Stuttgarter Bürgermeister wechselt ins Land Ein Händchen für die Fallstricke der Finanzpolitik

Michael Föll bei der Eröffnung des Frühlingsfestes auf dem Cannstatter Wasen. Die wiederkehrende Tätigkeit trug ihm den Titel „Wasenbürgermeister“ ein. Foto: 7aktuell.de | Oskar Eyb
Michael Föll bei der Eröffnung des Frühlingsfestes auf dem Cannstatter Wasen. Die wiederkehrende Tätigkeit trug ihm den Titel „Wasenbürgermeister“ ein. Foto: 7aktuell.de | Oskar Eyb

Michael Föll war im Stuttgarter Rathaus eine große Nummer. Sein kurzer Ausflug in den Landtag hinterließ keine Spuren. Unter seiner Ägide ging die Stadt allerdings auch bis heute umstrittene Deals ein.

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Stuttgart - Der 53-jährige Michael Föll ist ein CDU-Urgestein. Seit 1982 gehört er der Partei an, von 1989 bis 2003 saß er für die Union im Gemeinderat der Landeshauptstadt. 1998 übernahm er den Fraktionsvorsitz und stellte dort seine Führungsstärke unter Beweis. 2004 erfolgte dann der Wechsel auf die Bürgermeisterbank – als Beigeordneter für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen, wie der Job offiziell heißt. Seine damalige Nachfolgerin als Fraktionsvorsitzende wird nun seine neue Chefin: Susanne Eisenmann. Die Ministerin holt ihn als Amtschef zu sich ins Kultusministerium.

Der Kämmerer ließ sich selten aufs Glatteis führen

Ein zweijähriges Gastspiel (2006 bis 2008) gab Föll auch im Landtag: Anders als im Stuttgarter Rathaus blieb er dort aber einer unter vielen. In seiner Jugend war Föll zweimal deutscher Jugendmeister im Eiskunstlaufen; auf dem Feld der Finanzpolitik ließ sich der Kämmerer aber selten aufs Glatteis führen. Als OB-Vize und Chef des Finanzressorts zeichnete er unter den Rathauschefs Wolfgang Schuster (CDU) und Fritz Kuhn (Grüne) für die Konsolidierung des Stadtetats in den vergangenen Jahren verantwortlich. Im Zuge des Neuzuschnitts der Ressorts übernahm Föll vor zwei Jahren zusätzlich die Zuständigkeit für das städtische Klinikum. Zudem sitzt er qua Amt im Aufsichtsrat zahlreicher Unternehmen, an denen die Landeshauptstadt beteiligt ist.

Unter seiner Ägide als Fraktionschef ist die Stadt aber auch bis heute umstrittene Deals wie etwa das sogenannte Cross Border Leasing eingegangen, bei dem aus steuerlichen Gründen etwa das Abwassernetz an US-amerikanische Konzerne verkauft und gleichzeitig von diesen wieder angemietet wurde. Als Bürgermeister war Föll war zudem ein strikter Befürworter der städtischen Kapitalspritze für die im Zuge der Finanzkrise 2009 angeschlagenen Landesbank Baden-Württemberg in Höhe von knapp einer Milliarde Euro.




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