Stuttgart West Kräherwald Nikolauspflege am Kräherwald erweitert

Von Saskia Drechsel 

Die Nikolauspflege am Kräherwald sieht bei ihren Gebäuden Handlungsbedarf. Ein Schulhausneubau soll der Raumnot ein Ende setzen.

So können sich die Architekten die Erweiterung der Schule vorstellen. Foto: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten
So können sich die Architekten die Erweiterung der Schule vorstellen. Foto: Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten

S-West - Mehr Platz für Schulklassen an der Nikolauspflege, ein barrierefreier Zugang und ein schöner Platz zum Leben und Lernen: Die Stiftung für blinde und sehbehinderte Menschen im Stuttgarter Westen plant einen umfassenden Erneuerungsprozess. Ein Schulneubau mit Sporthalle ist in Planung, nun hat eine Jury ihr Votum zu den Architektur-Entwürfen des Neubaus abgegeben. Im Januar wird dann der Aufsichtsrat die Entscheidung auf Grundlage der Juryempfehlung treffen.

Rücksicht auf Denkmalschutz

„Wir haben seit Jahren eine steigende Schülerzahl, hinzu kommt, dass die Schüler im Vergleich stärker in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, als in der Vergangenheit. Außerdem spielt die Inklusion eine immer stärkere Rolle“, sagt Dieter Feser, der Vorstandsvorsitzende der Nikolauspflege. Deswegen der logische Schluss: „Wir müssen erweitern.“

Im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung, bei der zunächst mehrere Büros parallel im Wettbewerb arbeiten, sind sieben Vorschläge für einen Neubau der Schule und Sporthalle eingegangen. „Die Aufgabe war sehr komplex. Frischluftschneisen mussten eingeplant, die stadtprägende Bedeutung des denkmalgeschützten Hauptgebäudes bedacht und ein barrierefreies Bewegen ermöglicht werden“, sagt die Preisrichterin Christina Simon-Philipp.

Die Jury entschied sich schließlich für den Entwurf des Stuttgarter Büros Birk Heilmeyer und Frenzel Architekten. Vorgesehen ist ein Gebäude mit geschlossener Front zur Kräherwaldstraße – gerade aus Lärmschutzgründen sehr vorteilhaft – und einem freien Blick auf das höher aufragende Hauptgebäude. Im Inneren befinden sich offene und geschlossene Räume mit verschiedenen Nutzungsschwerpunkten sowie ein großer Hof. Außerdem ist eine barrierefreie Anlage der Gebäude möglich.

Genug Platz für die nächsten 20 Jahre

Die Turnhalle liegt unter der Erde, ist aber durch die Hanglage weiterhin von außen zugänglich. „Wir würden viel Platz gewinnen und so weit das heute abschätzbar ist, dürfte der Platz für die nächsten 20 Jahre ausreichen“, sagt Feser.

Am 24. Januar 2017 entscheidet der Aufsichtsrat über den Vorschlag. Auf der Grundlage dieses Entwurfs soll dann der Bebauungsplan erstellt werden. Am 8. Februar haben die Bürger der Stadt die Möglichkeit, sich zu informieren. „Sollte alles klappen, wird es wohl im Jahr 2018 in die Vollen gehen. Auch der Bau wird eine ­Herausforderung, schließlich könne wir das Gelände nicht komplett räumen“, sagt Dieter Feser.

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