Stuttgart-Uhlbach Artenschutz bremst Sanierung aus

Von Janey Schumacher 

Der Unterstand und die Sanierung der zerstörten Schutzhütte auf dem Kapf in Uhlbach entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Der Artenschutz verhindert einen Wiederaufbau.

Der Unterstand und seine Sanierung entwickeln sich unendlichen Geschichte.Ein Ameisenlöwe Foto: Mathias Kuhn
Der Unterstand und seine Sanierung entwickeln sich unendlichen Geschichte.Ein Ameisenlöwe Foto: Mathias Kuhn

Uhlbach - Zur unendlichen Geschichte entwickelt sich die Sanierung des Unterstands am Kapf in Uhlbach. Dieser ist mit einem Bauzaun abgesperrt. Der Grund: Durch Verwitterung und Vandalismus sind Mobiliar und die Schutzhütte in desolatem Zustand. Vor mehr als drei Jahren zerstörten Unbekannte die Konstruktion und richteten eine illegale Grillstelle ein. Deshalb musste die Stadtverwaltung den Bereich aus Sicherheitsgründen absperren.

Um den Unterstand wieder nutzbar zu machen, hatte der Bezirksbeirat Obertürkheim im vergangenen Jahr beschlossen, für die Sanierung Budget zur Verfügung zu stellen. Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen ersten Schätzungen zufolge 20 000 Euro. Geplant war, 10 000 Euro aus dem Budget des Jahres 2018 dafür bereitzustellen, die restlichen Kosten sollten aus dem Budget des Jahres 2019 finanziert werden.

Bezirksbeirat will mitbestimmen

Der Wunsch damals: Die Bezirksbeiräte möchten mitbestimmen, wie der Unterstand künftig aussehen soll insbesondere wegen der Möblierung. Geplant waren ein Tisch, Bänke sowie eine Dachbegrünung. Doch so einfach ist das mit der Sanierung nicht, wie dem Gremium in seiner letzten Sitzung mitgeteilt wurde: Zwar hat das Baurechtsamt die Maßnahmen genehmigt, dies reicht aber nicht aus. „Da die Schutzhütte in einem Landschaftsschutzgebiet steht, ist eine Genehmigung vom Amt für Umweltschutz erforderlich“, sagte Melinda Szabo vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt (GFF). Und da liegt der Knackpunkt: Bei einer Begehung stellten Vertreter der Behörde fest, dass sich im Bereich des Unterstands Zauneidechsen und Ameisenlöwen angesiedelt haben. Da es sich dabei um geschützte Arten handelt, muss die Sanierung des Unterstands so geplant werden, dass Naturschutz und Nutzung vereinbart werden können.

Tisch kann nicht aufgestellt werden

Die Folgen: Zwar hat das Amt für Umweltschutz den Unterstand nicht abgelehnt, aber ein Tisch – wie von vielen Bezirksbeiräten gewünscht und bereits vorhanden – kann wegen des Artenschutzes nicht aufgestellt werden. Die Behörde verweist jedoch darauf, dass beim wenige Meter entfernten Aussichtspunkt Tische und Sitzbänke vorhanden sind.

Der Vorschlag des GFF zur Sanierung des Unterstands sieht unter anderem vor, eine Schützhütte mit Stahlpfosten sowie einem begrünten Dach zu bauen. Das Dach wird auf einer Seite durch die Pfosten gestützt, der Teil auf der anderen Seite soll wie bisher auch auf der Trockenmauer aufliegen. „Die Stahlpfosten werden mit Holz verkleidet, damit sie optisch besser ins Landschaftsbild passen“, sagte Szabo. Außerdem soll der Unterstand am Kapf mit Sitzbänken ausgestattet werden. Für das Vorhaben liegen zwei Angebote vor: Eines in Höhe von 14  000 Euro, „das andere liegt weit über der Preisvorstellung."

Da sich viele Bezirksbeiräte die Sanierung anders gewünscht hatten, sorgten die Pläne für Diskussionsstoff. „Unser Anliegen war die Möblierung und darauf bestehen wir weiterhin“, sagte Matthias Föll (CDU) und wies darauf hin, dass man bei den Planungen Mülleimer berücksichtigen müsse. Monika Geiger (Grüne) stellte es dagegen infrage, ob ein Tisch wirklich notwendig sei. Peter Aichinger (Freie Wähler) hält es für „befremdlich, dass ein Tisch als inakzeptabel dargestellt wird“.

Entscheidung soll nochmals überdacht werden

Insgesamt bedauert die Mehrheit der Bezirksbeiräte, dass dem Wunsch, den Unterstand auch als Rastplatz mit Tisch und Bänken nutzen zu können, nicht nachgekommen wurde. Denn die Übernahme der Kosten durch den Bezirksbeirat sei nur dann sinnvoll, wenn sich die neue Möblierung an der derzeitigen Ausstattung orientiere. Das Gremium fordert aus diesem Grund das Amt für Umweltschutz auf, „seine Entscheidung im Sinne des Bezirksbeirats nochmals wohlwollend zu überdenken und das Ergebnis zeitnah mitzuteilen“. Sobald dieses vorliegt, wollen die Bezirksbeiräte dann auch endgültig über die Sanierung der Schutzhütte entscheiden.

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