Die Stadt macht aus dem dem Erfrierungsschutz der Wintermonate ein Angebot für das ganze Jahr. Vor allem Kinder stehen im Fokus.
Die Stadt wird die Zentrale Notübernachtung für Kinder und ihre Familien weiterführen. Das bislang befristete Angebot wird ab Mai 2026 fortgesetzt – und zwar ganzjährig. Das hat der Gemeinderat bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden. Das Angebot richtet sich an Kinder und ihre Eltern, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, und erfolgt im Rahmen des Polizeigesetzes.
Die baden-württembergischen Kommunen sind zu diesem Angebot verpflichtet. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, muss Stuttgart ganzjährig mindestens 50 Notunterkunftsplätze für Kinder und Familien bereitstellen.
Bisher hat die Stadt lediglich ein Angebot für die kalte Jahreszeit gemacht, den sogenannten Erfrierungsschutz für Kinder und deren Erziehungsberechtigte. Betreut wurden die Familien von der Evangelischen Gesellschaft. Nun soll der Kreis der Betreuer aus den Trägern der Wohlfahrtspflege Stuttgart für jeweils drei Jahre erweitert werden. Zielgruppe des Angebots sind laut Verwaltung überwiegend Familien, die aus EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland kommen, meist in der Hoffnung auf bessere Lebensbedingungen. Häufig lebten die Familien mit ihren Kindern im Freien oder befänden sich in prekären Wohnsituationen. Insbesondere für Kinder, Schwangere und Säuglinge stellten die Lebensumstände ein erhebliches Risiko dar.
24-Stunden Wachdienst
Mit niederschwelligen pädagogischen Angeboten sollen die Kinder in der Notübernachtung angesprochen werden. So erhoffen sich die Fachkräfte einen Zugang auch zu deren Eltern. Ein Rund-um-die-Uhr-Wachdienst soll für den sicheren Betrieb der Notübernachtung sorgen. Die Mehrkosten für die Ausweitung auf den Ganzjahresbetrieb betragen für 2026 540 000 Euro, für 2027 veranschlagt die Verwaltung dafür 832 600 Euro.