Stuttgart von oben – Königin-Charlotte-Gymnasium in Möhringen Charlotte im Wandel der Zeit

Von Fatma Tetik 

In unserer Serie „Stuttgart von oben“ blicken wir auf die lange Geschichte des Königin-Charlotte-Gymnasiums. Die Schule wurde 1914 als Städtische Mädchenschule III an der Heusteigstraße 97 gegründet.

955 war vom Königin-Charlotte-Gymnasium am heutigen Standort noch nichts zu sehen. Damals befand sich die Schule noch an der Zellerstraße. Foto: Stadtmessungsamt/Plavec
955 war vom Königin-Charlotte-Gymnasium am heutigen Standort noch nichts zu sehen. Damals befand sich die Schule noch an der Zellerstraße. Foto: Stadtmessungsamt/Plavec

Möhringen - Im Jahr 2014 hat das Königin-Charlotte-Gymnasium (KCG) sein hundertjähriges Bestehen gefeiert. Doch nicht immer war die Schule am heutigen Rembrandt-Schulzentrum in Möhringen. Die Schule wurde 1914 als Städtische Mädchenschule III an der Heusteigstraße 97 gegründet. Ein Jahr später wurde sie nach der letzten württembergischen Königin Charlotte umbenannt. Im Oktober 1921 erfolgte der Einzug in das Schulgebäude an der Zellerstraße.

Nach der Eingemeindung Möhringens nach Stuttgart gab es 1965 erste Gespräche über die Einrichtung eines Gymnasiums im Stadtteil. Doch erst am 5. April 1974 war es dann soweit: Das KCG zog von der Zellerstraße an die Sigmaringer Straße in Möhringen. Auf dem Gelände des heutigen Rembrandt-Schulzentrums befanden sich einst Gebäude der Ziegelei Kühner, die Ende der 1930er Jahre gesprengt werden mussten.

Die Schule hat sich auch konzeptionell verändert

Das Technische Hilfswerk sprengte am selben Tag auch die einstige Gastwirtschaft Zum Landhaus an der Plieninger Straße. In den vergangenen 100 Jahren hat die Schule nicht nur ihren Standort gewechselt, sondern sich auch konzeptionell verändert. 1957 richtete das KCG als erste Stuttgarter Schule einen musischen Zug ein. Mit dem Umzug in das Rembrandt-Schulzentrum begann auch eine weitere grundlegende Veränderung: Von diesem Zeitpunkt an wurden auch Jungen in der einstigen Mädchenschule unterrichtet.

1977 erhielt das KCG einen Musikpavillon und 1982 einen Erweiterungsbau für Naturwissenschaften und Bildende Kunst. Weil sie nicht zu der Einweihung des Fachklassenbaus eingeladen worden waren, demonstrierten die empörten Schüler bei den Feierlichkeiten. 1978 wurde eine Japanisch-AG gegründet – bis heute ein einzigartiges Angebot an Stuttgarter Schulen. Seit 1995 findet regelmäßig ein Schüleraustausch mit Japan statt.

1993 wurde eine Schulküche eingerichtet, in der Eltern für ihre Kinder gekocht haben. Knapp 20 Jahre später erhielt die Schule dann in einem Neubau eine Mensa. „Das war ein Highlight in der Geschichte des Gymnasiums“, sagt Heiger Ostertag, der seit 2001 Geschichte und Deutsch am KCG unterrichtet. Zusammen mit seinen Kollegen hat er die Festschrift zum runden Geburtstag des Gymnasiums veröffentlicht. Insgesamt mussten dafür rund 200 Ordner im Archiv der Schule gesichtet werden.

Sanierungen sind unumgänglich

Ostertag, der auch als Buchautor tätig ist, berichtet, dass sich der Schulalltag im Laufe der Zeit immens verändert habe. Während einst überwiegend Schüler aus gut bürgerlichen Familien das KCG besuchten, sei die Schülerklientel heutzutage heterogener. Auch die Rolle der Pädagogen ist laut Ostertag eine andere als früher. „Wir sind heute auch Sozialarbeiter, Erzieher und Vermittler“, sagt er. Seit mehr als 40 Jahren ist das KCG fest in Möhringen verankert. Doch mittlerweile nagt der Zahn der Zeit an dem denkmalgeschützten Gebäude, in welchem 700 Schüler von etwa 60 Lehrern unterrichtet werden. Zahlreiche Sanierungen stehen an. „So geht es heute allen Schulgebäuden, die in den 70ern gebaut worden sind“, sagt Heiger Ostertag. Um weiterhin zukunftsfähig zu bleiben, seien die Arbeiten unumgänglich.

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