Stuttgart will 2035 klimaneutral sein Stuttgart Netze investieren 18 Millionen Euro in Feuerbach

Unscheinbar, aber teuer: Das neue Umspannwerk in Feuerbach in der Bludenzer Straße kostet Stuttgart Netze gut 18 Millionen Euro. Foto: Stuttgart Netze

Meilenstein auf dem Weg zum Stuttgarter Klimaziel 2035: In der Bludenzer Straße in Feuerbach entsteht ein modernes Umspannwerk. Dabei muss die Stromversorgung während der Arbeiten aufrechterhalten werden. Das komplexe Projekt soll Ende 2026 fertig sein.

Redaktionsleiter: Uli Nagel (uli)

Eine Schlüsselrolle im gut 5600 Kilometer langen Stromnetz der Landeshauptstadt, das sich im Besitz von Stuttgart Netze befindet, spielen Umspannwerke. Im Herzen Feuerbachs modernisieren die Stuttgart Netze aktuell für rund 18 Millionen Euro das Umspannwerk in der Bludenzer Straße. Die Herausforderung dabei: Der Umbau erfolgt auf engstem Raum, während der laufende Betrieb gewährleistet bleiben muss.

 

In Umspannwerken werden hohe Spannungen (in Stuttgart sind das 110 000 Volt), die für die übergeordnete Verteilung erforderlich sind, in niedrigere Spannungen umgewandelt, die dann vor Ort genutzt werden können. Das sind in Stuttgart 10 000 Volt. Diese Aufgabe übernehmen Transformatoren. Gleichzeitig steuern Schaltanlagen den Stromfluss im jeweiligen Gebiet und bewirken die Stabilität des Netzes. Im öffentlichen Stromnetz Stuttgarts gibt es 24 solcher Umspannwerke.

Neubau eine Herausforderung

„Nach über 40 Jahren Betrieb war klar, dass eine Erneuerung der elektrischen Anlagen im Gebäudebestand nicht ausreicht, um den künftigen Anforderungen eines modernen Stromnetzes gerecht zu werden“, sagt Paul Schwan, bei Stuttgart Netze Teamleiter für den Bereich Hoch- und Leitungsbau Hochspannung. Er verweist auch auf das Ziel der Stadtverantwortlichen, die bis 2035 die Landeshauptstadt klimaneutral sehen wollen. „Das Stromnetz spielt dabei eine entscheidende Rolle“, sagt Schwan. Daher haben sich die Verantwortlichen von Stuttgart Netze für einen Neubau des Umspannwerkes mit leistungsfähigeren Anlagen entschieden. „Lediglich das Gebäude, in dem die Transformatoren untergebracht sind, bleibt bestehen“, sagt der Teamleiter.

Geringer Platz als logistische Herausforderung

Eine große Herausforderung ist es, die Stromversorgung während der Erneuerung weiterhin sicherzustellen. Nach der Fertigstellung der neuen Anlagenteile erfolgt die schrittweise Übergabe der Stromversorgung von der alten auf die neue Anlage. Diese Methode lässt sich relativ einfach umsetzen – vorausgesetzt, es steht genug Platz zur Verfügung. In dieser Ecke von Feuerbach sind die Platzverhältnisse jedoch begrenzt, was die Modernisierungsmaßnahmen von Anfang an vor logistische und technische Herausforderungen stellte.

Parkplätze und Grünfläche für Mitarbeiter

Im Oktober 2021 begann der erste Bauabschnitt: Auf dem letzten verfügbaren Platz errichtete die Stuttgart Netze bis Januar 2023 das neue Gebäude mit einer modernen Anlage, die vier Monate später in Betrieb ging. Im Anschluss daran wurde innerhalb eines Jahrs die Stromversorgung von der alten auf die neue Anlage übertragen. Erst dann wurde der alte Gebäudeteil abgerissen. Im Frühjahr 2025 wird dann auf der frei gewordenen Fläche eine neue Hochspannungsschaltanlage errichtet. Der bestehende Gebäudeteil bleibt vorerst in Betrieb, um die Stromversorgung sicherzustellen, danach wird auch dieses Gebäude abgerissen. An seiner Stelle sollen eine Grünfläche und Parkplätze für den Betriebsservice der Stuttgart Netze entstehen.

„Dieser komplexe Umbau wäre ohne die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Stuttgart und Netze BW nicht möglich gewesen“, sagt Paul Schwan. So stellte die Stadt temporär einen Teil des öffentlichen Raumes zur Verfügung, wodurch das Bauprojekt in der engen Umgebung erst realisiert werden konnte. Die Stuttgart Netze wird den Gehweg mitsamt Grünfläche wieder herstellen. Das gesamte Projekt wird vermutlich Ende 2026 abgeschlossen sein.

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