Stuttgarter Chortage Alte und neue Formen des Gesangs

Von Armin Friedl 

In 13 Konzerten wird gezeigt, was die Chöre des Hauff-Verbands in Stuttgart und außerhalb aktuell so alles können.

Überraschendes wird die A-capella-Gruppe Maybebop aufführen.Foto:Danny Kurz Foto:  
Überraschendes wird die A-capella-Gruppe Maybebop aufführen. Foto:Danny Kurz

Stuttgart - Alle, die mit gemeinsamem Singen zu tun haben, wissen Bescheid: Stuttgart ist eine, wenn nicht sogar die Hauptstadt des Chorgesangs. Ein weiteres Zeichen dafür: Bereits zum 12. Mal werden nun die Stuttgarter Chortage veranstaltet. Der Wilhelm-Hauff-Chorverband Stuttgart will in 13 Konzerten zeigen, was die Chöre in der Stadt so alles können. Gemeint sind vor allem jene des Verbands in Stuttgart, aber auch einige von außerhalb. Das Spektrum ist groß: von Ambitioniertem aus der Klassik des Chorrepertoires über komplexe Stücke der Gegenwart und Gesang zum Entspannen bis hin zu Darbietungen, wie sie vor allem die Jugend liebt.

Außergewöhnliches findet am Abschlusswochenende statt: Am 21. April erklingt um 20 Uhr im Hegelsaal der Liederhalle das, was die A-capella-Gruppe Maybebop aus Hannover mit interessierten Kursteilnehmern unmittelbar an den drei Abenden zuvor erarbeitet hat. Holger Frank Heimsch, unlängst zum stellvertretenden Präsidenten des Hauff-Verbands gewählt, hat sich sehr für diesen Programmpunkt eingesetzt: „Das habe ich schon zwei Mal mitgemacht, jedes Mal kam etwas total Überraschendes dabei heraus.“

Pop- und Jugendchor

Heimsch selbst tritt mit seinem Ensemble Chormäleon von der Dualen Hochschule als Vorgruppe von Maybebop auf. Bunt wird es schon am 14. April im Mozartsaal der Liederhalle: Unter dem Motto „Alles außer Deutsch“ treten um 16 Uhr drei junge Chöre auf, die aus Traditionsvereinen der Stadt entstanden sind und diese nun mit Swing, Pop und Rock neu beleben wollen. Dieser Richtung hat sich auch das Musikwerk Stuttgart verschrieben, das sowohl mit seinem Popchor (15. April im Mozartsaal) als auch mit dem Jugendchor (18. April im Haus der Katholischen Kirche) vertreten ist. Einen instrumentalen Schwerpunkt setzt die Jugendband Jazzix mit dem Solitude Saxophon Ensemble am 20. April um 20.30 Uhr im Laboratorium.

Wie das Musikwerk kommt auch Stuttgart vokal aus den Reihen des Stuttgarter Liederkranzes. Unter dem Motto „O schöne Nacht“ geht Stuttgart vokal am 22. April um 17 Uhr mit Musik von Johannes Brahms, Heinrich von Herzogenberg oder Max Reger jedoch eher in die klassische Richtung. Der große Stuttgarter Liederkranz präsentiert die „Missa Coronationalis“ von Franz Liszt am 15. April im Beethovensaal um 19 Uhr. Zuvor singt der Solitude-Chor mit dem Wolfbusch-Jugendchor und dem Orchester des Liederkranzes „Mass of the children“ von John Rutter.

Singen, Bewegen, Sprechen

Zudem gibt es viele Begegnungen von Gesangsaktivisten und etliche Workshops, in denen es auch um Managementfragen und Weiterbildung geht. Ein typisches Vernetzungsprogramm für den Hauff-Verband ist etwa „Singen, Bewegen, Sprechen“ in Zusammenarbeit mit Kindergärten und Kindergartengruppen. „Beim Chorfest wollen wir unsere Vielseitigkeit zeigen und gleichzeitig aufmerksam darauf machen, was außerhalb so alles passiert“, so der Verbandspräsident Jürgen Grieb. Zwei Jahre lang wurde an dem Programm gearbeitet. „Wir haben alle Chorleiter angeschrieben, andere sind von sich aus mit ihren Ideen auf uns zugekommen“, so Grieb.

Hier entsteht Neues

Der Verbandspräsident räumt zwar ein, dass es „Probleme mit einigen tradierten Formen des Chorgesangs“ gebe, „aber gleichzeitig entsteht auch Neues“. Eine eher alte Tradition ist etwa der Männergesang, den der Solitude-Chor zum Abschluss der Chortage anstimmt, oder das „Abendlob“ am 20. April in St. Fidelis. Und wie Musik aus Stuttgart früher einmal geklungen hat, ist in „Ungehörtes und Unerhörtes“ am 14. April im Hegelsaal um 19 Uhr zu erleben: ein Abend mit Texten und Musik etwa von Silcher, Zumsteeg, Pachelbel oder Raff.

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