Schwerer Unfall in Stuttgart-Stammheim Stadtbahn und Linienbus krachen ineinander

Von Wolf-Dieter Obst 

Mitten im Berufsverkehr stoßen eine Stadtbahn und ein Linienbus in Stuttgart-Stammheim zusammen. Der Unfall fordert drei Verletzte, darunter ein junges Mädchen. Außerdem entsteht ein hoher Sachschaden.

Wie es zu dem Unfall zwischen Stadtbahn und Linienbus gekommen ist, kann die Polizei noch nicht sagen. Foto: Andreas Rosar 9 Bilder
Wie es zu dem Unfall zwischen Stadtbahn und Linienbus gekommen ist, kann die Polizei noch nicht sagen. Foto: Andreas Rosar

Stuttgart - Bei einem Unfall zwischen einer Stadtbahn der Linie U 15 und einem Linienbus der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) sind am Mittwoch gegen 8.10 Uhr im Stadtteil Stammheim drei Beteiligte verletzt worden. Der Schaden wird auf 130 000 Euro geschätzt.

Wie die Polizei mitteilte, waren die Bahn und der Bus am Morgen mitten im Berufsverkehr aus noch ungeklärter Ursache zusammengestoßen. Der 55-jährige Busfahrer, mit seinem Fahrzeug der Linie 99 Richtung Stammheim Korntaler Straße unterwegs, wollte aus der Amundsenstraße nach links in die Freihofstraße abbiegen. Warum er dabei die von rechts kommende Stadtbahn übersah, ist noch unklar. Die 52-jährige Stadtbahnfahrerin, die zur Endhaltestelle in Stammheim unterwegs war, konnte die Kollision nicht mehr vermeiden.

Der Unfall hatte laut Polizei noch weitere Folgen: Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass der Bus noch gegen zwei Pkw geschleudert wurde, die in Richtung Zuffenhausen unterwegs waren. Die drei Verletzten des Unfalls gab es allein im Bus: Betroffen waren der 55-jährige Busfahrer sowie zwei Fahrgäste im Alter von elf und 31 Jahren. Sie wurden vom Rettungsdienst an der Unfallstelle versorgt.

Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet

Erste Pendler klagten am Morgen über Probleme und Verspätungen auf dem Weg zur Arbeit. Nach Angaben der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet. Stadtbahnen fuhren demnach nur bis zur Haltestelle Salzwiesenstraße und wendeten dort.

Immer wieder kommt es in der Region zu Unfällen mit Stadt- und Straßenbahnen. Erst tags zuvor hatte es in Stuttgart-West, Stuttgart-Ost und in Weilimdorf gleich drei Kollisionen mit Autos gegeben. Dabei blieb es zumeist bei Blechschaden. Anfang September stießen zwei Stadtbahnen in Stuttgart wegen einer falsch gestellten Weiche zusammen. Beide Fahrer wurden verletzt. Ende August wurden beim Zusammenstoß einer Stadtbahn mit einem Auto in Stuttgart vier Menschen verletzt, zwei davon schwer. Damals hatte eine Autofahrerin eine rote Ampel missachtet und war mit der Bahn zusammengestoßen. In Mannheim prallten ebenfalls im August zwei Straßenbahnen zusammen - mehr als 20 Menschen wurden bei dem Auffahrunfall leicht verletzt.

Nach der Unfallserie wird den SSB eine mangelhafte Informationspolitik vorgeworfen: Ansagen über Störungen seien an Haltestellen zu hören, nicht aber in den Bahnen. „Kein Wort von einem Ersatzverkehr, keine Angaben über Ursachen oder Unfallort“, so ein Fahrgast. Die Philosophie sei eine andere, entgegnet SSB-Sprecherin Birte Schaper: „In den unmittelbar betroffenen Bahnen informieren die Fahrer“, sagt sie. Sind die Bahnen aber zu weit entfernt, sei eine Durchsage weniger sinnvoll. „Für einen Großteil der Fahrgäste ist das dann gar nicht relevant“, so Sprecherin Schaper. Alles nicht so einfach: „Das ist ein extrem komplexes System.“

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