Fünf Männer sollen bei der Stürmung der Baustelle einen Polizisten attackiert haben. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung vorgeworfen.

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Stuttgart - Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen sechs Personen Anklage erhoben, die an der Stürmung der Baustelle des Grundwassermanagements für das Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 am 20. Juni beteiligt waren. Das bestätigte die Pressesprecherin Claudia Krauth auf Anfrage unserer Zeitung. Es handelt sich um eine Gruppe von Personen, die einen zivilen Polizisten angegriffen haben sollen.

An jenem Montagabend im Juni betraten rund 300 Gegner des umstrittenen Bahnhofsprojekts das Baustellengelände im Schlossgarten, nachdem einige von ihnen den Bauzaun umgerissen hatten. Bei der Aktion wurden Wasserrohre und Baufahrzeuge beschädigt. Der Sachschaden wird von der Staatsanwaltschaft inzwischen mit rund 96.000 Euro angegeben.

Fünf Männern wird gemeinschaftlich begangene gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Sie sollen einen zivil gekleideten Polizeibeamten angegriffen, geschlagen und getreten haben. Einer von ihnen soll den Polizisten auch beleidigt haben. Die Anklage geht von Faustschlägen gegen Kopf, Hals und Kehlkopf des Mannes aus.

 Es gibt noch keinen Beschuldigten

Zunächst sollen ihn zwei Männer angegriffen haben, als er die Personalien eines Demonstranten feststellen wollte. Nach der Attacke floh der Polizist und wurde von den Angreifern eingeholt. Sie sollen an ihm gezerrt haben und ihn mit Knien in den Rücken getreten haben. Dabei stießen drei weitere Personen dazu. Zwei Männer dieser fünf sollen zudem beim Niederreißen des Zauns mitgemacht haben.

Der sechste Beschuldigte muss sich wegen des Vorwurfs des versuchten Raubes vor dem Stuttgarter Landgericht verantworten. Er soll zweimal versucht haben, dem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen. Deswegen ist er auch wegen des Versuchs, unberechtigt eine Schusswaffe zu führen, angeklagt. Allen sechs wird schwerer Landfriedensbruch und Hausfriedensbruch zur Last gelegt.

Am 20. Juni meldeten sich außer dem Opfer der Schlägerei acht weitere Polizisten mit Verletzungen. Sie erlitten ein Knalltrauma, als ein Böller gezündet wurde. "Die Ermittlungen in diesem Fall laufen", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Es gebe noch keinen Beschuldigten.