Stuttgart-Vaihingen/Stuttgart-Möhringen Synergiepark soll ein Gewerbestadtteil werden

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Der WIV-Vorsitzende Günter Sabow zeigt sich beim Neujahrsempfang in der Stuttgarter Markthalle überzeugt davon, dass der Verkehr beherrschbar ist.

Der Synergiepark sei ein Magnet für namhafte Unternehmen, sagt der WIV-Vorsitzende Günter Sabow. Foto: WIV
Der Synergiepark sei ein Magnet für namhafte Unternehmen, sagt der WIV-Vorsitzende Günter Sabow. Foto: WIV

Vaihingen/Möhringen - Für Günter Sabow ist der traditionelle Neujahrsempfang in der Stuttgarter Markthalle der falsche Ort für große Reden. Bei dem Termin der Wirtschafts- und Industrievereinigung (WIV) sollen sich die Gäste nur wohlfühlen, findet der Vorsitzende. Ein paar Worte hätte Sabow am Mittwochabend aber doch gern gesagt, insbesondere zum Thema Verkehr.

Die Ansprache fiel jedoch denkbar kurz aus, weil die Akustik schlecht war. Also bedankte sich Sabow schlicht dafür, das mittlerweile „alle Beteiligten ernsthaft an einer Lösung für die Verkehrsproblematik rund um das Gewerbegebiet Vaihingen-Möhringen arbeiten“.

Am Rande der Veranstaltung ergänzte Sabow: „Ich bin wirklich sehr optimistisch, dass wir das geregelt bekommen.“ Der sogenannte Synergiepark sei „von Haus aus ein Magnet“ für namhafte Unternehmen. Der Standort mit seiner Nähe zum Flughafen, zur Autobahn und zur Universität sei perfekt. „Mir fällt da nichts Vergleichbares ein“, sagte Sabow. Die Stadt habe die Chance, den Synergiepark zu einem „richtigen Gewerbestadtteil“ weiterzuentwickeln, mit einer ordentlichen Verkehrslösung, einer guten Infrastruktur und einem attraktiven Erscheinungsbild. Der Synergiepark könne ein Markenzeichen werden. Für den im Zuge der Stadtbahnverlängerung neu gestalteten Wallgraben gebe es jedenfalls bereits jetzt viel Zuspruch.

Wegen der Bauarbeiten in der Vergangenheit war die Stimmung schlecht

Fakt ist nach den Worten von Sabow auch, dass in den vergangenen drei Jahren die Bauarbeiten für die U 12 für viel Unmut in den Betrieben im Gewerbegebiet gesorgt haben. „Die Stimmung war schlecht.“ Und auch jetzt gebe es unter den etwa 40 000 Beschäftigten noch die Sorge, dass man die Verkehrsprobleme nicht in den Griff bekommen könnte. „Derzeit sieht alles noch ein bisschen unfertig aus“, sagte Sabow und ergänzte: In der Vergangenheit habe der richtige Ehrgeiz gefehlt, das Thema ernsthaft anzugehen. „Die Stadt hat eher zugeschaut.“ Aber jetzt müsse sie handeln. „Sonst wird es peinlich“, sagte der WIV-Vorsitzende. „Wir müssen jetzt alle Kräfte bündeln.“

Sabow hat bereits Gespräche mit Vertretern der Allianz-Versicherung und des Daimler-Konzers geführt. Beide Unternehmen wollen sich im Synergiepark ansiedeln. Auch das baden-württembergische Verkehrsministerium arbeitet nach den Worten von Sabow an einer Lösung, um den bereits jetzt immer weiter zunehmenden Verkehr beherrschbar zu machen.

WIV-Vorsitzender spricht sich für die Machbarkeitsstudie aus

Vor allem plädierte Sabow dafür, dass man „die Seilbahn-Idee in eine Machbarkeitsstudie zwingt“, an der sich auch die Gerch-Gruppe als Nutznießer und die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) als möglicher Betreiber beteiligen sollten.

Im Gewerbegebiet Vaihingen-Möhringen entstehen derzeit viele Arbeitsplätze. Der Versicherungskonzern Allianz möchte auf dem Sportgelände an der Heßbrühlstraße seine neue Hauptverwaltung für etwa 4000 Mitarbeiter bauen. Der Automobilkonzern Daimler baut auf dem ehemaligen KNV-Gelände an der Ecke Wallgraben/Industriestraße. In einem Bürokomplex möchte das Unternehmen dort 4000 bis 4200 Arbeitsplätze konzentrieren, die bisher in und um Stuttgart verteilt sind.

Erste Ansätze für eine Verkehrslösung gibt es bereits

Dem Vernehmen nach ist auch ein Neubau auf dem sogenannten Hudson-Areal zwischen dem Wallgraben und der Heßbrühlstraße geplant. Dort soll ein Boardinghaus entstehen. Das sind kleine Appartements, die für kurze Zeiträume vermietet werden, zum Beispiel an Studenten oder wenn ein Unternehmen für einige Wochen Kollegen oder Mitarbeiter aus dem Ausland zu Gast hat.

Hinzu kommen die Pläne auf dem ehemaligen IBM-Gelände im Westen Vaihingens. Unter dem Namen Garden Campus möchte die Gerch-Gruppe als Eigentümer ein neues Quartier entwickeln.

Erste Ansätze für eine Verkehrslösung gibt es bereits. Der Vollanschluss der Breitwiesenstraße an die Nord-Süd-Straße ist beschlossene Sache. Das Regierungspräsidium Stuttgart stellte kürzlich Pläne für eine Ertüchtigung der Anschlussstelle zwischen der A8 und der Nord-Süd-Straße vor. Die mittlerweile immer häufiger ins Spiel gebrachte Seilbahn, die etwa vom Möhringer Freibad in den Synergiepark und dann weiter zum Vaihinger Bahnhof und zum Eiermann-Campus führen könnte, ist allerdings noch eher eine Vision.




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