Stuttgart: Tausende beim Mercedes-Familientag Fast senkrecht mit dem Auto den Berg hoch

Von Torsten Schöll 

Spiel und Spannung hat den Kinder- und Familientag des Mercedes-Benz-Museums ausgezeichnet. Auch Oldtimer-Fans kamen auf ihre Kosten.

Beim Mercedes-Familientag gab’s auch Spektakuläres zu sehen.Foto:Lichtgut/Max Kovalenko Foto:  
Beim Mercedes-Familientag gab’s auch Spektakuläres zu sehen. Foto:Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Vor dem „Iron-Schöckl“ bilden sich lange Schlangen. Was an der eisernen Steilwandkonstruktion am Sonntag vor dem Mercedes-Benz Museum vorgeführt wird, ist nichts für schwache Nerven. 45 Grad, 100 Prozent Steigung – das sind die nüchternen Zahlen. Wer sich aber wie Christian Geromüller dann tatsächlich in eines der bereitstehenden G-Klasse-Fahrzeuge setzt und sich von Mercedes-Testfahrern und mit Hilfe einer Motorleistung von 245 PS auf den nachgebauten Steilhang begibt, dem bleibt kurz die Luft weg. Warum macht das Geländefahrzeug in einer solchen Extremposition nicht über die Hinterräder eine Rückwärtsrolle? Ein fast zwangsläufiger Gedanke. Auf dem Gipfel noch eine Wippe, und dann geht’s genauso steil wieder bergab.

Kids fahren mit E-Daimlern

Mercedes-Mitarbeiter Geromüller, für den Kinder- und Familientag eigens aus dem Schwarzwald angereist, entfährt ein trockenes „Geil!“ als er wieder heil aus dem Offroader steigt. „Iron-Schöckl“, also eiserner Schöckl, wird die waghalsige Steilwand-Konstruktion genannt, weil am echten Schöckl, dem Grazer Hausberg, Mercedes seine G-Klasse-Pkw testet.

Beim Familientag des Mercedes-Benz- Museums kamen aber nicht nur die Großen, sondern vor allem die Kleinen auf ihre Kosten: So wie der siebjährige Björn, der die Mercedes-Initiative MobileKids dazu nutzt, um sich erste Fahrkenntnisse anzueignen. Aber bevor es in den kleinen Elektro-Daimlern auf den Parcours ging, hieß es die Fahrschulbank drücken: Straßenschilder kennenlernen und die wichtigsten Straßenverkehrsregeln. „Wer hat Vorfahrt, wenn zwei Autos an der Kreuzung stehen und keine Ampel da ist?“, fragt die Lehrerin. Der siebenjährige Björn aus Albstadt streckt: „Rechts hat Vorfahrt!“, ruft er. Theorie bestanden, jetzt heißt es Gas geben.

Aber wenn auch vieles, so dreht sich an diesem Tag doch beileibe nicht alles ums Auto: Am Walking Piano spielen Kinder und Erwachsene mit den Füßen Klavier. Folgt man rasch den Lichtimpulsen, hört sich das Stück tatsächlich wie „Für Elise“ von Beethoven an. Gleich dahinter führt Viola Brand vom RSV Unterweissach, die Europameisterin im Kunstradfahren, ihr Können vor.

Freier Eintritt ins Museum

Vor dem Museum haben sich rund 150 Oldtimer unter dem Namen „Cars & Coffee“ wie jeden Sonntag während des Sommers zum markenoffenen Treffen eingefunden. Für Oldtimer-Fans ist das willkommener Anlass, um zu fachsimpeln und natürlich automobile Schätze zu präsentieren wie den eleganten Citroën DS 21 Pallas.

Zwischen Schlossplatz und Museum pendelte den ganzen Tag ein Omnibus-Oldtimer. Auf dem Museumsvorplatz begrüßte eine geballte Maskottchen-Offensive aus Äffle und Pferdle, VfB-Fritzle, Moki, Breuni-Bär und Luftikus die Kinder, die anschließend an fünf Stationen mal ihre Geschicklichkeit beweisen, mal ihrer Bastellust frönen konnten. Im Mercedes-Benz-Museum selbst wurden bei freiem Eintritt Familienführungen durch die Ausstellung angeboten. Musikalisch umrahmt war das Ganz durch die Showbühne von Medienpartner Hitradio Antenne 1.

2018 hatte der Familientag 12 000 Besucher angelockt. Andrej Kluge vom Marketing-Team des Museums rechnete am Sonntag mit ähnlichem Zuspruch: „Wir erwarten mindestens wieder so viele im und um das Museum“, sagte Kluge. Nach dem Kinder- und Familientag spielte auf der Open-Air-Bühne vor dem Museum die Gruppe Walk off the Earth und beschloss damit den diesjährigen Mercedes-Benz-Konzertsommer.

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