Stuttgart-Vaihingen Was tun gegen Leerstände?

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Im Rahmen des Konzepts Stadtteilzentren konkret will die Verwaltung auch bauliche Maßnahmen fördern, um den Ortskern in Stuttgart-Vaihingen zu beleben.

Die Verwaltung will das Vaihinger Ortszentrum wieder beleben. Insbesondere die Hauptstraße rückt in den Blick. Foto: Sandra Hintermayr
Die Verwaltung will das Vaihinger Ortszentrum wieder beleben. Insbesondere die Hauptstraße rückt in den Blick. Foto: Sandra Hintermayr

Vaihingen - Leerstände sind schlecht fürs Geschäft – im wahren Wortsinn. Sie machen ein Ortszentrum unattraktiv. Mit dem Konzept Stadtteilzentren konkret möchte die Verwaltung dem Abwärtstrend entgegenwirken und wieder mehr Leben auf die Straßen und Plätze bringen, die Zentren stärken.

In Vaihingen befasst sich das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, Abteilung Stadtentwicklung, mit dem Gebiet rund um Schillerplatz und Vaihinger Markt. Dort ist der sogenannte Trading-Down-Prozess gut zu beobachten. In einem Sachstandsbericht Anfang des Monats nannte die Stadt 15 leer stehende Ladenflächen im Ortskern. Insbesondere die südliche Hauptstraße sei von Leerständen betroffen, sagte Abteilungsleiter Hermann-Lambert Oediger im Vaihinger Bezirksbeirat.

Im Fördertopf sind bis zu 50 000 Euro

Eine Möglichkeit, wieder Interessenten für die Ladenflächen zu finden, sei auch die bauliche Veränderung der bestehenden Gebäude. Das könne die Zusammenlegung von Geschäften sein, die Schaffung von Ladenflächen im Erdgeschoss, oder die Ladeneinrichtung, soweit sie gestalterisch hochwertig und nutzungsbezogen ist, beispielsweise eine Theke oder Wandelemente. Mobiliar sei dabei nicht inbegriffen.

„Wir sind der Meinung, dass im Einzelfall bauliche Maßnahmen der Anschubfinanzierung bedürfen“, sagte Oediger. Bis zu 50 000 Euro möchte die Verwaltung für das Förderprogramm zur Revitalisierung von Geschäften in Vaihingen zur Verfügung stellen. Weitere 250 000 Euro hat der Gemeinderat für eine Machbarkeitsstudie und erste Maßnahmen bewilligt, um das Vaihinger Ortszentrum aufzuwerten.

„Es geht um die Funktionalität und Lebendigkeit des Stadtteilzentrums“, sagte Oediger zum Konzept. Neben den Stadtplanern sollen auch Gewerbe- und Handelsvereine sowie Akteure aus den Stadtbezirken einbezogen werden. „Und wir wollen aktiv auf die Eigentümer und Händler zugehen und für das Förderprogramm werben“, sagte Oediger. Das ganze sei allerdings ein Experiment. „Wir wissen nicht, wie groß die Resonanz sein wird.“ Auch über die Gesamtförderhöhe könne er zum jetzigen Stand nichts sagen, das hänge mit der Anzahl der Förderanträge zusammen. Seiner Einschätzung nach werde die südliche Hauptstraße ein Förderschwerpunkt sein.

Die Abgrenzung ist nicht in Stein gemeißelt

Die Eingrenzung des Gebiets sei angelehnt an die Ergebnisse, die gemeinsam mit dem Büro Dr. Donato Acocella Stadt- und Regionalentwicklung in Workshops zu den Handelszentren der Stadtteile erarbeitet wurden, sagte Oediger. Sie sei als Leitlinie gedacht, solle aber andere Bereiche nicht ausschließen, betonte der Stadtplaner und reagierte damit auf eine Anfrage aus dem Bezirksbeirat, ob man das Gebiet nicht erweitern könne, etwa im Norden entlang der Robert-Leicht-Straße. Auch die inzwischen leer stehende Schiller-Buchhandlung und das Gebäude mit der Gaststätte Maulwurf seien nicht im Gebiet inbegriffen, kritisierte Kristin Wedekind (Grüne). Michael Mehling (FDP) bemängelte, dass ein Gesamtkonzept fehle. „Wenn nur einer etwas verändert und der Nachbar daneben nicht, bringt das wenig“, sagte er.

Gegen eine Ausweitung des Fördergebiets sprach sich hingegen Axel Weber (CDU) aus. „Wir wollen ja die Zentren stärken, wir müssten den Bereich eher noch verkleinern, damit die Menschen ins Zentrum kommen.“ Hermann-Lambert Oediger sicherte den Bezirksbeiräten zu, dass das nun ausgemachte Gebiet lediglich eine Orientierung, aber keine Abgrenzung sei, also durchaus auch Geschäfte außerhalb des Bereichs von den Fördermitteln profitieren können.

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