Stuttgart-Vaihingen Wo parken künftig die Uni-Mitarbeiter?

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Die landeseigenen Parkplätze auf dem Uni-Campus in Stuttgart-Vaihingen sollen künftig Geld kosten. Die Institute wollen in die Vergabe der Dauerparkkarten einbezogen werden.

Künftig sollen mehr Menschen mit Bus und Bahn oder mit dem Fahrrad zum Uni-Campus in Stuttgart-Vaihingen kommen. Dies ist eines der im Mobilitätskonzept verfolgten Ziele. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Künftig sollen mehr Menschen mit Bus und Bahn oder mit dem Fahrrad zum Uni-Campus in Stuttgart-Vaihingen kommen. Dies ist eines der im Mobilitätskonzept verfolgten Ziele. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Vaihingen - Vor gut einem Jahr haben sich Uni, Land und Stadt auf einen Masterplan und ein Mobilitätskonzept verständigt. Dabei hat das Land auch entschieden, dass das Parken auf landeseigenen Stellplätzen künftig kostenpflichtig wird. Die Parkplätze werden an die landeseigene Parkraumgesellschaft Baden-Württemberg (PBW) übergeben, die damit in Zukunft für deren Bewirtschaftung zuständig ist. Das Parkraummanagement soll zum Wintersemester 2020/2021 eingeführt werden. Der Termin könne sich aber noch verschieben, sagt Gerhard Hruby. Der PBW-Geschäftsführer ergänzt: „Betroffen sind alle Plätze des Landes. Wie viele das sein werden, werden wir sehen. Es wird ja unablässig gebaut.“ Gerhard Hruby schätzt, dass er am Ende auf etwa 2000 Stellplätze kommt. Nicht betroffen sind die Plätze an öffentlichen Straßen, die nicht im Eigentum des Landes sind.

Die Nachricht von der geplanten Parkraumbewirtschaftung ist mittlerweile nicht nur bei den Studenten durchgesickert, sondern auch bei den Mitarbeitern der sogenannten An-Institute der Uni Stuttgart. Hubert Fußhoeller ist der Betriebsratsvorsitzende des Forschungsinstituts für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) am Pfaffenwaldring. Dieses hat etwa 135 Mitarbeiter, die direkt auf dem Campus arbeiten. Er hat Sorge, dass diese künftig keinen Parkplatz mehr finden. Den Mitarbeitern des Fraunhofer Instituts und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht es ähnlich.

Parkdruck in den Wohngebieten steigt

„Leider ist bisher unklar, ob wir an dem angedachten Losverfahren für die Parkplätze überhaupt teilnehmen dürfen“, sagt Fußhoeller. Er fügt hinzu: „In Konsequenz würde das heißen, dass Mitarbeiter, die gar nicht auf ihr Auto verzichten können, sich auf die Suche nach Parkplätzen in der näheren Umgebung machen werden.“ Fußhoeller fordert, dass die Mitarbeiter der sogenannten An-Institute bei der Vergabe der Dauerparkkarten berücksichtigt werden. So wäre nicht nur den Mitarbeitern der Institute geholfen, sondern auch der Vaihinger Bevölkerung, betont der Betriebsratsvorsitzende.

Eine Dauerparkkarte für den Universitäts-Campus soll im Monat 25 Euro kosten. Um sicherzustellen, dass die Inhaber immer einen Stellplatz finden, werden nur so viele Karten ausgestellt, wie Plätze zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind Schranken geplant, um fremde Parker fernzuhalten.

Viele Fragen sind noch offen

Doch auf viele Fragen kann Hruby aktuell noch keine Antworten geben. Was passiert zum Beispiel, wenn die Nachfrage an Dauerparkkarten größer ist als das Angebot, das man zur Verfügung stellen kann? Wer bekommt dann eine Dauerparkkarte? Wird in diesem Fall tatsächlich gelost? „Das Vergabeverfahren für den geschilderten Fall steht noch nicht fest und wird mit den betroffenen Einrichtungen besprochen“, sagt Hruby. Das gleiche gelte für die Frage, unter welchen Umständen auch die Mitarbeiter der umliegenden Institute eine Dauerparkgenehmigung bekommen. Das werde im Einzelfall besprochen, sagt der PBW-Geschäftsführer.

Ein Ziel des neuen Mobilitätskonzeptes ist es, dass künftig weniger Menschen mit dem Auto auf den Campus kommen. Sie sollen stattdessen auf nachhaltige Verkehrsmittel wie Bus und Bahn oder auf das Fahrrad umsteigen. Im Stadtbezirk gibt es freilich Befürchtungen, dass dieses Konzept so nicht aufgeht. Statt dessen, argwöhnen Skeptiker, könnten die Wohngebiete ringsum noch mehr zugeparkt werden. Der Bezirksbeirat hat darum bereits mehrfach gefordert, dass dort Anwohnerparkausweise ausgegeben werden.

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