Stuttgart-Sonnenberg Bagger gucken statt schaukeln und bolzen

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An der Laustraße in Stuttgart-Sonnenberg entsteht ein neues Regenspeicherbecken. Wie wirkt sich das Projekt auf den Verkehr aus? Und was passiert mit dem benachbarten Spielplatz?

Vom Spielplatz aus können Kinder den Fortschritt auf der Baustelle beobachten. Foto: A. Kratz
Vom Spielplatz aus können Kinder den Fortschritt auf der Baustelle beobachten. Foto: A. Kratz

Sonnenberg - Beim Spielplatz an der Laustraße ist es laut. Es ist aber kein Kindergeschrei, stattdessen stören Baustellengeräusche die Naturidylle an diesem Morgen. Bagger und Radlader bewegen riesige Erdmassen. Ein metertiefes Loch ist bereits ausgegraben. Denn in dem Gebiet Betzengaiern entstehen in den kommenden Monaten ein neuer Regenüberlaufkanal und ein neues Speicherbecken. Das Projekt kostet zwei Millionen Euro, die Bauzeit beträgt etwa ein Jahr.

Örtliche Umleitung für Fußgänger

Eigentlich wollten das Tiefbauamt und die Stadtentwässerung Stuttgart bereits im Juli mit dem Bau beginnen. Aber die beauftragte Firma sei ausgelastet gewesen und habe um einen Aufschub gebeten, sagt Roland Kurz vom Tiefbauamt. Für die Stadt sei das kein Problem gewesen. Denn es gebe keinen Zeitdruck und gebaut werden könne weitgehend unabhängig von der Witterung. „Die Netto-Bauzeit beträgt nach wie vor ein Jahr“, sagt Kurz.

Für den Verkehr gibt es kaum Einschränkungen. Auf der Anliegerstraße Im Betzengaiern mussten Halteverbote ausgewiesen werden. Der Fuß- und Radweg von der Kressartwiese hoch in Richtung Lau­straße ist derzeit unterbrochen. Es gibt aber eine örtliche Umleitung und die Hoffnung, dass der Weg demnächst provisorisch wieder freigegeben werden kann.

Der Spielplatz ist eingezäunt

Auf dem Spielplatz an der Laustraße können die Kinder trotzdem spielen. Allerdings ist er nur von einer Seite aus zugänglich und mit Baustellenzäunen abgegrenzt, so dass niemand in die Baugrube fällt. Die Schaukel ist aus Platzmangel abmontiert. Für manch einen ist die Baustelle aber ohnehin die Attraktion schlechthin. So erklimmt das ein oder andere Kind den Turm nicht zum Rutschen, sondern um einen besseren Blick auf Bagger und Radlader zu haben. Von der Wiese, auf der Jugendliche oft Fußball spielten, ist momentan freilich nichts mehr da. Doch wenn das Tiefbauamt und die SES ihr Projekt beendet haben, werde es dort wieder wie früher aussehen, verspricht Kurz. Lediglich ein kleines Betriebsgebäude von der Größe einer Fertiggarage werde benötigt. Das werde aber mit Holz verkleidet.

Der Grund für den neuen Regenüberlaufkanal und das Regenspeicherbecken ist die EU-Wasserrahmenrichtlinie. Diese schreibt vor, dass sauberes Regenwasser von Schmutzwasser getrennt werden muss. Das alte Regenfangbecken aus den 70er Jahren unter der einstigen Wiese erfüllte diese Norm nicht. Wenn das neue Bauwerk fertig ist, wird bei Regen der erste Schmutzwasserstoß – das ist vor allem stark verunreinigtes Oberflächenwasser von den Straßen – über einen Zulaufkanal in der Lau­straße in das Regenüberlaufbecken geleitet. Erst wenn dieses voll ist, gelangt das saubere Regenwasser in ein Regenspeicherbecken. Von dort aus fließt es gedrosselt zur Schwälblesklinge zwischen Sonnenberg und Kaltental.

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