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Stuttgart und Region Wie funktionieren eigentlich Kläranlagen?

Von red 

Händewaschen, Duschen, Abwaschen & Co.: Überall wird Wasser schmutzig und läuft in die Kanalisation. Eine ziemlich unsaubere Angelegenheit. Doch was viele nicht wissen: Wie werden diese Schmutzpartikel im Wasser eigentlich wieder vernichtet? Wir klären auf.

 Foto: shutterstock/ kekyalyaynen (Symbolbild)
Foto: shutterstock/ kekyalyaynen (Symbolbild)

Über Toiletten spricht man nicht, sie sind einfach da. Händewaschen, Duschen, Abwaschen, Blumen gießen. Überall wird sauberes Wasser schmutzig und läuft in die Kanalisation.

In den 80er Jahren wurde das dreckige Wasser einfach in die Flüsse geleitet. Das hat sich geändert. Die gesetzlichen Vorgaben werden strenger und die Pflichten zum Schutz des Wassers steigen. Die fast schon selbstverständliche Forderung nach der Verfügbarkeit von lebensnotwendigen Wasser stellt hohe Anforderungen an die Reinigungsbetriebe einer Kläranlage und an deren Mitarbeiter.

Und bevor das Wasser wieder zurück in die Flüsse fließen kann, muss es über mehrere Reinigungsstufen geleitet werden. Zu allererst wird das verunreinigte Abwasser über riesige Rohre in Kläranlagen geleitet.

Wie das genau funktioniert, sehen Sie in diesem Film

Wie kommt der Dreck aus dem Wasser?

Wenn das Abwasser in der Kläranlage ankommt, ist es braun und stinkt. Fäkalien, Laub, Schwemmholz, Essensreste oder Plastikteile schwimmen darin herum. Mit großen Rechen werden zuerst die groben Schmutzpartikel aufgefangen. Dann geht es weiter in das Sand- und Fettfangbecken.

Schwerer Schmutz, z.B. Sand oder Steinchen, sinken auf den Boden. Was leichter ist als Wasser, z.B. Fett, schwimmt nach oben und ein Schieber fischt die Rückstände, die sich am Boden und an der Oberfläche befinden ab. Am Boden entstehen aus den Teilchen, die sich nicht auflösen Schlamm. Dieser Rohschlamm wird zur Weiterbehandlung in die Faultürme gepumpt.

Viele fleißige kleine und große (Mit-)Arbeiter

Im nächsten Becken geht es den noch kleineren Schmutzpartikeln an den Kragen. Dafür werden dem Wasser bestimmte Bakterien zugesetzt. Die fressen die feinen Schmutzteilchen, verdauen sie und wandeln sie in ungiftige Schlammflocken um.

Damit die Bakterien aktiv werden können, brauchen sie zuerst Sauerstoff. Deshalb wird über Rohre Luft in das Becken geblasen. Nach der Umwandlung der Schmutzteilchen in die Schlammflocken bildet sich auf der Wasseroberfläche ein hellbrauner Schaum.

Ohne die Mitarbeiter/Innen läuft nichts. Die Fachkräfte rund um die Kläranlage haben alles im Griff. Sie müssen vielseitig ausgebildet sein und tragen eine hohe Verantwortung für eine saubere Umwelt. Dazu gehören Diplomingenieure, Bautechniker, Klärmeister, Kanalmeister, Laboranten, Bauzeichner, Verwaltungsfachangestellte, Fachkräfte für Abwassertechnik, Energieanlagenelektroniker sowie Mitarbeiter, die im Kanal und im Bereich der Grünflächen vor Ort beschäftigt sind.

Wasser wird wieder durchsichtig

Im letzten Becken, dem Nachklärbecken, beruhigt sich das aufgewirbelte Wasser wieder. Die Schlammflocken sinken ab und das klare Wasser wird ein letztes Mal gefiltert. Auch die letzten Schmutzflöckchen bleiben hier in den Filtern hängen. Zum Schluss wird das Wasser noch im Labor getestet. Hier werden täglich umfangreiche Analysen im Betriebslabor durchgeführt. Danach kann das klare Wasser zurück in den Fluss fließen.

Weitere wissenswerte Infos rund ums Thema Abwasser

Im Schlamm steckt viel Energie. Der Rohschlamm aus der Vorklärung wird in den Faulbehältern gesammelt. Nach rund 20 Tagen ohne Luft bauen sich alle organischen Inhaltsstoffe ab. Dabei entsteht Faulgas, wie Methan und Kohlendioxid. Dieses Gas wird in ein Blockheizkraftwerk geleitet. Hier wird Strom und Wärme erzeugt, welches für den Energiebedarf, z.B. Antreiben der Pumpen des Klärwerks verwendet werden kann. Somit wird Energie aus einem Abfallprodukt gewonnen.

So schließt sich der faszinierende Kreislauf einer lebenswichtigen Ressource: Damit das Händewaschen, Duschen und Abwaschen selbstverständlich bleibt.