Stuttgarter Abtreibungsklinik Stapf Neue Räume in Nähe des Pragsattels

Der Arzt Friedrich Stapf nimmt  bereits seit 1991 in Stuttgart Schwangerschaftsabbrüche vor. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Der Arzt Friedrich Stapf nimmt bereits seit 1991 in Stuttgart Schwangerschaftsabbrüche vor. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Die Stuttgarter Abtreibungsklinik des Arztes Friedrich Stapf ist offenbar gerettet. Der Mediziner will spätestens im Februar neue Räume in der Nähe des Pragsattels beziehen.

Lokales: Viola Volland (vv)
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Stuttgart - Das Aus für die Abtreibungsklinik Stapf am Standort Stuttgart ist offenbar abgewendet. Er habe neue Räumlichkeiten gefunden, sagte der Mediziner Friedrich Stapf am Mittwoch auf Anfrage der StZ. Eine genaue Adresse wollte er nicht nennen, aber die Räume befänden sich in der Nähe des Pragsattels. Von den benötigten Gegebenheiten – Fluchtwege vorne und hinten, ausreichend Sanitäranlagen, eine angenehme Atmosphäre – sei dort alles gegeben. Nur die Miete sei „deutlich teurer“, sagte Stapf. Dennoch klingt er erleichtert. Eineinhalb Jahre hat er zuvor vergeblich gesucht. Nun geht er davon aus, dass der Mietvertrag „in den nächsten Tagen“ unterschrieben werden kann. Auch die Stadt hat Stapf hierüber per Fax über seinen Anwalt informieren lassen.

Wie in dem Schreiben steht, das der StZ vorliegt, wird ein Umzug der Klinik vom jetzigen Standort an der Türlenstraße zum 31. Januar, spätestens zum 15. Februar 2015 anvisiert. Wie berichtet, läuft der Mietvertrag für die Jugendstilvilla an der Türlenstraße eigentlich zum Jahresende aus. Stapf hatte versäumt, den Mietvertrag rechtzeitig zu verlängern, und das Klinikum benötigt das Gebäude inzwischen für die Psychiatrie. Es geht jetzt folglich um einige Wochen Aufschub an der Türlenstraße – aber nicht nur darum. Damit der Umzug im Januar beziehungsweise Februar 2015 klappt, benötigt Stapf eine schnelle Bearbeitung von Genehmigungen seitens der Stadt: die „erforderliche Nutzungsänderung und die unzweifelhaft erforderliche Klinikzulassung“ müssten „kurzfristig erteilt“ werden, heißt es in dem Fax an die Stadt.

Krankenhausbürgermeister Wölfle: gute Nachricht

Der für Krankenhäuser und Verwaltung zuständige Bürgermeister Werner Wölfle bestätigte, informiert zu sein und zeigte sich erfreut: „Das ist eine gute Nachricht für die Frauen“, so Wölfle. Man müsse nun prüfen, ob es logistisch vertretbar ist, wenn der Auszug aus der Türlenstraße einige Wochen später erfolge. Aber der Verwaltungsbürgermeister ließ durchblicken, dass die Stadt nicht vorhat, sich hier querzustellen oder als Bremser aufzutreten – zumal auf die Stadt keine Kosten zukommen. Bereits im Krankenhausausschuss in der vorigen Woche hatte Wölfle „keinen Zweifel“ daran aufkommen lassen, für wie wichtig er „ein Angebot für Schwangerschaftsabbrüche in der heutigen Qualität“ erachtet. Ähnlich hatte sich die Mehrheit der Fraktionen geäußert.

Erfreut über die Nachricht über die neuen Räume zeigt man sich auch bei Pro Familia: „Wir finden, dass es unbedingt das Angebot geben muss – eine Schwerpunktpraxis mit entsprechender Qualität“, sagte Marion Janke, die leitende Ärztin bei Pro Familia.

In der Abtreibungsklinik Stapf, die offiziell seiner Frau gehört, werden jährlich rund 2200 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Seit 1991 gibt es sie in Stuttgart. Zunächst hatte Friedrich Stapf Praxisräume in der alten Frauenklinik im Osten. 2004 erfolgte der Umzug an die Türlenstraße. Die Familie Stapf plant im Januar 2015 auch persönlich aus München nach Stuttgart zurückzukehren. Zusammen mit einem Gynäkologen und zwei Gynäkologinnen werde man die die Klinik am neuen Standort weiterbetreiben, so Stapf.




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