straße wurden gefällt, weil sie krank und nicht mehr standsicher waren“, erklärt Martin Thronberens, ein Sprecher der Stadtverwaltung. Tatsächlich ist die Kirchheimer Straße für alles, was grünen und blühen will, ein Extremstandort.

Bei einer der jährlichen Baumkontrollen, bei denen der Zustand der städtischen Bäume beäugt wird, erklärte Ruben Tengler, der Betriebsleiter Baumpflege, im vergangenen Frühjahr gegenüber unserer Zeitung, dass Bäume es an der Kirchheimer Straße besonders schwer hätten. Die ständigen Vibrationen verdichteten den Boden, Hunde-Urin, Streusalz und die großflächige Bodenversiegelung setzten den Pflanzen zu. Von „schwierigen Bedingungen“ sprach auch Stefanie Thombansen, die Dienststellenleiterin Baumverwaltung und -pflege. Durch den U-Bahn-Schacht hätten die Wurzeln mit zu wenig Erdreich und Staunässe durch Lehmschichten zu kämpfen. „Wir haben eine hohe Ausfallquote.“

Was passiert mit den Stümpfen?

Die ist in diesem Jahr offenbar extrem hoch. Hatte es im vergangenen Frühjahr noch geheißen, dass lediglich zwei Robinien weichen müssten und einige andere unter Beobachtung stünden, hat es nun doch gut ein Dutzend erwischt. Alle paar Meter steht nun ein toter Baumrest an der Ortsdurchfahrt. Ziemlich seltsam sieht das Ganze aus. Ist das Kunst, oder kann das weg? Es kann weg – und es kommt auch weg, bestätigt Martin Thronberens. Die Stümpfe sind nur eine Übergangslösung. Aus Sicherheitsgründen. „Ein Teil des Baumstammes wurde bewusst stehen gelassen, um zu verhindern, dass Personen über die Baumscheibe laufen und sich dabei verletzen“, erklärt er. Die Stämme würden in einem nächsten Schritt entfernt. Er verspricht: „Danach sollen dort neue Bäume gepflanzt werden.“ Die Sanierung der Baumstandorte sei für Frühjahr geplant.

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