Stuttgart-Wangen Dreister Wasserdiebstahl auf dem Friedhof

Von Elke Hauptmann 

Ein Teil des Friedhofs Stuttgart-Wangen sitzt auf dem Trockenen. Unbekannte Täter haben dort eine Zisterne leer gepumpt.

Die Becken wurden vorübergehend  manuell mit Wasser gefüllt. Foto: Sebastian Steegmüller
Die Becken wurden vorübergehend manuell mit Wasser gefüllt. Foto: Sebastian Steegmüller

Wangen - So mancher Besucher des Friedhofs in Wangen ärgerte sich in den vergangenen Tagen: Im oberen Teil des Gottesackers kam kein Tropfen Wasser mehr aus dem Brunnen. Wer bei den sommerlichen Temperaturen die Grabbepflanzung wässern wollte, musste im unteren Teil die Gießkanne befüllen und sie dann eine ziemliche Strecke tragen. Eine mühsame Prozedur vor allem für ältere Menschen. Die bange Frage vieler: Bleibt dieser Zustand etwa so? Nein, lautet die klare Antwort von Annette Hasselwander, die Sprecherin des Garten-, Friedhofs- und Fortsamtes (GFF). „Auf jeden Fall“ sorge man dafür, dass der Gießbrunnen wieder ordnungsgemäß funktioniert.

Zisterne Anfang April zuletzt geprüft

Doch was ist passiert? Der Grund für die „Trockenlegung“ ist skurril: Das Wasser im oberen Teil des Friedhofs stammt aus einer Zisterne – das mineralhaltige Quellwasser vom Hang wird in diesem unterirdischen Behälter gesammelt und über ein Leitungssystem an mehrere Brunnen auf dem Friedhof verteilt. „Ist diese Zisterne leer, kann kein Wasser mehr fließen.“ Genau das jetzt sei der Fall gewesen, räumt Hasselwander ein. „Offenbar ist die Zisterne über die Osterfeiertage ohne unser Wissen geleert worden. Wir vermuten, dass die Zisterne quasi über Nacht von Unbekannten wahrscheinlich mittels Tauchpumpe angezapft und geleert wurde.“ Dass sie zuvor randvoll mit Wasser gefüllt war, habe eine Überprüfung Anfang April gezeigt. „Es plätscherte sogar etwas Überschusswasser in das Sickerbecken.“ Die Leitungen sind übrigens nagelneu, erst im September vergangenen Jahres wurden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen.

Kontrollschacht wird verschlossen

Ob jemals geklärt werden kann, wer für den dreisten Diebstahl verantwortlich ist, bleibt fraglich. Das Amt reagiert jedoch auf den Vorfall: Um zukünftigen Missbrauch zu verhindern, soll der Kontrollschacht zur Zisterne mit einem verschließbaren Schachtdeckel oder mit Eisenstangen und Schloss gesichert werden, kündigt Hasselwander an.

Bis die Zisterne wieder voll ist, was bei ihrem Volumen einige Zeit dauern wird, sind alle drei Gießbrunnen manuell mit Wasser gefüllt worden, teilt die GFF-Sprecherin mit. So habe auch den Friedhofsbesuchern im oberen Teil Gießwasser zur Verfügung gestanden – zumindest vorübergehend. Denn der Brunnen sei kurz darauf schon wieder leer gewesen. „Leider wurde aus dem obersten der drei Brunnen der Stöpsel gezogen und somit das eingefüllte Wasser abgelassen.“ Umgehend hätten Friedhofsmitarbeiter den Brunnen wieder befüllt. Damit sich diese Prozedur aber nicht ständig wiederholt, bittet das GFF die Besucher eindringlich, den Stöpsel stecken zu lassen. Sobald die Zisterne wieder funktionstüchtig ist, werde man die Friedhofsbesucher auf einem Hinweisschild darüber informieren, teilt Hasselwander mit.

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