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Stuttgart und Ludwigsburg Bachwoche meets Telemann

Von Gabriele Metsker 

Das hat es bisher noch nicht gegeben: dass der Bachwoche ein dialogisches Konzept zugrunde liegt. Insofern erwartet die Teilnehmenden ebenso wie das Publikum vom 14. bis 21. März etwas Besonderes.

Auch das Junge Stuttgarter Bach Ensemble wird während der Bachwoche zu hören sein. Foto: HS
Auch das Junge Stuttgarter Bach Ensemble wird während der Bachwoche zu hören sein. Foto: HS

Bei der Premiere rückt unter dem Motto „Bach und . . .“ Georg Philipp Telemann als Erster ins Blickfeld. Das könnte passender kaum sein. Nicht nur, weil Bach und Telemann Zeitgenossen und gute Freunde waren, sondern vor allem auch deswegen, weil ihre Geburtstage genau eine Woche auseinanderliegen. Das ist ideal für zwei Geburtstagskonzerte, welche die Akademie- und Festivalwoche einrahmen. Und so erklingt beim Eröffnungskonzert am 14. März, dem Geburtstag Telemanns, dessen Johannespassion aus dem Jahre 1745 mit den Solisten der Meisterkurse sowie dem Jungen Stuttgarter Bach Ensemble (JSB Ensemble) unter Leitung von Hans-Christoph Rademann in der Stuttgarter Stiftskirche. Zu Bachs Geburtstag gibt es am 21. März im Forum in Ludwigsburg Bachs Johannes-Passion (vierte Fassung von 1749) mit der Gaechinger Cantorey unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann. Als Solisten dabei sind Dorothee Mields (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Nicholas Mulroy (Tenor), Peter Harvey (Christus) und Matthias Winckhler als Sänger der Bass-Arien. Stimmiger könnte die formale Klammer für die Premiere des neuen Konzepts kaum sein.

Ein echter Macher

Bach und Telemann waren, bei aller gegenseitigen Sympathie und dem gebührenden Respekt voreinander, sehr unterschiedlich. Telemann sei „ein musikalischer Tausendsassa“ gewesen, beschreibt Henning Bey, der Chefdramaturg der Internationalen Bachakademie. „An all seinen Wirkungsorten hat er Schlüsselpositionen besetzt – ein echter Macher.“ Aber nicht nur das: Er war auch ein guter Geschäftsmann, der zum Beispiel seine „Musique de Table“ mit Subskription drucken ließ. In gewisser Hinsicht kann er sogar als Erfinder der Eintrittskarte gelten. War er doch einer der Ersten, die zu einer musikalischen Veranstaltung auch das Libretto druckten, es verkauften und es mit der Funktion einer Eintrittskarte versahen. „Er hat ein intensives Leben geführt und alles auf die Reihe gekriegt. Man fragt sich, wann er geschlafen hat“, sagt Bey nicht ohne Bewunderung. Musikalisch gesehen gilt Telemann als Vertreter des sogenannten gemischten Stils, der Einflüsse aus der französischen, italienischen und auch polnischen Musik verarbeitete.

Vier Werkstatt-Konzerte

Wie sich all das möglicherweise in den Werken der beiden großen Komponisten widerspiegelt, kann das Konzertpublikum bei den vier Werkstatt-Konzerten heraushören. Auf dem Programm stehen zwölf Kantatentexte, die jeweils von den beiden vertont wurden. So gibt es immer eine Bach- und eine Telemann-Kantate über denselben Text. In den Werkstattkonzerten werden sie jeweils erläutert. In Gesprächen wird Henning Bey außerdem Telemann- und Bach-Forscher mit herausragenden Musikern zusammenbringen. Über „Telemann und Bach: zwei Freunde im musikalischen Dialog“ spricht beispielsweise Carsten Lange, der Leiter des Telemann-Zentrums in Leipzig. Außerdem kommen Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig, der Thomaskantor Gotthold Schwarz sowie weitere Experten. Bachwoche 2019: 14. bis 21. März, verschiedene Orte und Zeiten, www.bachakdemie.de, Tickets 07 11 / 6 19 21 61