Stuttgart Verdi zeigt H&M an

Von Benjamin Schieler 

Die Gewerkschaft Verdi sieht eine Gefahr für Mitarbeiter und Kunden in Stuttgart. Mehrfach seien Teile der Decke auf die Verkaufsfläche gestürzt.

 Foto: Steinert
Foto: Steinert
Stuttgart - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erhebt schwere Vorwürfe gegen den Textilhändler Hennes & Mauritz (H&M) und die verantwortlichen Aufsichtsbehörden der Stadt Stuttgart. Mitarbeiter und Kunden der Filiale in der Königstraße 38 seien potenziell gefährdet, weil in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Teile der Decke auf die Verkaufsfläche gestürzt seien. Zuletzt hatte am vergangenen Mittwoch ein Wasserrohrbruch in einem Kühlungsrohr dazu geführt, dass Deckenplatten und Lampen zu Boden gingen. Die Sicherheitsabteilung der Hamburger H&M-Zentrale und die verantwortlichen Ämter, das Amt für Umweltschutz und das Amt für öffentliche Ordnung, würden daraus jedoch nicht die nötigen Konsequenzen ziehen, sagt die Verdi-Verantwortliche Christina Frank.

Weil der Austausch der schadhaften Klimaanlage ausbleibe, der nach Angaben des Hausmeisters und eines Handwerkers nötig sei, hat Frank gestern Anzeige gegen H&M erstattet. Die Filialleitung wollte sich zu diesem Thema nicht äußern. Hendrik Alpen, der Pressesprecher von H&M, widersprach den Vorwürfen, man würde Kunden und Mitarbeiter gefährden. "Wir haben nach dem Vorfall sofort reagiert. Der betroffene Bereich wurde abgesperrt und erst wieder freigegeben, als alle Schäden durch Fachkräfte behoben waren", sagt Alpen. Von einer dauerhaften Gefährdung sei ihm nichts bekannt. In der Filiale fänden regelmäßig Wartungen statt, auch an einem Aufzug, der Christina Frank zufolge immer wieder ausfalle und stecken bleibe.

Als Einzelfall möchte die Gewerkschafterin die aktuellen Vorgänge derweil nicht gewertet sehen. "Was dort passiert, ist nur die Spitze des Eisbergs", sagt Frank, die einen laxen Umgang mit Sicherheitsauflagen bei weiteren Einzelhandelsketten kritisiert – und der Gewerbeaufsicht vorwirft, nicht rasch und energisch genug zu handeln. Dies geschehe einerseits wegen Personalmangels, andererseits aus Gutmütigkeit. Im Amt für Umweltschutz war gestern Nachmittag niemand mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.