Stuttgart-Vaihingen Allianz baut neuen Kunstrasenplatz

Von  

Der Versicherungskonzern möchte ein Zeichen setzen, dass die Fußballer des TSV Georgii Allianz in Stuttgart-Vaihingen eine Zukunft haben. Die Bezirksbeiräte von SÖS/Linke-plus sind gegen den Kunstrasen und fordern ein Naturrasen-Spielfeld.

Der neue Kunstrasen soll fertig sein, bevor die Bauarbeiten für das Bürogebäude beginnen. Foto: dpa
Der neue Kunstrasen soll fertig sein, bevor die Bauarbeiten für das Bürogebäude beginnen. Foto: dpa

Vaihingen - Die Allianz hat den Bauantrag für einen ligatauglichen Kunstrasenplatz für die Fußballabteilung des TSV Georgii Allianz am vergangenen Donnerstag eingereicht. Das Versicherungsunternehmen möchte den neuen Platz noch vor dem Beginn der Bauarbeiten für ihre künftigen Bürogebäude fertigstellen. „Ziel ist es, den Spiel- und Trainingsbetrieb der Fußballer nicht zu beeinträchtigen.“ So wird der Projektleiter Claus Deblitz in einer Pressemitteilung zitiert. Die Pressesprecherin Anna Sleegers ergänzt: „Der TSV Georgii Allianz ist uns wichtig. Wir wollen ihn unterstützen.“ Der Verein habe eine große Fußballabteilung, in der viele Kinder und Jugendliche spielen. „Diese und deren Eltern sollen sehen, dass es beim TSV Georgii Allianz weitergeht, dass der Verein eine Zukunft hat“, sagt Sleegers.

Der neue Kunstrasenplatz ist der Startpunkt für die Neuordnung des Sportgeländes am Schwarzbach. Geplant ist er auf einer Fläche, die aktuell von Nachbarvereinen genutzt wird, darunter der Naturheil- und Luftbadverein Vaihingen (NLV). Die Fußballer des NLV bekommen Trainingszeiten auf dem neuen Platz.

Die Allianz plant zudem eine neue Dreifeldhalle

Im Dezember 2016 hatten sich Vertreter des Stuttgarter Sportamts, des Versicherungskonzerns, des TSV Georgii Allianz und der benachbarten Vereine zusammengesetzt. Sie erarbeiteten ein Konzept, wie es am Schwarzbach weitergehen könnte. Dieses beinhaltet neben dem neuen Kunstrasenplatz auch eine Faustball-Trainingsfläche sowie drei Beachvolleyball-Felder.

Darüber hinaus plant die Allianz eine neue Dreifeldhalle. Diese soll während der gängigen Bürozeiten für den betriebsinternen Gesundheitssport genutzt werden, darüber hinaus aber auch für das Hallensportangebot des TSV Georgii Allianz und gegebenenfalls für weitere Vereine offen sein. Vorgesehen ist, die neue Sporthalle in den Büro-Neubau zu integrieren. Bis dieser fertig ist und die Halle genutzt werden kann, bleibt die alte Halle stehen. Das ist möglich, weil sich diese in einem Bereich befindet, der nicht neu bebaut wird. Die Indoorsportarten des Vereins sind von den Bauarbeiten also nicht direkt betroffen. Die Abteilungen ziehen in die neue Halle, wenn diese fertig ist. Danach wird das alte Gebäude abgerissen und „einem Grünzug weichen, der Lebensraum für Pflanzen und Tiere bietet“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Auf die Frage, ob diese Formulierung nicht etwas euphemistisch ist, antwortet Sleegers mit einem entschiedenen Nein. Der Grünstreifen werde wie gefordert 40 Meter breit und vorwiegend mit einheimischen Gehölzen und Sträuchern bepflanzt. Was und wie viel genau gepflanzt werde, stehe noch nicht fest. Aber: „Das wird kein Bambus und keine Buchsbaumhecke sein“, betont Sleegers. Die Allianz schaffe einen Ausgleich für die Neubebauung und damit einen Lebensraum sowie eine Frischluftschneise.

SÖS/Linke-plus will lieber Naturrasen-Spielfeld

Um die Bedeutung des Areals als Kaltluftentstehungsgebiet geht es auch in einem Antrag der Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke-plus. Die Vaihinger Bezirksbeiräte fordern das Umweltamt auf, zu dem Bauantrag der Allianz ablehnend Stellung zu nehmen und statt dessen ein Naturrasen-Spielfeld zu verlangen. Außerdem sei der Platz so anzulegen, dass die Bäume erhalten bleiben. In der Begründung heißt es: „Die enorm bedeutsame Kaltluftentstehungsfunktion des Schwarzbachtals wird bereits durch den geplanten Wegfall und eine massive Überbauung des Naturrasenplatzes des Allianz-Sportgeländes in unverantwortlicher Weise beeinträchtigt.“ Es sei daher völlig unangemessen, nun auch noch die angrenzenden Grünbereiche durch Kunstrasenplätze zu versiegeln. „Die klimatischen Belange müssen in jedem Fall Vorrang vor der leichteren Pflege eines Kunstrasenplatzes haben. Von der Allianz kann verlangt werden, dass sie die Pflege eines Naturrasenplatzes übernimmt und finanziert“, so das Fazit der Antragsteller.

Sonderthemen