Stuttgarter Chortage Singen als Bereicherung neben Familie und Beruf

Von Armin Friedl 

Am Samstag und Sonntag erklingen auch noch klassische Stücke für Männerchorgesang, Mendelssohn Bartholdys „Walpurgisnacht“ sowie Abend- und Nachtstimmungen

Holger Frank Heimsch und der Projektchor nach der ersten Probe. Foto: Heimsch
Holger Frank Heimsch und der Projektchor nach der ersten Probe. Foto: Heimsch

Stuttgart - Singend sind sie alle aktiv, zum Teil sogar in mehreren Chören. Doch für dieses Wochenende wagen die Sänger des Projektchores das Besondere zum Abschluss der 12. Stuttgarter Chor­tage: Ein gemeinsamer Auftritt mit der A-cappella-Band Maybebop an diesem Samstag um 20 Uhr im Hegelsaal der Liederhalle.

Drei Probenabende je drei Stunden waren angesetzt, um einige Stücke für den gemeinsamen Auftritt und die Besonderheiten des Vokalgesangs der prominenten Hannoveraner einzustudieren. 100 Teilnehmer haben sich dazu gemeldet, doppelt so viele wie ursprünglich eingeplant. „Mit der Teilnahme erfüllen wir uns einen Traum“, bekennen Anita Köhnlein und Mathias Wagner, die als Mitglieder des Waiblinger Wasserstubenchors gerne an besonderen Orten auftreten. Die Proben für diesen Auftritt sind anstrengend, zumal die Sänger noch ihre Arbeitstage und die Organisation der Familie zu stemmen ­haben. Doch ihr Fazit ist eindeutig: „Dieses Proben bedeuten keine Arbeit. Es ist eine Bereicherung für den Tag.“

Einmal mit anderen singen

Steffen Schwarz ist Mitglied von Chormäleon, dem Chor der Dualen Hochschule. Diese Art von Singen ist Schwarz also vertraut: „Wir haben Songs von Maybebop bei Chormäleon im Programm.“ Jetzt finde er es sehr, sehr interessant, mal mit anderen als sonst zu singen. „Bei der kurzen Vorbereitungszeit und den teilweise nicht ganz einfachen Stücken ist das eine echte Herausforderung.“ Fürs erste ist er aber schon mal zufrieden: „Es war wirklich klasse, wie gut das Ganze schon geklungen hat, als wir die Stücke das erste Mal durchgesungen haben.“ Noten und akustische Übungsvorlagen haben alle Teilnehmer schon vor vier Wochen zugeschickt bekommen. Schwarz: „Die Qualität ist im Projektchor wirklich hoch.“

Holger Frank Heimsch ist nicht nur Leiter von Chormäleon. Er steht auch vorne bei diesem Projektchor. Auch er spricht „von einer besonderen Chemie vom ersten Ton an“ und stellt fest: „Die gemeinsame Spannung und Vorfreude war so groß, dass alle vom ersten Probenabend begeistert waren.“

Spontan und locker auf der Bühne

Sarah Neumann, die in Marbach mehrere Chöre leitet, kann Heimsch da nur beipflichten: „Als ich meinen jetzigen Chor übernommen habe, hatte er bereits ‚Ich seh dich‘ von Oliver Gies im Repertoire. Ich stand vor dem Chor, dirigierte und genoss. Da hat mich Maybebop gepackt. Genial finde ich die Spontanität und Lockerheit der vier auf der Bühne.“

Als Vizepräsident des Hauff-Chorverbands ist Heimsch auch wesentlich an der Gestaltung der Stuttgarter Chortage beteiligt: „Wir haben zur richtigen Zeit das richtige Projekt angeboten. Es soll aber keine Routine werden.“ Seine Erwartung: „Singen mit Maybebop ist ein Höhepunkt – für die Chortage, aber auch für jeden Einzelnen.“

Neben Maybebop und dem Projektchor zeigen auch noch andere Ensembles der Stadt in der Schlussrunde der 12. Stuttgarter Chortage ihr Können: Der Kolping-Chor gestaltet das Abschlusskonzert am Sonntag um 19 Uhr im Hegelsaal unter anderem mit Klassikern des traditionellen Männerchorgesangs sowie mit Mendelssohn Bartholdys „Walpurgisnacht“, zuvor besingt Stuttgart Vokal um 17 Uhr im Mozartsaal zahlreiche Abend- und Nachtstimmungen, komponiert unter anderem von Johannes Brahms oder Max Reger.

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