Stuttgart-Süd Marienhospital Im Spital ist man sicherer als im Café

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Das Marienhospital erhöht in Anbetracht der Lockerungen die Zahl seiner Corona-Tests und vergrößert dafür sein Labor. Vor allem sollen Infizierte ohne Symptome erkannt werden. Bislang wurden vier Mitarbeiter positiv getestet und in Quarantäne geschickt.

Das Marienhospital testet Personal und Patienten nach den Lockerungen noch häufiger auf Covid 19. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Das Marienhospital testet Personal und Patienten nach den Lockerungen noch häufiger auf Covid 19. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

S-Süd - Die jüngsten Lockerungen der Verhaltensregeln, zu denen auch der Besuch von Krankenhauspatienten gehört, beantwortet das Marienhospital mit erhöhter Vorsicht: Derzeit werden dort alle Mitarbeiter, alle stationären und ambulanten Patienten, denen eine Operation, eine Endoskopie oder ähnliches bevorsteht, auf Covid 19 getestet. „Die Corona-Zahlen sind zwar rückläufig, aber nach wie vor können wir nicht ausschließen, dass sie aufgrund der vielen Lockerungen wieder steigen oder es gar eine zweite, schlimmere Welle gibt“, warnt Stefan Reinecke, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin 2.

Keine Angst vorm Krankenhausbesuch

Um die große Zahl an nötigen Tests auch bewältigen zu können, wurde binnen weniger Tage das klinikeigene Institut für Laboratoriumsmedizin baulich erweitert. Nach Auskunft des Marienhospitals wurden neue Analysemaschinen angeschafft und das Laborteam um drei Spezialisten erweitert. „So können wir pro Tag bis zu 400 Covid-Abstriche auswerten. Das Testergebnis liegt meist schon nach vier bis sechs Stunden vor“, sagt der Laborchef Matthias Orth. Seit Anfang April würden nach und nach alle Marienhospitalmitarbeiter getestet, die Patientenkontakt haben. Seit Mai würden Mitarbeiter auf Covid-Stationen sogar alle sieben Tage abgestrichen, Mitarbeiter auf Normalstationen, an der Patientenaufnahme oder Reinigungskräfte künftig alle zwei Wochen. „So wollen wir auch infizierte Mitarbeiter und Patienten erkennen, die keine Symptome haben, aber die natürlich dennoch die Infektion unbemerkt weitertragen können“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin Stefan Reinecke. Dadurch sei „ein Patient im Krankenhaus auf jeden Fall sicherer vor einer Corona-Infektion als in einem Kaufhaus oder Restaurant, wo man ja viel leichter in Kontakt mit unentdeckt Covid-Infizierten kommen kann“, ergänzt Laborleiter Orth, und er mahnt: „Niemand sollte aus Angst vor einer Covid-Infektion bei Symptomen auf Herzinfarkt oder Schlaganfall Kliniken meiden oder den Krebsnachsorgetermin absagen.“

Immunitätstests noch nicht ausgereift

Im Marienhospital wurden bei mehr als tausend Tests bei Mitarbeitern, die zuvor keine Symptome gezeigt hatten, vier infizierte Personen festgestellt. Diese mussten sofort für 14 Tage in Quarantäne. Antikörpertests, die belegen, ob jemand bereits immun gegen Covid ist, hält Orth für noch nicht ausgereift: „Die Tests haben eine relativ hohe Fehlerquote und man weiß auch nicht, ob man sich wirklich nicht mehr anstecken kann.“

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