Stuttgarter des Jahres Das Ehrenamt macht glücklich

Zahlreiche Gäste feiern im Wizemann bei einem gleichermaßen unterhaltsamen wie informativen Abend die zehn Stuttgarter des Jahres 2018. Damit wird deren Engagement gewürdigt.

Die 150 geladenen Gäste erlebten im Wizemann bei der Verleihung des Ehrenamtspreises einen unterhaltsamen und informativen Abend. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth 7 Bilder
Die 150 geladenen Gäste erlebten im Wizemann bei der Verleihung des Ehrenamtspreises einen unterhaltsamen und informativen Abend. Foto: Lichtgut/Achim Zweygarth

Stuttgart - Man sollte lieber weniger darüber nachdenken, wofür man bezahlt wird und wofür nicht, dann hätte man ein sehr viel schöneres Leben.“ So charakterisiert Heidi Rehse den persönlichen Gewinn, den sie durch ihr Ehrenamt hat. Sie ist eine von zehn Gewinnern, die am Montagabend im Veranstaltungszentrum Wizemann in Bad Cannstatt vor rund 150 geladenen Gästen geehrt worden sind. Zum fünften Mal haben die Stuttgarter Versicherungsgruppe und die Stuttgarter Zeitung den Ehrenamtspreis Stuttgarter des Jahres verliehen.

Stille Helden im Rampenlicht

„Es sind in jedem Jahr Aufgaben dabei, die die Ehrenamtlichen übernehmen, auf die man selbst nicht kommen würde“, sagte Frank Karsten , der Juror und Vorstandsvorsitzende der Stuttgarter Versicherungsgruppe im Gespräch mit Ingmar Volkmann, dem Moderator und StZ-Titelautor. Joachim Dorfs, der Chefredakteur der Stuttgarter Zeitung ergänzte: „Es freut mich, dass wir als Zeitung ein Zeichen setzen können, indem wir diese stillen Helden einen Abend ins Rampenlicht stellen.“ Dorfs betonte auch die gesellschaftspolitische Bedeutung des Ehrenamt: „Die politischen Auseinandersetzungen in der Welt und die Polarisierung nimmt zu. Da ist der Kitt, den das Ehrenamt in der Gesellschaft darstellt, wichtiger denn je.“

Neben Karsten und Dorfs gehörten die Schauspielerin Astrid M. Fünderich, der Entertainer Martin Luding, der frühere Handball Weltmeister Markus Baur und der Gewinner der ersten Runde von 2013, Martin Kluck, der Jury für den Stuttgarter des Jahres an.

Vielfältige Aktivitäten der Ehrenamtlichen

Eine der Gewinnerinnen ist Kristina Egbers, die mit der Hilfsorganisation Ingenieure ohne Grenzen einen Schulbau in Harare, der Hauptstadt von Simbabwe, hochzieht. Kristin Hasselwander setzt sich in der familieneigenen Schreinerei dafür ein, dass junge Flüchtlinge eine Ausbildung machen können und dabei finanziell abgesichert sind. Mary Kling leitet mit viel Herz und Verstand die ambulante Hospizgruppe in Zuffenhausen. Markus Wagner engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Projekten. Eines davon ist das Slowmobil, in dem er Kindern und Jugendlichen im Zeitalter des Fast Food zeigt, wie gesundes und schmackhaftes Essen gemacht wird. Björn Seemann hat den kleinen Sportverein SV Prag während seines jahrelangen ehrenamtlichen Engagements schon zweimal zu neuem Leben erweckt. Marianne Löffler und Elfriede Mezger arbeiten seit 50 Jahren für das Rote Kreuz. Seit 37 Jahren leiten die Zwillingsschwestern die Kleiderkammer der Organisation in Stuttgart-Vaihingen. Petra Benzing engagiert sich unter anderem in der Flüchtlingshilfe in Stuttgart-Stammheim und organisiert für die Menschen dort alles, woran es fehlt. Außerdem ist sie im Luise-Schleppe-Altenheim tätig. Heidi Rehse ist Tänzerin, Choreografin und Traumtherapeutin. Seit vielen Jahren leitet sie ehrenamtlich Tanz- und Theaterprojekte. Andrzej Estko hält seit mehr als zehn Jahren die Kreativwerkstatt Amos am Leben. Dort entstandene Kunstwerke sind derzeit an der Baustelle beim Haus Martinus in der Olgastraße zu sehen. Amos wurde vor dem Hintergrund des ersten Armutsberichtes in Stuttgart ins Leben gerufen. Stefanie Palm engagiert sich in einem Verein, der sich um Menschen kümmert, die von der seltenen Glasknochenkrankheit betroffen sind. Sie selbst ist Mutter eines vierjährigen Sohnes mit diesem Gen-Defekt.

Über die Gewinner erscheinen in den nächsten Tagen ausführliche Porträts im Lokalteil der Stuttgarter Zeitung. Während der Pause begeisterte Juror Martin Luding das Publikum mit seinem Auftritt. Er gibt seit Jahren den „Caveman“ im Theaterhaus, spielt Theater und macht Fernsehen.

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