Stuttgart Wilhelma mit Kindern – 9 erprobte Tipps für kleine Entdecker

, aktualisiert am 19.01.2026 - 11:52 Uhr
In der Wilhelma gibt es viel zu entdecken. Foto: Iris Frey

Kinder haben auch schon im Vorschul- und Grundschulalter ein großes Interesse an Tieren und Pflanzen. Wir geben erprobte Tipps für einen zweistündigen Besuch.

Lokales: Iris Frey (if)

Je jünger die Kinder sind, umso wichtiger ist es, bei einem Besuch in der Wilhelma zu überlegen, wohin es geht. Zwar sind Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter schon sehr interessiert an Tieren und Pflanzen. Sie haben aber nicht immer überall viel Geduld. Wir geben praktische und erprobte Tipps für Stationen zum Spielen, Sehen und Erleben, die passen könnten, damit die Kinder in der Wilhelma sich ausreichend bewegen, Natur und Tiere erleben und sich wohlfühlen.

 

Der Rundgang ist so geplant, dass es möglichst keine Hindernisse gibt, sodass auch kein Kinderwagen über Hindernisse getragen werden muss und der Weg für Kinder anregend und zu bewältigen ist. Die Grafik zeigt unseren Vorschlag:

Der 2-Stunden-Rundgang mit kleinen Kindern im Winter. Foto: STN-Grafik/Lange

 Einfach Mütze, Schal, Handschuhe, Buddelhose und Vesper mitnehmen und los geht’s – gerade auch im Winter. Gleich am Eingang der Wilhelma gibt es zudem einen Geländeplan und den können bisweilen sogar schon Fünfjährige lesen.

Wilhelma mit Kindern: Zu den Pinguinen – die Vögel mit den Brillenaugen

Die Brillenpinguine in der Wilhelma faszininieren durch ihre Nähe. Foto: Iris Frey

Die Brillenpinguine gleich am Eingang rechts begeistern Kinder, weil sie sie ganz nah sehen können. Eine kindgerechte Einführung in den Stuttgarter Zoo und Bewegungsmöglichkeiten bieten die Tafeln auf der gegenüberliegenden Seite. Da können sich die Kinder in ihrer Augenhöhe damit beschäftigen, wo die Tiere wohnen und wo sie sie, auch auf welchen Kletterspielplätzen, im Zoo treffen. Wenn die Kinder die gemalten Tiere sehen, entdecken sie sie auf der Landkarte und die Erwachsenen können ihnen erklären, wo sie in der Welt zuhause sind.

Im Pinguin-Bereich sind die Tiere sehr nah zu erleben

Bei den Pinguinen verstehen die älteren Kinder, dass diese Tiere in ihrer Art sehr bedroht sind, weil sie in ihrer Heimat an den Küsten Südafrikas, wegen Fischerei und Klimawandel nicht immer ausreichend Nahrung bekommen, nämlich Fische wie Sardinen und Sardellen. Es ist für die Kinder spannend, zu beobachten, wie die Tiere sich bewegen und sogar auch trotz Kälte schwimmen. Es gibt kaum einen Bereich in der Wilhelma, in dem die Tiere so nah angeschaut und erlebt werden können. Was macht die Nilgans auf dem Geländer bei den Pinguinen? Auch wilde Tiere leben hier, ohne Zäune. Das ganze Jahr über gibt es täglich um 14.30 Uhr bei den Pinguinen auch Wilhelma-Talks, bei denen Besucher den Pflegern Fragen stellen können.

Wilhelma mit Kindern: Austoben auf dem Kletterturm-Spielplatz

Rutschen, Klettern und Schaukeln. Das geht auch im Winter. Foto: Iris Frey

Zeit für Bewegung. Da lockt der große Spielplatz beim Amazonica Restaurant (geöffnet Montag bis Freitag 10 bis 16 Uhr, Samstag und Sonntag 9 bis 16 Uhr). Auch im Winter fühlen sich bewegungsfreudige Kinder wohl. Also Zeit einplanen, die Buddelhose anzuziehen, Bänke gibt es genug, denn beispielsweise die Reifenschaukel könnte nass sein, macht aber trotzdem Spaß, sich mit ihr zu bewegen oder anschieben zu lassen. Und der große Kletterturm lockt mit langer und mit kurzer Metallrutsche. Beim Balancieren auf den Hölzern sollte aufgepasst werden, wenn sie nass sind. Doch sportliche Kinder lassen sich davon nicht abhalten.

In der Wilhelma fliegen auch im Winter Schmetterlinge

Gerade im Winter reizvoll: das Schmetterlingshaus. Foto: Lichtgut

Wer kann schon im Winter Schmetterlinge beobachten? Das begeistert Groß und Klein. Zum Aufwärmen und Erleben des Sommers im Winter geht es jetzt ins Insektarium. Schon im Vorraum locken die zahlreichen Schaukästen mit Holzstufen davor, die Tiere zu entdecken. Auch die große Spinne wird bestaunt, bevor es in die gläserne Schmetterlingshalle geht, in der auch ein Flughund ruhig und gelassen unweit der Früchtestange an der Decke hängt.

Bänke laden zum Sitzen und Pausieren ein

Die Bänke laden zum Sitzen und Pausieren ein. Und auch hier ist Raum für die Kids, sich fröhlich zu bewegen und nach den Schmetterlingen Ausschau zu halten und in den verschiedenen Schaukästen an der Wand die heranwachsenden, oft sehr gut getarnten Puppen zu bestaunen. Die Schaukästen hier hängen etwas höher, eine Stufe wäre wünschenswert.

Koalas und die Leuchtkästen im Tunnel der Australienwelt

Die Koalas in der Terra Australis sind bei Groß und klein beliebt. Foto: Iris Frey

Dann geht es ab in Richtung Australien. Die Vorfreude auf die echten Koalas ist groß, das Kuscheltier im Rucksack. Bodentiefe Scheiben ermöglichen auch Kindern, die Tiere zu beobachten. Also Jacke und Mütze wieder ausziehen und los geht die Entdeckungstour durch Australien. An diesem Tag sitzen die Koalas etwas versteckt hinter Eukalyptusblättern. Das Baumkänguru aber ist gut aus der Höhe der Kinderaugen zu sehen. Und die Antwort auf die Frage, warum in der Wilhelma Tiere aus Australien leben, ist einfach: Weil der Zoo mit Nachwuchs dafür sorgen will, dass die bedrohten Tierarten nicht aussterben.

Ist das kleine Joey-Baby bei den Koalas zu sehen?

Das Joey-Baby von Koala-Mutter Auburn im Beutel ist heute aber nicht zu sehen. Kurz vor Weihnachten war es schon einmal draußen. Mutige Kinder gehen dann schnurstracks in die beiden Nachtbereiche weiter und freuen sich, dort die umher huschenden australischen Tiere zu sehen. Besonders die beleuchteten Schaukästen im Boden faszinieren Kinder.

Wilhelma-Spielplatz mit Koalas und Kletterhäuschen

Klettern und balancieren in Hülle und Fülle bei der Terra Australis. Foto: Iris Frey

Wieder zurück am Licht, gibt es Bewegungsmöglichkeiten am Koala-Spielplatz, der bei bewegungsfreudigen Kindern gut ankommt. Die Balancierstangen in unterschiedlichen Ebenen werden ausprobiert und das Spielhäuschen mit sicheren Gitterschutz am Fenster. Auch das hölzerne Kaninchenkänguru wird gerne erklettert und das Fernrohr ausprobiert.

Rast im Maurischen Garten mit Enten im Teich

Vom Koala-Spielplatz ist der Weg nicht weit zum Maurischen Garten. Immer gut die Kinder im Blick behalten, denn hier gibt es keine Umzäunungen ums Wasser. Auch wenn dort gerade keine Seerosen zu finden sind, schwimmen hier Enten. Und die sind spannend zu beobachten. Die dürfen nicht gefüttert werden, die suchen sich ihr Futter selbst. Aber zuschauen, wie sie sich putzen, umherschwimmen und dann über die Wiesen laufen, macht auch Spaß. Und wer ruft denn da so laut? Von weitem sind schon die kalifornischen Seelöwen zu hören. Da gehen wir doch hin.

Wilhelma mit Kindern: Seelöwen – wie schwer sind die denn?

Der große Seelöwe Unesco wird zuerst gefüttert. Foto: Iris Frey

Gleich ist es 11 Uhr. Ob Sommer, ob Winter ist Fütterungszeit bei den Seelöwen (auch um 15 Uhr). Also ganz in Ruhe dort hin marschieren, nicht zu schnell, denn die Kinderbeine sind kürzer. An diesem Wintertag gibt es ausreichend Platz am Becken. Da werden die Kinderaugen groß, als die vier Seelöwen dort schon umherschwimmen und rufen, bis der Tierpfleger kommt.

Seitlich stehen kleinere Kinder in der ersten Reihe am besten

Die Kleineren suchen sich seitlich einen Platz, weil da der Zaun nicht so hoch ist und sie gleich in erster Reihe stehen können. So können sie sehen und hören, wie der 250 Kilogramm schwere und 2,50 Meter große Seelöwe Unesco sich als Erster Fische schnappen darf, während der Tierpfleger die Tiere vorstellt. Dann kommen die drei anderen Seelöwen dran.

Wilhelma unter Wasser: Im Aquarium – so viele Fische auf einmal

Die vielen Meeresbewohner auf Augenhöhe beeindrucken im Aquarium. Foto: Iris Frey

Aber gibt es nicht noch mehr Tiere im Wasser? Klar. Also geht es jetzt noch auf einen Abstecher ins nahe Aquarium zu den weiteren Meeresbewohnern, die ebenfalls in Augenhöhe von Kindern angeschaut werden können. Auch das Modell am Eingang, das zeigt, wie schädlich Plastik für die Meeresbewohner ist, ist für Kinder einprägsam.

Spannend sind für sie auch die Terrarien mit den Schlangen und den Waranen mit den Bänken davor zum Ausruhen. Die echten Krokodile, die still in der Halle ruhen, werden kurz vorsichtig beäugt, aber der knöcherne weiße Krokodilschädel am Eingang vor der Halle ist viel interessanter. Er wird furchtlos sogar auch mal von Kinderhänden angefasst.

Flamingos gehen auch in den Kindergarten

Die Rosaflamingos in der Wilhelma als letzte Station für diesen Tag. Foto: Iris Frey

Jetzt sind zwei Stunden fast vorbei. Zeit für den Heimweg, vorbei an den Grünanlagen zu den Rosafarbenen Flamingos. Und welch Überraschung: Auch bei diesen Vögeln gibt es einen Flamingo-Kindergarten - für die jungen Tiere. Alle Vogelpaare, die Eltern geworden sind, betreuen die Küken in einer Gruppe. Ihren Nachwuchs erkennen die Eltern an der Stimme. Die Wiesen davor bieten nochmals Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder, die jetzt noch nicht müde sind. Dann geht es nach Hause, um dort vielleicht, wie es ein fünfjähriges Kind nach dem Rundgang vorhatte, mit den vorhandenen Spieltieren, die Wilhelma nochmals nachzuspielen, bis zum nächsten Besuch.

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