Eigentlich sollte das Stuttgarter Bibelmuseum „bibliorama“ endgültig schließen. Doch viele Spenden wecken nun Hoffnung auf eine Wiedereröffnung unter neuer Trägerschaft.

Eigentlich sollte das Stuttgarter Bibelmuseum „bibliorama“ am Wochenende endgültig schließen. Doch laut der Initiatorin der Spendeninitiative „bibliorama retten“, Irmela Preissner, gibt es wegen des hohen Spendenaufkommens „begründete Hoffnung“, dass das Bibelmuseum nach einer kurzen Pause im Frühjahr unter neuer Trägerschaft wieder eröffnen kann. „In den vergangenen fünf Wochen sind rund 100.000 Euro an Spenden zusammengekommen, das ist ein klares Zeichen dafür, dass die Menschen wollen, dass das Museum nicht stirbt“, sagte sie am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

 

Auch wenn das Museum nun wegen der Kurzfristigkeit für einige Zeit geschlossen werden müsse, sei ein erstes Ziel bereits erreicht: Es finde kein direkter Abbau des Museums statt. Außerdem sei man mit der Kirche im Gespräch über die Frage, wie es auch ohne ihre Finanzierung weitergehen könne.

Spenden weiterhin nötig

Da die bisherigen Angestellten allerdings in den Ruhestand gehen oder an andere Stellen wechseln, müsse das Museum sich personell und organisatorisch neu aufstellen, bevor es so schnell wie möglich wieder öffnen könne, so Preissner. Spenden seien für den Übergang weiter nötig, bis ein nachhaltiger Finanzierungsplan und neue Strukturen geschaffen seien.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat drastische Einsparungen beschlossen. Davon ist auch das „bibliorama“ betroffen: Im Herbst 2025 wurde entschieden, das Stuttgarter Bibelmuseum Ende Januar 2026 zu schließen. Von den bisher 490.000 Euro des jährlichen Bibelmuseums-Etats sollen 350.000 Euro eingespart werden, die restlichen 140.000 Euro seien für anderweitige Bibelarbeit vorgesehen.

Landeskirche würde sich über Weiterführung des Museums freuen

„Leider musste sich die Landeskirche schweren Herzens von einigen hochgeschätzten Projekten verabschieden, zu denen auch das bibliorama gehört“, sagte Dan Peter, Sprecher der Landeskirche, dem epd. Doch man freue sich, wenn es einen neuen Träger gebe, der das Stuttgarter Bibelmuseum weiterführe.

Die Evangelische Landeskirche in Württemberg hat das Museum in Zusammenarbeit mit der Württembergischen Bibelgesellschaft betrieben. Das Museum ist erst 2015 eröffnet worden und feierte im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen. In der rund 350 Quadratmeter großen Ausstellung begegnen die Besucher 14 biblischen Personen und Martin Luther. Es erhielt mehrere Preise, unter anderem für sein partizipatives Konzept. Die von der Landeskirche unabhängige Initiative „bibliorama retten“ wurde vom Förderverein bibliorama und vom Gruppenreiseanbieter „Biblische Reisen“ ins Leben gerufen.