Stuttgart SSB testet Kaugummi-Wände an Stadtbahn-Haltestellen

Von red/dpa/lsw 

Was für viele ein Ärgernis am Schuh ist, kann Städte oder Verkehrsgesellschaften eine Menge Geld kosten: die Beseitigung von Kaugummi-Resten. Abhilfe soll eine „Gum-Wall“ schaffen.

Bunte Kästchen gegen Klebriges. Foto: dpa
Bunte Kästchen gegen Klebriges. Foto: dpa

Stuttgart - Die „Gum-Wall“ - ein bunter Metallkasten mit bedrucktem Papier - soll das Kaugummi-Problem an Stuttgarter Stadtbahn-Haltestellen lösen helfen. Seit kurzem stehen acht davon an fünf Haltestellen, teilte Birgit Kiefer, Sprecherin der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) mit. Bis Ende des Jahres sollen die Kästen an den Haltestellen Wilhelmsplatz, Badstraße, Stöckach, Ostendplatz und Mineralbäder getestet werden.

Tests an fünf Haltestellen

Die Idee dahinter: Mit der „Gum-Wall“ sollen Fahrgäste dazu gebracht werden, Kaugummi nicht auf den Boden zu spucken, sondern an das Papier zu kleben. Von der Aktion erhoffen sich die SSB, den hohen Reinigungsaufwand senken zu können. Denn statt Kaugummis vom Boden zu kratzen, könne bei der „Gum-Wall“ das vollgeklebte Papier einfach bei der täglichen Reinigung abgerissen werden, sagte Kiefer.

Nicht nur an den Stadtbahn-Haltestellen gibt es „Gum-Walls“. Der Stuttgarter Flughafen hat vor einigen Monaten zwei davon aufgestellt. „Sie werden gut angenommen“, sagte Johannes Schumm von der Pressestelle des Flughafens. Die Verschmutzung sei zurückgegangen. Demnächst sollten noch zwei weitere Kaugummi-Wände angeschafft werden.

„Je ekliger, desto sensibilisierter werden die Menschen“

„Seit zweieinhalb Jahren ist die „Gum-Wall“ auf dem Markt“, sagte Klaus Götz, Pressesprecher der Firma, die sie vertreibt. Die Metallkästen gebe es bereits in anderen Städten, darunter Duisburg und Frankfurt, aber auch im Ausland, zum Beispiel in Dänemark oder den Niederlanden. Demnächst wolle auch der Berliner Hauptbahnhof einige „Gum-Walls“ zum Test aufstellen.

Im Schnitt würden 40 bis 60 Prozent weniger Kaugummis auf dem Boden oder an Wänden landen, sagte Götz. Das verringere die Reinigungskosten deutlich. Zugleich setze man auf einen „Ekeleffekt“ der „Gum-Walls“: „Je ekeliger das aussieht, desto sensibilisierter werden die Menschen.“

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